Episode Details
Back to Episodes
Frauen in OpenStreetMap (fossgis2013)
Published 13 years, 3 months ago
Description
Aus bisherigen Studien zu OpenStreetMap (z.B. Lechner 2011, Stark 2011) geht hervor, dass nur 2-5% der OSM-Beitragenden weiblich sind. Dieser Anteil ist auch im Vergleich zu anderen Open Source- bzw. Open Data-Projekten sehr niedrig - bei Wikipedia wird beispielsweise von einem Anteil von ca. 10% ausgegangen (z.B. Glott et al. 2010). Für die OSM-Community ist dieses Thema durchaus relevant: Würden sich heterogenere Gruppen (inklusive Frauen) von OSM angesprochen fühlen, gäbe es auch ein größeres Potential von Personen, die Daten erfassen und aktuell halten.
In unserer Forschung untersuchen wir daher die Gründe der aktuellen Situation und mit welchen Maßnahmen es gelingen könnte, mehr Frauen für OSM zu begeistern. Dazu haben wir die folgenden Methoden angewandt: Eine Langzeitstudie, bei der 12 neue Mapperinnen zunächst verschiedene OSM-Aktivitäten erlernten und im Anschluss im mehrmonatigen Rhythmus zu ihrem Aktivitätsstatus befragt wurden, Telefon-Interviews mit aktiven Mapperinnen und Mappern, sowie einen Online-Fragebogen für Personen, die OSM kennen, aber nicht (mehr) aktiv beitragen. Die bereits vorliegenden Ergebnisse lassen darauf schließen, dass es für neue Mapperinnen in OSM sowohl eines leichteren technischen Einstiegs, als auch sozialer und projektbezogener Anreize bedarf.
Der Vortrag möchte die Forschungsergebnisse im Detail vorstellen, sowie Maßnahmen zur Diskussion stellen, mit denen mehr Personen (insbesondere Frauen) für OSM aktiviert werden können.
Aus bisherigen Studien zu OpenStreetMap (z.B. [1], [2]) geht hervor, dass nur 2–5% der OSM-Beitragenden weiblich sind. Dieser Anteil ist auch im Vergleich zu anderen Open Source- bzw. Open Content-Projekten sehr niedrig – bei Wikipedia wird beispielsweise von einem Anteil von ca. 9–13% ausgegangen [3]. Aber auch bei den teilnehmenden Männern scheint die Vielschichtigkeit der Gesellschaft nicht vertreten zu sein. Haklay und Budhathoki [4] beschreiben den prototypischen Teilnehmer als technologieversiert, gut ausgebildet und zwischen 20 und 40 Jahren. Für die OSM-Community ist dieses Thema durchaus relevant: Würden sich vielfältigere Gruppen von OSM angesprochen fühlen, gäbe es auch ein größeres Potential von Personen, die Daten erfassen und aktuell halten.
Um vielfältigere Gruppen für OSM zu begeistern, ist es wichtig zu verstehen, was diese Gruppen bisher von der Teilnahme abhält und welche Aspekte sie zur Beteiligung motivieren könnten. Fokus unserer Forschung ist die Gruppe der Frauen, die wie oben beschrieben in OSM derzeit stark unterrepräsentiert ist. Dabei wurden die folgenden Methoden angewandt: Eine Langzeitstudie mit neuen Mapperinnen, Telefon-Interviews mit aktiven Community-Mitgliedern, sowie ein Online-Fragebogen für Personen, die OSM kennen, aber nicht (mehr) aktiv beitragen. Im folgenden werden die Ergebnisse der Langzeitstudie, sowie erste Einzelergebnisse des Online-Fragebogens vorgestellt.
Die Langzeitstudie wurde im Frühjahr 2012 an der Technischen Universität Wien durchgeführt. In der qualitativen Studie wurden 11 neue Mapperinnen in ihrem Lernprozess zur aktiven Teilnahme in OpenStreetMap begleitet, um Motivatoren und Barrieren in der Auseinandersetzung mit OSM zu erheben. Die Teilnehmerinnen der Studie wurden gezielt ausgewählt, um dem typisch männlichen OSM-User zu entsprechen (technologieversiert, gut ausgebildet und zwischen 20 und 40 Jahren, siehe [4]). Zunächst wurden den Teilnehmerinnen in drei begleiteten Einheiten unterschiedliche OSM-Aktivitäten näher gebracht: 1) Mapping mit Walking Papers, 2) Mappen und Editieren auf Basis von Luftbildern mit JOSM, 3) Outdoor-Mapping mit GPS (Exkursion in den Wienerwald). Anschließend bekamen die Teilnehmerinnen die Aufgabe, zwei frei gewählte Gebiete selbstständig zu mappen und mit einem Vorher-/Nachher-Screenshot zu dokumentieren. Positive und negative Erfahrungen mit OSM wurden von den Teilnehmerinnen über die Laufzeit der Studie in einem Online-Mapping-Tagebuch festgehalten. Bei der Abschluss