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Geborgenheit in großer Bedrängnis

Published 1 month, 2 weeks ago
Description
Der Bibeltext Psalm 54 – ausgelegt von Arthur Wunderlich.

Vorgeschichte: David und Saul – David muss sich verstecken

David in der Wüste. Auf der Flucht. In einer schier ausweglosen Situation. David ist Kummer gewohnt. Als Jüngster von acht Brüdern ist er in seiner Familie wohl eher etwas verachtet. Aber dann gibt es doch einen großen Aufschwung: David besiegt den mächtigsten Kämpfer der Feinde, den Riesen Goliath. David wird an den Königshof geholt. Dort hat er den König Saul oft aus depressiver Stimmung herausgeholt – David musiziert für den König. Aber König Saul vergeht sich gegen Gott. Deshalb setzt Gott David als den neuen König ein. Saul wird von Eifersucht übermannt, und David flieht. Eine Zeitlang kann David sich verstecken. Aber nun verraten königstreue Menschen seinen Aufenthaltsort. Es lohnt sich, die Vorgeschichte unseres Psalms in einer ruhigen Minute oder Viertelstunde nachzulesen – im ersten Buch Samuel ab Kapitel 16. Dann wird ganz klar, wie ausweglos die Situation ist, in der David diesen Psalm schreibt.

David beschreibt seine Situation

David bittet Gott um Hilfe. Er ruft sich Gottes Größe und Kraft in Erinnerung. Und David nimmt sich Zeit, Gott seine Situation zu schildern. Er beschreibt Einzelheiten: seine Gegner sind stolz, sie sind Gewalttäter und haben Gott nicht vor Augen.

Da frage ich mich selbst: Wie geht es mir an diesem Punkt? Viel zu oft tue ich im Alltag einfach Dinge, ohne mich vorher bei Gott nach seinem Plan zu erkundigen. Bringe ich dadurch vielleicht andere Menschen in Not? Gott vor Augen zu haben, das will ich mir vornehmen. Bei allem, was ich tue.

David kommt zur Ruhe

David schüttet also sein Herz bei Gott aus. Er schildert seine Situation in allen Einzelheiten. Wie geht der Psalm nun weiter? Wird David sich in Anklagen und Bitterkeit hineinsteigern? Nein, das passiert nicht. David macht erst einmal eine Pause. Das wird durch das Wörtchen „Sela" angezeigt, das in vielen Übersetzungen steht. Es kann nicht direkt übersetzt werden – ich muss es umschreiben. Wahrscheinlich bedeutet es so viel wie „Moment der Besinnung". Ich deute es so: David betet ohne Worte weiter. Er hat seine Situation Gott hingelegt. Nun ist er gespannt, was sich tut. „Beten ist Reden mit Gott und Hören." Vielleicht kennt David diese Weisheit schon. Und es tut sich tatsächlich etwas: David bekommt eine neue Sicht. Er lässt sich von Gott die Augen öffnen für die Realität hinter der sichtbaren Welt. Sein Gebet verändert sich grundlegend. Er ist sich gewiss: Gott hat die Situation in der Hand. Er wird ihm heraushelfen. Vielleicht erinnert David sich auch neu an seine Berufung. Er ist ja bereits als König von Israel eingesetzt! Auch wenn das gerade noch nicht sichtbar ist.

Da erkenne ich eine Parallele zu unserer heutigen Zeit: Jesus, ein Nachkomme Davids und gleichzeitig Gottes Sohn, ist schon Herr dieser Welt! Als er diese Welt verlässt, sagt er seinen Jüngern: „Mir ist alle Macht gegeben – im Himmel und auf der Erde." Aber die Königsherrschaft von Jesus ist für uns noch nicht sichtbar. Noch kann das Böse sich scheinbar ungehindert austoben.

David bekommt eine neue Perspektive

Wieder zurück zu David, dem gesalbten, aber noch nicht gekrönten König. Seine Situation hat sich noch nicht geändert. Sie ist noch genauso bedrohlich und ausweglos wie vorher. Aber nach einem

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