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Falscher Weg

Published 4 hours ago
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Der Bibeltext Hosea 8,1-14 – ausgelegt von Norbert Höllstin.

Ein Weckruf zur rechten Zeit

Neulich habe ich einen Radfahrer beobachtet. Er fuhr neben dem eigentlichen Radstreifen auf der Fahrbahn. Von hinten näherte sich eine Polizeistreife. Plötzlich ertönte kurz das Martinshorn. Dann war aus dem Lautsprecher des Streifenwagens laut und für alle vernehmbar die Aufforderung zu hören: „Bitte fahren Sie auf dem Radweg!" Ein deutlicher Weckruf, dass die Person auf dem falschen Weg unterwegs ist.

Für die Israeliten ist es auch an der Zeit, dass sie aufgeweckt werden. Hosea soll in die Posaune stoßen. Die Israeliten wissen, was es bedeutet, wenn sie den Ton des Schofar hören. Das kennen sie seit dem Aufbruch aus der Sklaverei in Ägypten. Doch wenn Hosea die Posaune bläst, ist dies kein Zeichen zum Aufbruch. Es ist ein Zeichen zum Stehenbleiben.

Adlerflug und falsche Bündnisse – Hoseas Botschaft ans Gottesvolk

Wenn ich mit unserem Hund in Wald und Wiese unterwegs bin, kann ich hin und wieder Raubvögel beobachten. Langsam kreisen sie in der Luft. Sie erspähen und fixieren ihre Beute. Schließlich stoßen sie im Sturzflug hinunter, um sich ihre Beute zu greifen.

Das Bild des Adlers, der auf Beutezug ist, greift Hosea auf. Zwar beten die Menschen heuchlerisch zu Gott, aber ihre Bekenntnisse bleiben Lippenbekenntnisse. Nachbarstaaten greifen nach dem Nordreich und nach dem Südreich. Wie Tentakel strecken sie ihre Fangarme nach ihnen aus. Die Könige von Israel und Juda lassen sich von den fremden Mächten umgarnen und hoffieren. Fadenscheinige Bündnisse werden geschmiedet. Sie sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. Das ersterwählte Gottesvolk biedert sich an und verkauft sich wie eine Hure. Das eigene Profil verschwindet. Und wer kein Profil hat, ist für andere uninteressant und wertlos. Mit dem will sich niemand abgeben. Den will am Ende niemand haben. Der geht unter. Die ersten Könige standen noch gesalbt unter Gottes Schutz. Inzwischen herrschen die neuen Machthaber immer mehr nach weltlichen Gesichtspunkten. Übermächtig ist die Verführung. Jahwe wird nicht mehr verehrt. Stattdessen schaffen sich die Menschen vergängliche Götzen. Die Gebote Jahwes werden vergessen und in den Wind geschlagen. Doch wer Wind sät, wird Sturm ernten. So prophezeit es Hosea. Da hilft es auch nicht, mit oberflächlichen Opferfesten Gott besänftigen zu wollen. Mit Psalmen ihn zu erinnern, wie gnädig, barmherzig und geduldig Gott ist, wie zum Beispiel in Psalm 145, Vers 8. Irgendwann ist das Maß voll. Gott hat die Faxen dicke. Denn Gott ist auch ein eifernder Gott, nachzulesen in 2. Mose 20, Vers 5. Er lässt die Menschen lange gewähren. Aber nun ist es Zeit, einzugreifen. Hinaus aus dem gelobten und verheißenen Land.


Neue Götzen und verlorene Orientierung – Hoseas Botschaft heute

Auch heute werden Bündnisse in Frage gestellt. Vereinbarungen zwischen Staaten werden getroffen, die wenig später schon wieder auf der Kippe stehen. Verträge, die einst in guter Absicht geschlossen wurden, laufen aus und werden nicht verlängert. In den Schaltzentralen der Macht sitzen zunehmend Menschen, die den Begriff Menschenwürde nicht kennen oder nicht ernst nehmen. Sie fragen nicht nach Gott, von dem Hosea spricht. Die Begierde nach kleinen Ländern wächst. Feindseligkeiten und kriegerische Auseinandersetzungen häufen sich rund um den Globus. Wer sich nicht positioniert und zu seinen Werten bekennt, wird bedeutungslos.

Wir befinden uns in einer neuen Zeit der Aufklärung. Fast täglich werden uns neue Götzen präsentiert. Götzen, die um uns buhlen und uns in ihren Bann ziehen wollen. Wissenschaftlichkeit ist einer davon und nimmt manchmal groteske Züge an. Dies in einer Weise, dass alles hinterfragt und in Zweifel gezogen wird. Eingeschlossen die Autorität des Wortes Gottes, beurkundet und verbrieft in der Heiligen Schrift. Das Recht auf Selbstbestimmung hat einen höhere

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