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Back to EpisodesGott – eine Quelle
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Ein altes Lied – zeitlos aktuell
„Psalmen sind Lieder aus uralten Zeiten. Psalmen sind Lieder aus dem Heiligen Land. Bettler und Könige sangen sie gerne und durch die Bibel sind sie weltbekannt."
So heißt es in einem Kinderlied von Hella Heizmann.
Insgesamt sind uns 150 Lieder in dem Buch der Psalmen überliefert. Lieder, die öffentlich gesungen werden. Liedtexte, die gerne zitiert werden. Lobpreis, der in die Anbetung führt.
Die meisten Psalmen sind von David. In seinen Liedtexten beschreibt er, was er wahrnimmt: gesellschaftlich, politisch, zwischenmenschlich. Und er stellt Gottes Größe und Allmacht daneben.
So auch in Psalm 36, den ich nun näher anschaue.
Im ersten Vers heißt es: „Von David, dem Knecht des Herrn, vorzusingen". König David und Knecht? Passt das zusammen? Das Wort „Knecht" ist hier eine ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Abraham, Mose und Josua wurden auch Knechte Gottes genannt. Und somit passt die Bezeichnung auch für König David.
Die Beobachtungen Davids: Gottlosigkeit und Bosheit
In den Versen 2 bis 5 lese ich von den Beobachtungen, die David macht. Eine Bestandsaufnahme, eine Wahrnehmung der Gesellschaft. Und die fällt schlecht aus. Gottlosigkeit in allen Ecken und Enden. Gott spielt keine Rolle mehr, er ist keine Option. Seine Regeln interessieren nicht, und als Rechenschaftspartner ist er nicht gefragt.
Es wird das Verhalten eines Menschen beschrieben, hier Frevler genannt. Er missachtet Gott und setzt seine eigenen Interessen gewaltsam durch. Die Auflistung seiner Taten ist lang. Sein Herz ist voller Sünde. Er hat keine Ehrfurcht vor Gott. Unrecht und Hass, Lüge und Betrug bestimmen sein Denken und Tun. Das Gute will er nicht tun. Er plant bewusst das Böse, sogar nachts denkt er darüber nach.
Auch wenn der Psalm von David vor etwa 3.000 Jahren geschrieben wurde, ist er immer noch aktuell.
Viele Menschen leben auch heute ihr Leben ohne Gott. Sie kennen ihn nicht und haben kein Interesse an ihm. Sie setzen sich selbst zum Maßstab.
Es wird zugeschlagen: mit der Faust, wahllos und willkürlich. Und mit Worten. Die sozialen Netzwerke sind voll von verletzenden, verachtenden und verdrehten Kommentaren. Hass macht sich breit.
„Die Worte des Frevlers sind falsch und erlogen" – heißt es in Vers 4. Kann ich mich noch darauf verlassen, was der andere sagt? Ist es wirklich wahr? Wem kann ich noch glauben? Misstrauen wächst in den Beziehungen.
Das Böse geschieht nicht nur im Affekt. Manches ist von langer Hand geplant. Denken Sie nur an Kriege, Intrigen, Verleumdung und Missbrauch.
Soweit Davids Beobachtungen der Menschheit.
Gottes Wesen: Güte, Wahrheit und Gerechtigkeit
Gott sei Dank wendet er den Blick nach dieser traurigen Bestandsaufnahme auf Gott. Und er erkennt, dass Gottes Wesen ganz anders ist.
Statt von Boshaftigkeit und Lügen, wie beim Frevler, lese ich in Vers 6 von Gottes Güte und Wahrheit. Ein ermutigender Vers: „Herr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen." Und das ist wirklich gigantisch: der Himmel – so groß, so weit, so unfassbar. Gottes Güte und Gnade sind unbegrenzt. Die Wolken vergleicht David mit der Wahrheit: Sichtbar, eindeutig, mächtig, wichtig.
In Vers 7 finde ich weitere Bilder aus der Natur für die Wesensmerkmale Gottes. Seine Gerechtigkeit wird mit unerschütterlichen und feststehenden Bergen verglichen. Wie sehr wünsche ich mir Gerechtigkeit und vermisse sie so oft: soziale Gerechtigkeit und Teilhabe, faire Entlohnung, keine Diskriminierung und Mitspracherecht. Auch wenn Politik und Gesellschaft sich für Gerechtigkeit einsetzen, gelingt es nur partiell. Anders bei Gott. Seine Urteile, sein Recht gründen tief wie das Meer. In diesem Ausmaß, zwischen den höchsten Erhebungen und den tiefsten Gründe