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Back to Episodes„Was für ein Text! Oh, Mann!“
Description
Ein erster Eindruck: Trocken und unverständlich?
„Was für ein Text! Oh, Mann!“
Hosea 2, 1–3 erscheint mir so richtig langweilig. Wie eine trockene Abhandlung von einem technischen Bericht, von dem ich eigentlich nichts verstehe. Natürlich habe ich auch Gott gebeten, dass er mir eine gewisse Idee eingeben möge. Aber es passierte nicht wirklich etwas. Meine Gedanken blieben nur immer wieder am letzten Vers „Nennt eure Brüder „Mein Volk“ und eure Schwestern „Erbarmen“ hängen.
Gottes Volk und seine Untreue – ein wiederkehrendes Thema
Ein Klassiker. Es geht um die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk und dessen Untreue gegenüber ihm. Davon wird im Alten Testament oft genug berichtet. Ein Beispiel dafür ist, als Mose das Volk Israel aus Ägypten herausführt. Obwohl Gott Israel ja befreit hat, baut sich das Volk ein goldenes Kalb zum Anbeten, sobald Mose nicht mehr bei ihm ist. Absurderweise geschieht dies, als Mose von Gott die Gebote für das Volk Israel empfängt, die so beginnen: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (2. Mose 20,2–3)
Aber wie ist das mit dem heutigen Bibeltext? Habe ich den eigentlich wirklich verstanden? Oder will Gott mich mehr wissen lassen, außer dass Israel ihm gegenüber untreu gewesen ist? Grundsätzlich geht es erst einmal darum, dass der Prophet Hosea eine Zeichenhandlung erlebt. Gott gibt ihm den Auftrag, eine Prostituierte zu heiraten, nämlich Gomer. Zwar ist Gomer eine wunderschöne Frau, die Hosea sich vielleicht auch von tiefstem Herzen gewünscht hat. Aber natürlich ist diese Ehe damals ein echter Gesellschaftsskandal. Seinen künftigen Kindern muss er obendrein z. B. noch die Namen „Nicht mein Volk“ und „Kein Erbarmen“ geben. Trotzdem befolgt Hosea Gottes Anweisung.
Gomer aber bleibt nicht bei Hosea, obwohl Hosea Gomer liebt. Sie wird Hosea für einen anderen Mann und wegen Geld verlassen. Was für ein Schmerz, den Hosea an dieser Stelle erfährt! Hosea erlebt genauso einen Schmerz, wie Gott ihn mit seinem Volk erlebt, das ihm gegenüber abtrünnig ist.
Der Schmerz der Zurückweisung – menschlich und göttlich
Viele von uns kennen einen ähnlichen Schmerz. Wie oft ist es so, dass ich von meinen Kindern oder mir nahestehenden Menschen wirklich enttäuscht werde. Die Kinder haben eine völlig andere Vorstellung vom Leben als die Eltern. Als Eltern geben wir den Kindern Rat zum Leben. Gleiches gilt auch für Freunde oder Verwandte bzw. mir nahestehende Menschen. Schließlich meine ich es ja gut mit ihnen. Und ich möchte sie vor schlimmen Unannehmlichkeiten bewahren. Doch die Kinder oder Freunde bzw. Verwandten hören nicht auf mich und gehen ihren eigenen Weg. Umso schlimmer, wenn der Weg sich als Irrweg herausstellt und eventuell negative Konsequenzen nach sich zieht.
Auch die Bibel kennt solche Geschichten. So erzählt Jesus, der Sohn Gottes, viel später gemäß dem Lukasevangelium das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Dieser ist behütet und bewahrt aufgewachsen. Statt aber wie sein Bruder den Vater zu Hause bei der Arbeit zu unterstützen, verlangt er die Auszahlung des Erbes. Er will ein Leben in Luxus leben. Sicher ist der Vater an dieser Stelle nicht erfreut. Der Sohn verschwendet das Geld und kümmert sich nicht um die Familie. Das ist genauso verletzend, wie wenn Gott sich um sein Volk bemüht, dieses sich aber von ihm abwendet. Gleiches gilt sicher auch für mich als Christin, wenn ich mein Herz vor dem himmlischen Vater verschließe.
Wie aber reagiere ich, wenn ich innerlich so stark verletzt werde? Häufig bin ich wütend und schlage die innere Tür meines Herzens zu. Ich rede evt. nicht mehr mit der anderen Person. Vielleicht ist es sogar noch schlimmer. Ich verstoße meine Kinder oder Freunde, obwohl sie meiner Hilfe bedürfen. V