Episode Details
Back to EpisodesHRF 238 | Port Said 2012 – Der Staat gegen die Kurve
Description
In dieser Folge geht es nach Ägypten – zu einem Ereignis, bei dem Fußball, Revolution, staatliche Gewalt und Erinnerung aufeinanderprallen: Port Said 2012.
Am 1. Februar 2012 spielen Al-Masry und Al Ahly gegeneinander. Nach dem Spiel sterben mehr als 70 Menschen, viele von ihnen Fans von Al Ahly. Was zunächst wie eine Stadionkatastrophe wirkt, wird schnell zu einer größeren Frage: War es Gewalt zwischen Fangruppen, massives Versagen der Sicherheitskräfte – oder erzählt Port Said etwas über das Verhältnis zwischen Staat, Polizei und organisierter Fankultur nach der Revolution von 2011?
Gemeinsam mit dem Journalisten Sofian Philip Naceur sprechen wir über die ägyptischen Ultras, ihre Rolle während der Proteste, den Konflikt mit dem Sicherheitsapparat und die Frage, warum organisierte Fankultur für einen autoritären Staat gefährlich werden kann.
Es geht um Al Ahly und Zamalek, um die Revolution von 2011, um Port Said, um den Tod von Zamalek-Fans 2015 und darum, was von dieser Bewegung bis heute geblieben ist.
Diese Folge romantisiert Ultras nicht. Sie fragt, warum sie in Ägypten so wirkmächtig werden konnten – und warum ihre Präsenz im öffentlichen Raum politisch wurde. Fußball ist nie nur Fußball. In dieser Folge vielleicht ganz besonders. Weiterführende Links zur Folge
Wer nach der Folge tiefer einsteigen möchte, findet hier Texte, Hintergründe und Analysen zu Port Said, den ägyptischen Ultras, Repression, Revolution und Fußball als politischem Raum.
Sofian Philip Naceur: „Ägypten: Staat gegen Ultras“
Der wichtigste Einstieg zur Folge: Sofian Philip Naceur beschreibt den Konflikt zwischen ägyptischen Ultras und Staatsmacht, die Folgen von Port Said, die Rückkehr der Fans und den Tod von Zamalek-Anhängern 2015.
Sofian Philip Naceur bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Informationen zu Sofians journalistischer und politischer Arbeit zu Ägypten, Algerien, Nordafrika, Repression, Gesellschaft und internationalen Machtverhältnissen.
Guardian: „Egypt football violence: ‘I saw people with knives and swords’“
Ein zeitnaher Bericht zu Port Said 2012 mit Augenzeugenstimmen, ersten Deutungen und der Frage, warum dieses Spiel schnell weit mehr wurde als eine gewöhnliche Stadionkatastrophe.
Guardian: „Egypt football violence: hooliganism on the surface, state thuggery underneath“
Ein Kommentar, der Port Said politisch einordnet: nicht nur als Gewalt zwischen Fans, sondern als Ereignis im Schatten von Revolution, Polizei, Sicherheitsapparat und tiefem Staatsmisstrauen.
The New Yorker: „Soccer, Riot, and Revolution in Egypt“
Eine erzählerische Einordnung zu Port Said, den Protesten danach und der Frage, warum Fußball, Revolution und staatliche Gewalt in Ägypten so eng miteinander verbunden waren.
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