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Hintergrund und Entstehung des Hebräerbriefs
Wir waren gerade Hörerinnen und Hörer oder Mitleser des Hebräerbriefs, der seit Anfang Mai in dieser Sendung „Bibel heute" in 13 Kapiteln in Tagesabschnitten besprochen wurde. Heute geht es um den Schlussteil des Briefes mit dem Kapitel 13. Erinnern Sie sich noch an den Anlass und die Herkunft des Briefes?
Er wurde vermutlich in den Jahren 70–80 n. Chr. geschrieben. Der Autor ist unbekannt, er war ein Vertreter der 2. frühchristlichen Generation, wahrscheinlich ein Lehrer. Genaueres wissen wir nicht. Der damalige Kirchenvater Origenes meinte: „Wer den Brief geschrieben hat, die Wahrheit weiß Gott allein."
Die Adressaten des gesamten Hebräerbriefs sind wohl die „Hebräer" in Italien, die frühchristlichen Gemeinden dort.
Wir Christen heute im Jahr 2026 können so in der Nachfolge der Urchristenheit auch Adressaten und Empfänger des Hebräerbriefs sein. Jetzt in der Sprache und Übersetzung ins Heute. Der Brief ist also auch an uns gerichtet.
Parallelen zwischen damals und heute
Was ist seine Botschaft für heute? Ich entdecke einige Parallelen zwischen der jungen Christenheit 70–80 Jahre nach Jesu Geburt zu heute, knapp 2000 Jahre später:
Da wird von Ermüdungserscheinungen berichtet, damals wie heute. Von der bewussten Abkehr der empfangenen Gnade Gottes.
Das gesellschaftliche Umfeld damals und auch heute ist abweisend gegenüber der Botschaft Gottes und Jesu. Es gab und gibt Zweifel an der Gültigkeit der Verheißungen Gottes. Die Menschen damals und auch viele Mitmenschen erlebe ich „glaubensmüde". Vielleicht sind wir heute „schwerhörig" für alles, was christliche Botschaft ist? Es gibt heute so viel Wichtigeres im Netz, online und in Social Media. Der Zulauf auch der jungen Generation ist fast zusammengebrochen.
Passt dieser Brief mit seiner Botschaft noch in unseren Alltag?
Damals wie heute wurden die Gottesdienste seltener besucht. Die, die noch dabei geblieben sind, erlebe ich eher als verunsichert, man spricht von „erschlafften Händen" und „wankenden Knien". Trotzdem funktionieren noch viele Ortsgemeinden, sie leben Begegnung, soziales Miteinander von jung bis älter, meist nur älter. Festtage wie Weihnachten und Gemeindefeste, Konfirmation und Taufe werden noch gefeiert, Gott sei Dank. Aber was fehlt, was ist verloren gegangen in den Gemeinden damals und heute bei uns?
Der Hebräerbrief wird als „Mahnrede" bezeichnet. Aber „Mahnen" lassen sich die meisten nicht gern, das fühlt sich unangenehm an.
Der Kern der Botschaft: Ein neuer Weg Gottes
Schauen Sie mit mir auf den Kern der Botschaft unseres heutigen Schlussteils des Briefes.
Dort heißt es: Lasst euch nicht verunsichern.
Es geht um das Wesentliche der Gottesbotschaft: Auf dem Hintergrund und den Erfahrungen des jüdischen Volkes, beschrieben und dokumentiert im Alten Testament:
Es ist etwas Neues geschehen. Nach den bisherigen Bräuchen und Gesetzen, den Ritualen mit Blutopfern und dem Hohepriester hat Gott den Entschluss gefasst, einen neuen Weg zu den Menschen zu gehen. Er hat seinen Sohn Jesus als Mensch zu seinen Menschen geschickt, weil er sie so sehr liebt.
Bethlehem und Golgatha, Ostern und Himmelfahrt sind die Stationen des Weges Jesu bei uns hier auf der Erde. Er hat durch sein Blut den ewigen Bund in Kraft gesetzt. Auferstanden, beim Vater an seiner Seite, ist ER der neue und einzige „Hohepriester".
Unsere Sünden hat ER auf sich genommen, damit wir leben dürfen. Jesus sagte selbst: Ich bin der alleinige Zugang zum Vater, dem Dreieinigen Gott. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.
Die Botschaft für uns heute: Es gibt kein neues Angebot Gottes an uns! Wir müssen nicht auf ein neues warten und spekulieren. Gottes Entscheidung von vor über 2000 Jahren ist gültig – damals und heute!
Wir warten Sein, wir warten auf Ihn, wir