Episode Details
Back to EpisodesGebetsanliegen des Papstes | Juni
Description
Im Juni bittet der Heilige Vater besonders für die Werte des Sports. Wir beten, dass der Sport ein Instrument des Friedens, der Begegnung und des Dialogs unter den Kulturen und Nationen sei und die Werte wie Respekt, Solidarität und persönliches Wachstum fördere.
Musik
The kingdom of God ©, Laudate omnes gentes, ® Ateliers et Presses de Taize. France.
The kingdom of God © Taizé Instrumental ® Ateliers et Presses de Taizé. France.
In the Lord is my joy © Margaret Rizza & Kevin Ducan
Auszug aus der Predigt
In dem Schreiben “Das Leben in Fülle. Über die Bedeutung des Sports” schreibt Papst Leo Anfang Februar 2026: “Auch heute spielt der Sport in den meisten Kulturen weiterhin eine bedeutende Rolle. Er bietet einen privilegierten Raum für Beziehungen und Dialog mit unseren Brüdern und Schwestern, die anderen religiösen Traditionen angehören, sowie mit denen, die sich zu keiner davon bekennen. […] Denken wir beispielsweise an einen längeren Ballwechsel im Tennis: Der Grund, warum dies einer der unterhaltsamsten Teile eines Spiels ist, liegt darin, dass jeder Spieler den anderen an die Grenzen seines Könnens bringt. Diese Erfahrung ist begeisternd, und die beiden Spieler spornen sich gegenseitig an, besser zu werden; dies gilt für zwei zehnjährige Kinder ebenso wie für zwei Weltklasseprofis.
Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen nicht nur durch Geld oder Ruhm motiviert werden, vielmehr können sie Freude und innere Befriedigung aus den Tätigkeiten ziehen, die sie ausüben, wenn sie diese also aufgrund ihrer Wertes selbst schätzen. Insbesondere ist beobachtet worden, dass Menschen Freude empfinden, wenn sie sich einer Tätigkeit oder einer Beziehung voll und ganz hingeben und über den Punkt hinauswachsen, an dem sie sich befanden, gewissermaßen eine Vorwärtsbewegung vollziehen. Derartige Dynamiken fördern das Wachstum des Menschen in seiner Gesamtheit.
Während einer sportlichen Aktivität konzentriert sich die Person zudem häufig vollständig auf das, was sie tut. Es kommt zu einer Verschmelzung von Handlung und Bewusstsein, sodass kein Raum mehr für eine explizite Aufmerksamkeit für sich selbst bleibt. In diesem Sinne unterbricht ein solches Erleben die Neigung zum Egozentrismus. Zugleich berichten die Menschen von einem Gefühl der Verbundenheit mit ihrer Umgebung. Bei Mannschaftssportarten wird dies in der Regel als Verbundenheit oder Einheit mit den Mitspielern empfunden: Die Spieler sind nicht mehr auf sich selbst bezogen, da sie Teil einer Gruppe sind, die ein gemeinsames Ziel verfolgt. Papst Franziskus hat diesen Aspekt mehrfach hervorgehoben, wenn er junge Sportler dazu ermutigte, Teamplayer zu sein. Er sagte beispielsweise: »Spielt mit der Mannschaft, als Team! Die Mitgliedschaft in einem Sportverein bedeutet, dass man jede Form des Egoismus und der Selbstisolierung ablehnt. Sie ist eine Gelegenheit, anderen Menschen zu begegnen und mit ihnen zusammen zu sein, sich gegenseitig zu helfen, den Wettkampf in gegenseitiger Achtung auszutragen und in der Geschwisterlichkeit zu wachsen.«
Wenn Mannschaftssportarten nicht vom Profitstreben verdorben sind, bringen sich junge Menschen für etwas ein, das ihnen sehr wichtig ist. Dabei handelt es sich um eine großartige Möglichkeit zur Persönlichkeitsbildung. Es ist nicht immer einfach, die eigenen Fähigkeiten zu erkennen oder zu verstehen, wie sie für die Mannschaft nützlich sein können. Überdies bringt die Zusammenarbeit mit Gleichaltrigen manchmal die Notwendigkeit mit sich, Konflikte zu bewältigen, mit Frustrationen und Misserfolgen umzugehen. Man muss sogar lernen, zu vergeben. Auf diese Weise entwickeln sich grundlegende persönliche, christliche und bürgerliche Tugenden.
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