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#795 Was verdient die Zürcher Justiz? Löhne, Status und Freiheit

Published 1 month, 1 week ago
Description
Duri Bonin und Nina Langner über Lohnklassen im Kanton Zürich, Auditorinnen, Gerichtsschreiber, Staatsanwältinnen, Richterlöhne und die Frage, ob Geld Sicherheit, Status oder Freiheit schafft

Eine Zahl aus den USA sprengt die Vorstellungskraft: durchschnittlich 9 Millionen US-Dollar Gewinn pro Equity-Partner. Daneben wirken Zürcher Justizlöhne zunächst fast bodenständig – bis man sie schwarz auf weiss durchgeht: Auditoriat, Gerichtsschreiber, Assistenzstaatsanwältin, Staatsanwalt, Bezirksrichterin, Obergericht. Dann wird aus Neugier schnell eine ernsthafte Frage: Was soll juristische Arbeit wert sein?

Ausgangspunkt dieser Folge ist ein Zufall im Zug: Nach der letzten Aufnahme kommt Duri Bonin mit einem befreundeten Anwalt ins Gespräch über Geld, US-Kanzleien und die Löhne in der Schweizer Justiz. Daraus entsteht mit Nina eine Folge über Lohnklassen, Lohnstufen, öffentliche Justizstellen, Strafverteidigung, richterliche Unabhängigkeit und die Frage, ob man im juristischen Beruf Sicherheit, Freiheit, Einfluss oder möglichst viel Geld sucht. Die im Gespräch genannten Zahlen sind gerundet und hängen im Einzelfall von Funktion, Lohnstufe, Ausbildung, Erfahrung, Pensum, Zulagen und Zeitpunkt ab.

Darum geht es in dieser Folge

  • Warum US-Kanzleizahlen wie bei Quinn Emanuel das Bild von Anwaltslöhnen verzerren können
  • Weshalb man in der Schweiz eher über grosse Zahlen spricht als über den eigenen Lohn
  • Was ein Auditoriat im Kanton Zürich finanziell bedeutet
  • Wie Lohnklassen und Lohnstufen im Zürcher Lohnsystem funktionieren
  • Wo Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber im Lohngefüge stehen
  • Was eine Assistenzstaatsanwältinnen verdient
  • Was Staatsanwältinnen, leitende Staatsanwälte und Oberstaatsanwältinnen ungefähr verdienen können
  • Warum der Lohn von Richterinnen und Richtern mit richterlicher Unabhängigkeit zusammenhängt
  • Weshalb das Obergericht Zürich lohnmässig in einer eigenen Liga spielt
  • Was das Anwaltspatent, Berufserfahrung und der persönliche «Rucksack» für die Einstufung bedeuten
  • Warum die amtliche Verteidigung wirtschaftlich ganz anders funktioniert als Grosskanzlei-Litigation
  • Welche Gerechtigkeitsfragen sich stellen, wenn Lohn vor allem mit Alter und Dienstjahren steigt
  • Warum Geld in der Juristerei nicht nur Einkommen bedeutet, sondern Optionen
  • Was juristische Karrieren zwischen Status, Sicherheit, Freiheit und Einfluss unterscheidet

Der Einstieg ist absurd: 9 Millionen US-Dollar Gewinn pro Equity-Partner, 750’000 Dollar pro Monat, Milliardenumsätze und Margen, die mit dem Alltag einer Schweizer Strafverteidigung nichts zu tun haben. Solche Zahlen schaffen Bilder. Sie prägen, was Öffentlichkeit, Justiz und vielleicht auch junge Juristinnen und Juristen unter «Anwaltslohn» verstehen. Nur: Zwischen US-Litigation, Zürcher Wirtschaftskanzlei, Einzelkanzlei, amtlicher Verteidigung und kantonaler Justiz liegen Welten.

Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf die Zürcher Justiz. Denn dort sind die Zahlen nicht geheimnisvoll, sondern strukturiert: Lohnklassen, Lohnstufen, Funktionen, Erfahrung, Ausbildung. Wer als Auditorin oder Auditor startet, befindet sich in einer Übergangsphase zwischen abgeschlossenem juristischem Studium, Ausbildung und Vorbereitung auf das Anwaltspatent. Der Lohn ist kein Kanzleilohn, aber er ist auch nicht einfach Praktikumsgeld. Er gehört zu einer institutionellen Laufbahn.

Bei Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreibern zeigt sich die Spannung besonders deutlich. Der Lohn ist gut genug, um für junge Juristinnen und Juristen attraktiv zu sein – und damit konkurrenziert die Justiz unmittelbar Anwaltskanzleien, die ebenfalls Nachwuchs suchen. Wer in einer Kanzlei ausbildet, muss sich fragen, was man ausser Geld bietet: Verantwortung, Nähe zu Mandaten, Freiheit, Tempo, Ausbildung, Perspektive.

Ähnliches gilt für Assistenzstaatsanwältin

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