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E-Scooter: kleine Räder, großes Risiko - mit Prof. Lars Wojtecki
Description
Klinisch Relevant – Sonderfolge: Lars ma’hören
E-Scooter: Kleine Räder, großes Risiko? Mit: Prof. Lars Wojtecki
Worum geht’s in dieser Folge?
E-Scooter gehören inzwischen selbstverständlich zum Stadtbild. Sie gelten als praktisch, flexibel und umweltfreundlich. Doch wie sicher sind sie eigentlich?
In dieser Ausgabe von „Lars ma’hören“ wirft Prof. Lars Wojtecki einen Blick auf aktuelle Unfallanalysen und diskutiert, warum viele schwere E-Scooter-Unfälle nicht durch andere Verkehrsteilnehmer verursacht werden – sondern durch scheinbar harmlose Hindernisse und menschliche Faktoren.
Die Datenlage
Grundlage der Folge ist eine große Unfallanalyse der Björn Steiger Stiftung, die schwere und tödliche E-Scooter-Unfälle untersucht hat.
Ein zentrales Ergebnis:
- Rund 45 % der schweren und tödlichen E-Scooter-Unfälle sind Alleinunfälle.
- In diesen Fällen sind keine anderen Verkehrsteilnehmer beteiligt – lediglich Fahrer:in, Roller und Sturz.
Zentrale Erkenntnisse
1. Die Gefahr steckt oft im Detail
Mehr als 90 % der Alleinunfälle werden durch kleine Hindernisse ausgelöst:
- Bordsteinkanten
- Bodenwellen
- Unebenheiten
- Steine oder Schlaglöcher
- spontane Ausweichmanöver
Was für Fahrradfahrer:innen oft harmlos erscheint, kann auf dem E-Scooter schnell zum Kontrollverlust führen.
2. Alkohol spielt eine wichtige Rolle
Ein weiterer Befund: Bei Alleinunfällen findet sich überdurchschnittlich häufig Alkoholkonsum.
Bereits geringe Mengen Alkohol können beeinträchtigen:
- Gleichgewicht
- Koordination
- Reaktionsfähigkeit
- Stabilitätskontrolle
Gerade beim E-Scooter reichen minimale Verzögerungen in der Ausgleichsbewegung aus, um einen Sturz auszulösen.
3. Warum sind E-Scooter so instabil?
Die Konstruktion bringt einige physikalische Nachteile mit sich:
- kleine Räder
- hohe Schwerpunktlage
- stehende Fahrposition
- geringe Fahrstabilität
Kommt es zu einem abrupten Stopp des Vorderrads, bewegt sich der Körper weiter nach vorne – oft mit direkter Sturzfolge.
4. Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern
Nur ein kleinerer Anteil der schweren Unfälle entsteht durch Zusammenstöße.
Typische Szenarien:
- Abbiegeunfälle
- Übersehen von E-Scooter-Fahrenden
- Kollisionen mit Pkw
Besonders häufig sind Situationen, in denen andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit oder Position des Scooters falsch einschätzen.
5. Der Kopf ist besonders gefährdet
Die gute Nachricht: Die meisten E-Scooter-Unfälle verlaufen glimpflich.
Kommt es jedoch zu schweren Verletzungen, betrifft dies besonders häufig: den Kopf.
Etwa die Hälfte der schweren Verletzungen betrifft den Kopfbereich – ein Befund mit hoher Relevanz für Notfallmedizin, Neurologie und Neurochirurgie.
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
Die Unfallforscher diskutieren verschiedene Präventionsmaßnahmen:
- konsequenter Verzicht auf Alkohol
- stärkere Nutzung von Fahrradhelmen
- Geschwindigkeitsbegrenzungen
- technische Anpassungen der Fahrzeuge
Ein besonders interessanter Ansatz: ➡️ größere Räder.
Schon kleine technische Veränderungen könnten die Stabilität deutlich verbessern und das Unfallrisiko reduzieren.
Take-Home Messages
- Viele schwere E-Scooter-Unfälle sind Alleinunfälle.
- Kleine Hindernisse reichen häufig aus, um einen Sturz auszulösen.
- Alkohol verstärkt d