Episode Details
Back to Episodes
Der KI-Agent als Führungskraft: Wer führt hier wen? Dominic von Proeck (330)
Description
„Wir werden in unserem Unternehmen nicht mehr als 10 Menschen beschäftigen."
Einmal angenommen Du würdest ein Weiterbildungsunternehmen aufbauen und hättest Dir selbst Skalierungsgrenzen gesetzt. 10 Mitarbeiter, dann ist Schluss. Wie könntest Du trotzdem wachsen? Dominic von Proeck hat Leaders of AI als Akademie und als Forschungslabor gegründet. Sein Unternehmen arbeitet mit zehn menschlichen Mitarbeitenden und 53 aktiven KI-Agenten im innersten Kern, weitere 150 befinden sich in der Verprobung. Mit aller Konsequenz. Dominic ist überzeugt: Wer Ineffizienz immer mit Einstellungen löst, versteht seine Prozesse nie.
Der Workflow mit einer hybriden Workforce Leaders of AI arbeitet nicht nur mit einer gemischten Workforce. Es gibt im Unternehmen auch eine erste KI-Führungsebene. Jürgen ist Teamleiter, Helga ist Personalerin und stellt neue Agenten ein, Hansi schreibt seit zweieinhalb Jahren alle LinkedIn-Beiträge, und Elena ist Dominics strategische Sparring-Partnerin, die Ideen knallhart challengt. Und auch sie kennt Grenzen: Zu viele Direct Reports, schlechtere Qualität, genau die gleichen Herausforderungen in humanen Teams. Was sich dabei zeigt: Wer gut führt, führt auch KI gut. Und wer KI gut führt, ist möglicherweise bereit für ein menschliches Führungsmandat. Das Zusammenspiel aus KI und Mensch hat enormen Einfluss auf die Unternehmenskultur. Und bringt immer mehr die Erkenntnis zum Vorschein: Tomorrow is human. Mehr KI rückt den Menschen noch stärker ins Zentrum.
Das KI-Nervensystem und die Entdeckung des heimlichen Knotenpunkts. Als Dominics Team die eigene Organisationsstruktur analysieren wollte, lehnte er Fragebögen ab. Stattdessen entwickelten sie ein KI-Nervensystem aus Kommunikationsdaten. Sie durchforsteten Slack-Kanäle, Kalender, Interaktionsmuster, die tagesaktuell zeigen, wie Entscheidungen wirklich getroffen werden. Der erste Gänsehautmoment: Die KI identifizierte heimliche Knotenpunkte der Organisation, ohne deren Rollen zu kennen, und Kommunikationsmuster, ohne Meetings aufzuzeichnen. Aus dieser Analyse entwickelte das Unternehmen eine Organisationsstruktur weg von klassischer Hierarchie hin zu Rollen- und Sinneinheiten.
Worüber wir noch gesprochen haben:
- Die doppelte KI-Schamfalle: Warum Menschen sich gleichzeitig schämen, KI zu nutzen und es nicht zu tun
- Babyboomer-Knick: Warum acht Millionen fehlende Arbeitskräfte die eigentliche Zeitbombe sind
- Analoges Up-Skilling: Warum uns manche analogen Kompetenzen besonders gut auf die digitale Sphäre vorbereiten
- Harvard-Studie: Was erfahrene Führungskräfte besser können als Digital Natives, auch beimbeim Führen von KI
- KI-Wunderglaube: Was in Vorstandsetagen massiv überschätzt wird
Dominic von Proeck führt ein Unternehmen, das die Zumutung der Transformation täglich lebt mit Feedbackgesprächen für KI-Agenten, einer KI-Personalerin namens Helga und dem festen Glauben, dass Beschränkung mehr Designprinzip als Beschränkungsfaktor ist. Das Gespräch mit ihm ist ein Seismograph dessen, was auf Organisationen zurollt. Und eine ernsthafte Einladung, nicht auf den richtigen Moment zu warten.
Interview: Jule Jankowski
Weiterführende Links zu Dominic von Proeck und Leaders of AIG
➡️ Leaders of AI ➡️ Dominic auf LinkedIn
Werbehinweis:
Diese Folge wird unterstützt von quäntchen & glück, einem Kollektiv, das sich Organisationsentwicklung und Facilitation in der Tiefe widmet und ein reichhaltiges Trainingsangebot