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Back to EpisodesEwig und vollkommen
Description
1. Eine vertraute Methode – und ein besserer Weg
Vor wenigen Monaten ist mein Vater im Alter von etwas mehr als 100 Jahren verstorben. Beim Lesen des Bibeltextes wurde ich an ihn erinnert. Mindestens einmal im Monat fragte er mich früher höflich: „Kannst Du mich mal zur Bank fahren?“ Er hatte ausgefüllte Überweisungsträger dabei und wollte gerne wieder seine Kontoauszüge abholen. Ich habe es für mich als „Ausflug mit dem Vater“ verbucht, denn ich kannte einen besseren Weg. So hat er irgendwann auch zugestimmt, dass ich alle seine Bankgeschäfte per Homebanking erledigen konnte, während er mir über die Schulter schaute. Seine alte, vertraute Methode war weder falsch noch schlecht, aber es gab aus meiner Sicht eine bessere.
2. Die alttestamentliche Ordnung: Gesetz, Priester und Sühne
Gott hat im Alten Testament eine Ordnung eingerichtet. Er hat seinem Volk das Gesetz und einen Hohepriester sowie viele nachgeordnete Priester gegeben. Dieses Gesetz hat den Menschen klar gemacht, wie die Beziehung zu ihrem Gott aussehen sollte und wie sie untereinander gut leben konnten. Gleichzeitig spürten die Israeliten aber jeden Tag, dass sie es nicht schafften, diese Regeln einzuhalten. Wann immer sie versagten, hatten sie Sünde auf sich geladen. Und diese trennte sie von ihrem Gott und all seinen Zusagen an Hilfe und Segen, die er versprochen hatte. Das ist bis heute so! Der liebevolle Herr im Himmel ist gleichzeitig der heilige Gott, der mit Sünde keinen Pakt schließen wird. Aber er sehnt sich auch nach den Menschen, die er gewollt und geschaffen hat. So hat er damals einen Weg aufgezeigt, wie die Beziehung zu Gott wiederhergestellt werden kann. Sünde ist in Gottes Augen so gravierend, dass sie nur durch Tod gesühnt werden kann. Damals bereuten Menschen ihre Sünde vor Gott, wenn sie einsichtig waren, und opferten je nach Schwere der Schuld ein kleines oder großes Tier. Durch das Sterben dieses Tiers konnte Gott erkennen, dass es dem Menschen ernst mit seiner Buße war. Daher gab es am Tempel viele Priester, die den Opferdienst taten und den Menschen dann die Vergebung Gottes zusprachen. Das mussten diese Priester auch für sich selbst tun. Einmal im Jahr trat der oberste Priester, auch Hohepriester genannt, im allerheiligsten Inneren des Tempels vor Gott, um für sich und das ganze Volk die Versöhnung für alle Schuld zu erbitten.
3. Das unvollkommene System und Gottes vollkommene Lösung
Der Autor unseres Bibeltextes erklärt, dass das alles aber unvollkommen war: Die Versöhnung geschah immer nur für das, was die Menschen im Rückblick bereuten. Sie mussten immer wieder kommen. Auch die Priester waren vergängliche Menschen, immer wieder andere übernahmen dieses Amt. Viele Tiere starben. Das Problem konnte damals nur punktuell, aber nicht grundsätzlich gelöst werden.
Bis Gott höchst persönlich handelte! Nur er konnte das Problem grundsätzlich und ein für alle Mal lösen! Die Logik ist nachvollziehbar: Einer sollte für alle Schuld der Welt sterben. Einer, der sichtbar machen sollte, dass Gott, der Allmächtige, gleichzeitig heilig ist und Sünde verabscheut, weil sie überhaupt nicht zu ihm passt – und der außerdem voller Liebe zu uns Menschen ist. Deshalb schickte er seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde. Er kam als Baby einer irdischen Mutter zur Welt. An Weihnachten denken Christen daran und feiern diese Geburt. Jesus sollte als Sohn Gottes und gleichzeitig Mensch erleben, was es heißt, ein richtiger Mensch zu sein – mit allen Mühen und Schmerzen, inmitten eines Umfelds voller Lügen, Intrigen, Hass und Brutalität. Dennoch aber war er nie damit verwoben, er blieb ohne Sünde und konnte dadurch das unschuldige Opfer sein, das die Sünde der Welt vor Gottes Angesicht sühnt. Somit wurde Jesus Christus ein Hohepriester, wie es in der Ordnung Gottes schon im Alten Testament vorgesehen war. Allerdings musste er nicht mehr