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Back to EpisodesMeine Ehre oder Gottes Ehre
Description
„Wer von sich aus redet, sucht die eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist glaubwürdig …“ Johannes 7, 18
Es ist ein Satz, der unbequem ist. Denn wenn ich ehrlich bin, steckt in mir dieser Wunsch: gesehen zu werden. Anerkannt zu werden. Gelobt zu werden. Gerade dort, wo ich mich engagiere – im Beruf, in der Familie, in der Gemeinde. Vielleicht sogar besonders dort. Denn wer viel gibt, möchte auch wahrgenommen werden.
Aber Jesus legt hier den Finger auf einen wunden Punkt: Worum geht es mir wirklich? Suche ich meine eigene Ehre – oder Gottes?
Das ist keine einfache Frage. Denn oft vermischt sich beides. Ich tue etwas Gutes – und gleichzeitig freue ich mich, wenn andere es bemerken. Ich diene – und merke doch, wie gut es sich anfühlt, wenn ich dafür Anerkennung bekomme.
Ist das etwa schon falsch? Ich glaube: Es ist zunächst einmal menschlich!
Aber Jesus lädt mich ein, tiefer zu schauen. Nicht nur auf das, was ich tue, sondern auf das, was mich innerlich dazu antreibt.
Woran erkenne ich also, ob ich meine eigene Ehre suche?
Vielleicht an meiner Reaktion, wenn die Anerkennung ausbleibt. Bin ich dann enttäuscht? Fühle ich mich gekränkt und ziehe ich mich beleidigt zurück? Oder wenn jemand anderes gelobt wird – kann ich mich mitfreuen? Oder regt sich ein leiser Neid? Diese kleinen inneren Bewegungen können wie ein Spiegel sein. Sie zeigen mir, was in meinem Herzen wichtig ist.
Bei all dem geht es Jesus aber nicht darum, mich unter Druck zu setzen. Es geht nicht um Selbstoptimierung oder darum, jede falsche Regung auszumerzen. Es geht um eine neue Ausrichtung. Paulus beschreibt das im Römerbrief so: „Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung als ein lebendiges Opfer. Das ist euer wahrer Gottesdienst.“
Ein ganzes Leben – nicht nur einzelne fromme Momente. Ein Dienst für Gott, der nicht auf die Bühne beschränkt ist, sondern im Alltag stattfindet: in Gesprächen, Entscheidungen, kleinen Gesten.
Ich denke dabei an einen Abend in meiner Gemeinde. Ein Lobpreisabend. Der Raum ist ganz anders als sonst gestaltet. Das Kreuz steht nicht vorne auf der Bühne. Es steht mitten im Raum. Alles ist um das Kreuz herum angeordnet: die Stühle, die Lichter, die Musiker – und wir als Besucher. Niemand steht im Mittelpunkt. Keine Bühne, die den Blick auf sich zieht. Alles richtet sich auf dieses eine Zeichen aus. Jesus - der Gestorbene und Auferstandene steht im Zentrum der Anbetung. Ihm allein gilt die Ehre. Ich habe an diesem Abe