Episode Details
Back to Episodes
Kürbis - Gemüse für Anfänger
Episode 142
Published 4 weeks ago
Description
Wirklich einfach, den eigenen Kürbis anzubauen. Keine schwierige Pflege, wenig Aufwand beim Pflanzen - quasi kinderleicht!
Kürbis – Gemüse für Anfänger
Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de
Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de
Man sagt ja, man kann dem Kürbis beim Wachsen zusehen. Stimmt das eigentlich, oder ist das Anglerlatein für Gärtner?
- Absolut kein Latein!
- In der Hochsaison schaffen die Triebe mehrere Zentimeter pro Nacht.
- Pure Magie: Man pflanzt einen kleinen Kern und zwei Monate später ist der halbe Garten „erobert“.
- Weitere Vorteile:
- Beschatten mit ihren riesigen Blättern den Boden,
- Unterdrücken Unkraut,
- Liefern Ernte, die man mit beiden Händen tragen muss.
Die Qual der Wahl: Es gibt doch so viele Sorten - welche Sorte passt zu mir?
- Hokkaido ist toll, weil man die Schale mitessen kann.
- Aber wer den nächsten Level will, probiert eine der ca. 800 anderen Sorten.
- Spaghettikürbis: Fruchtfleisch zerfällt beim Kochen in lange Fasern – quasi die gesunde Low-Carb-Pasta direkt aus der Natur.
- Muskatkürbis (z.B. 'Musquee de Provence'): schmeckt fantastisch, braucht aber viel Platz und Wärme.
- Bischofsmütze: festes Fleisch, süßlich-nussig; sehr harte Schale, die perfekte essbare Suppenschüssel.
Es gibt ja Meldungen, dass Kürbisse bitter werden können – was hat es damit auf sich?
- Nur Saatgut aus dem Handel nehmen! Ausschließlich Speisekürbisse essen!
- Zierkürbisse enthalten giftige Bitterstoffe (Cucurbitacine), die lebensgefährlich sein können.
- Wenn Speisekürbisse bitter schmecken: Sofort weg damit!
Warum soll man keine Samen selbst nachziehen?
- Zierkürbisse enthalten von Natur aus Cucurbitacine. Das sind bittere Giftstoffe, die die Pflanze vor Fraßfeinden schützen. Bei unseren Speisekürbissen wurden diese Stoffe mühsam herausgezüchtet.
- Das Problem: Wenn sich ein Speisekürbis mit einem Zierkürbis kreuzt, schlagen in der nächsten Generation (also aus deinen gesammelten Samen) oft die Gene des Zierkürbisses wieder durch. Du ziehst dir also quasi eine „Gift-Bombe“ heran, die äußerlich wie ein normaler Kürbis aussieht.
- Kürbisse sind extrem kreuzungsfreudig. Es reicht, wenn du einen Speisekürbis im Garten hast und irgendein Nachbar hat Zierkürbis-Sorten zur Deko. Bienen fliegen munter hin und her.
- Die Goldene Regel: Auch wenn es schwerfällt: Kauf jedes Jahr frisches, zertifiziertes Saatgut. Das Risiko einer Vergiftung ist den gesparten Euro nicht wert. Und wie gesagt: Sobald eine Frucht – egal ob Kürbis oder Zucchini – bitter schmeckt: Nicht schlucken, sofort ausspucken und die ganze Mahlzeit entsorgen! Kochen zerstört das Gift leider nicht.
Die Kinderstube: Wann geht’s los?
- Nicht zu früh aussäen, sonst werden die Jungpflanzen lang, dünn und schwach.
- Vorziehen ab April bei 18-20°C oder ab Mai Samen direkt draußen in die Erde stecken.
- Profi-Trick: Kürbisse hassen es, wenn ihre Wurzeln gestört werden. Deshalb gleich größere Töpfe für die Anzucht benutzen.
- Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, können sie dann raus.
- Standort: sonnig und windgeschützt. Gern in der Nähe des Komposts.
- Boden: humusreich, gleichmäßig feucht.
- An Schnecken-Schutz denken (Ferramol Schneckenkorn); Jungpflanzen sind sehr gefährdet.
Wie Teenager im Wachstum: Der Hunger der