Episode Details
Back to EpisodesJeder auf seine Weise
Description
Der Psalmdichter entzündet ein Feuerwerk des Lobes
Da sitze ich vor meiner Bibel und lese Psalm 148. Wir haben ihn gerade gehört.
Da steht ja immer dasselbe, denke ich: „Lobet ihn…“
Immer wieder: „Lobet ihn“. Ganz schön oft. Da scheint jemand total begeistert zu sein von dem Herrn der Heerscharen, den ich einfach Gott nenne. Der Psalmschreiber kriegt sich ja gar nicht mehr ein, es scheint, als wolle er ein Feuerwerk des Lobes zünden.
Er fordert den Himmel auf, „Lobet ihn“ und die Engel auch noch. Tun die Engel das nicht von sich aus, Gott loben? Wie macht er das, den Himmel zum Lob auffordern? Geht er nach draußen und ruft es dem Himmel zu? Ist er auf einer weiten Grasfläche oder in den Bergen? Hören ihm Menschen zu, wenn er den Himmel und die Engel auffordert, Gott zu loben?
Jedenfalls lässt er sich nicht beirren. „Lobet ihn Sonne und Mond, lobet ihn alle leuchtenden Sterne“, so geht es weiter. Im Haus ist der Psalmist wohl nicht geblieben beim Schreiben. Die Sonne, den Mond und die Sterne schaut er sich an. Die sollen Gott auch loben, überlegt er. So schön sie auch sind, sie sind Geschöpfe Gottes, des Herrn, nichts Anbetungswürdiges. Also los, Sonne, Mond und Sterne, lasst euch mitreißen, lobt Gott!
Wie sie das wohl machen, überlege ich? Es sind doch keine lebendigen Wesen, die sprechen oder singen oder rufen können. Leuchten können sie und strahlen und stetig auf ihren Bahnen bleiben, Orientierung gebend für Menschen und Tiere. Licht zum Wachstum der Pflanzen geben sie auch noch. Reicht das? Ist das ihre Art, Gott, ihren Schöpfer, zu loben? Ist das genug?
Lob von Wolken, Tiefsee und Naturgewalten
Weiter geht es. „Lobet ihn ihr Himmel aller Himmel und ihr Wasser über dem Himmel“ Darunter kann ich mir erst einmal nicht viel vorstellen. Was meint der Texter? Vielleicht die Regenwolken, die Gewitterwolken oder die Schäfchenwolken, die über den Himmel ziehen? Wie können sie Gott loben? Was können sie überhaupt? Wozu sind sie gut?
Sie können sich ausregnen, anzeigen, aus welcher Richtung der Wind kommt, sie können Schatten spenden, Regenwasser transportieren. Und sie können die Fantasie anregen, Gesichter, Tiere oder Gegenstände in ihnen zu erkennen. Ja, ich denke, so können sie Gott loben, indem sie tun, wozu sie geschaffen sind.
Nach diesen Aufforderungen zum Loben gibt es nun eine Begründung, weshalb die Himmelskörper und die Wolken Gott loben sollen: Gott hat sie erschaffen und er lässt sie bestehen. Gott selbst sorgt dafür, dass der Kosmos in Ordnung bleibt.
Nach der Himmelswelt gerät nun die Unterwasserwelt in den Blick des Beters. (Verse 7–10)
Große Wassertiere, ich denke zum Beispiel: Wale, Haie, Delphine und Rochen – auch sie sollen Gott loben und alle anderen Meereswesen dazu. Wie, bitteschön, sollen sie das machen? Ob sie das tun, indem sie das Gleichgewicht der Meere aufrecht erhalten durch Fressen und Gefressenwerden? Tun sie das durch ihre imponierende Größe? Indem ihre Gefährlichkeit zeigt, wie mächtig sie sind? Loben sie durch ihre Schönheit?
Es gibt viele Menschen, die die Unterwasserwelt bestaunen, sie faszinierend finden und ins Fragen kommen, warum diese Welt so schön ist.
Noch immer kann der Psalmbeter nicht aufhören, zum Loben anzustiften. Feuer, Hagel, Schnee und Nebel, sogar die Stürme sollen Gott loben. Das klingt für mich unheimlich. Welche Feuersbrünste, Hagelschauer, Schneefälle, welchen undurchdringlichen Nebel und welche Stürme hat er erlebt und wie kommt er darauf, dass diese Naturerscheinungen und -gewalten Gott loben könnten? Gottes Arbeiter, die tun, was er will? Die sich zurückhalten müssen, wenn er es bestimmt? So groß ist der Schöpfer? So mächtig? Viel mächtiger als Naturgewalten. Mein Staunen wandelt sich in Ehrfurcht. Ist das auch eine Art des Lobens?
Tiere und Pflanzen stimmen ein – ein vielstimmiger Lobgesang
Listen Now
Love PodBriefly?
If you like Podbriefly.com, please consider donating to support the ongoing development.
Support Us