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Temporal UX
Description
Was passiert, wenn ein Software-Entwickler und zwei IT-Praktiker anfangen, über Agentic Workflows zu fachsimpeln? Mark spricht in dieser Folge, ausnahmsweise ohne Jens, mit den wiederkehrenden Gästen Alex und Klaus darüber, wie aus reinem Prompten inzwischen echte Agenten-Infrastruktur geworden ist. Ausgangspunkt ist ein sehr konkreter Use Case: Klaus will seine monatliche Buchhaltung (Rechnungen per Mail, Kontoauszug, PDF-Export) automatisieren und weiß nicht, ob er dafür OpenClaw oder Craft Agents braucht.
Die Antwort ist, wenig überraschend, ein "kommt drauf an", aber ein gut begründetes. Craft Agents wird als grafische, auf dem Claude SDK basierende Alternative zu Claude Code vorgestellt: kein Terminal, dafür MCP-Anbindungen, Skills und Aufgaben, die auch weiterlaufen, wenn die Anwendung geschlossen ist. An Alltagsbeispielen (einem Notion-Token, das ständig neu authentifiziert werden muss, oder einer Audio-Transkriptions-Anwendung für IT-fremde Kolleginnen) zeigen Mark, Alex und Klaus, wie sich über Skills, Plugins, Hooks und Evaluations mittlerweile ein gemeinsames Musterbuch quer über alle Agent Harnesses (Claude Code, OpenCode, OpenClaw) etabliert hat.
Spätestens wenn ein Agent Zugriff auf Bankdaten oder das eigene Postfach bekommen soll, wird es ernst. Die Runde diskutiert Sandboxing, Netzwerksegmentierung und Zero-Trust-Prinzipien und stellt Adam Shostacks Four-Question-Framework vor, das Klaus sich als eigenen Skill in Craft Agents gebaut hat, um eine Bedrohungsanalyse (Threat Modeling) automatisiert vor jedem Commit laufen zu lassen. Dabei bleibt der Ton angenehm unaufgeregt: keine "KI wird uns alle hacken"-Panik, sondern die nüchterne Feststellung, dass viele Menschen schlicht nicht wissen, was ein Token ist. Genau das wird zum Sicherheitsrisiko.
Der zweite große Themenblock dreht sich um Softwarearchitektur und Teamstrukturen im Zeitalter von KI-Agenten. Klaus berichtet, wie sein früherer Purismus (strikt native iOS-Entwicklung in Swift, striktes Kotlin für Android, kein Cross-Platform-Kram) aufgeweicht ist, weil Agenten mittlerweile für beide Plattformen nativen Code erzeugen und die Teamgrenzen zwischen iOS- und Android-Entwicklern zunehmend verschwimmen. Diskutiert wird auch, ob der klassische Anwendungsschnitt (Frontend-Team, Backend-Team, App-Team) angesichts von LLMs neu gedacht werden muss, und warum Make-or-Buy-Entscheidungen gerade eine neue Bedeutung bekommen.
Zum Ausklang gibt es die skurrilsten Momente aus dem Alltag mit Agenten: ein Claude Code, das sich schlicht weigert, die Git-History umzuschreiben, ein OpenClaw-Setup, das eigenmächtig neue Nutzer in eine Datenbank aufnimmt, und die unbequeme Frage, wer eigentlich entscheidet, welche Libraries ein Agent verwendet, wenn Unternehmen dafür bezahlen könnten. Eine Folge für alle, die wissen wollen, was Agentic Coding kann und was dabei ernsthaft schiefgehen kann.
— Think Different. Think AI. mit Mark Zimmermann und Jens Scharnetzki.
Hören: Apple, Spotify, YouTube, RSS https://think-ai.podigee.io
Neue Folge zuerst im WhatsApp-Kanal https://whatsapp.com/channel/0029VbDJ4ZlGufIrpquad004
Wenn euch die Folge was gebracht hat: einmal bei Apple bewerten. Das entscheidet, ob jemand Neues uns findet. https://podcasts.apple.com/de/podcast/think-different-think-ai/id1828021699
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