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Back to EpisodesVertrauen - Dankbarkeit - Lobpreis
Description
Ein Festpsalm – Einladung zum fröhlichen Lobpreis
Psalm 95 ist ein „Festpsalm“, ein Psalm, der die Gläubigen seinerzeit vermutlich zu einem großen Festgottesdienst am Jerusalemer Tempel eingeladen hat.
Der Psalm beginnt mit der Einladung: „Kommt herzu!“ Und so stelle ich mir vor, wie sich die Festgemeinde am Tempel versammelt, aber nicht in stiller Andacht, sondern laut rufend, jubelnd, singend Gott lobpreisend. Im Psalm heißt es: „Lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!“ Eine Einladung also zum fröhlichen Lobpreis!
Und dann folgt ein Vers, der für mich von grundlegender Bedeutung ist – die Aufforderung zum Dank: „Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen!“
Dankbarkeit und Demut – Grundhaltungen des Glaubens
Warum ist mir das so wichtig? Dank ist für mich eine ganz wesentliche Grundhaltung. Dankbarkeit entsteht da, wo ich erkenne, dass mir Gutes widerfahren ist, aber nicht aufgrund eigener Leistung, sondern weil mir jemand anderes geholfen, mich unterstützt, begleitet hat. Wer dankt, sieht die eigene Bedürftigkeit, erkennt mit Demut, dass wir einander brauchen. Wer dankt, macht aber auch die freudige Erfahrung, auf die Hilfe und Unterstützung anderer bauen zu können, dass wir nicht alleine sind. Und hier: Ich habe Gutes empfangen – nicht aus eigenem Verdienst, sondern aus der Gnade Gottes. „Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen!“
Das Gute ist sehr vielfältig, kann ein persönlicher Erfolg oder Glücksfall sein, aber zum Beispiel auch das wohltuende Zusammensein mit anderen Menschen oder einfach auch ein wunderbares Naturerlebnis. Oder ganz einfach: Dass ich nicht alleine bin, dass Gott mich sieht und begleitet. Und wer dafür Dankbarkeit in Demut empfindet, kann dann tatsächlich mit großer Freude „dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils“, wie es im Psalm heißt.
Und weiter: „Er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand“.
Ein weiterer Grund, Gott zu danken: Die Gläubigen können sich von Gott führen lassen wie die Herde vom Hirten. Ich kann ihm rundum vertrauen. Und wer Gott vertraut, findet den richtigen Weg: „Wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.“
Und so baut eins aufs andere auf: Vertrauen – Dankbarkeit – Lobpreis.
Mit dieser wunderbaren Botschaft könnte der Psalm an dieser Stelle eigentlich enden.
Gottes Warnung: Das verstockte Herz und die Gefahr des Irrwegs
Aber nein, überraschend kommt nun Gott selbst zu Wort, mit einer deutlichen Warnung – so als ob der Euphorie, der Begeisterung, dem Jubel und der Freude aus dem ersten Teil dieses Psalms nicht ganz zu trauen ist. Und tatsächlich: Gemeinsamer Gesang, gemeinsamer Jubel, gemeinsames Gebet in einer großen Gruppe kann Euphorie auslösen, Freude und Glücksgefühl. Aber was ist, wenn ich dann wieder alleine in den Alltag zurückkehre, alltägliche Mühsal und Probleme vorfinde? Dann können die guten Vorsätze schnell verloren gehen, dann fällt es vielleicht doch wieder schwerer, Gott zu vertrauen.
Und so erinnert Gott an die Verfehlung des Volkes Israel auf seiner Wanderung durch die Wüste, wie sie in den Büchern Moses beschrieben ist: Mitten in der Wüste hat das Volk nichts mehr zu trinken. Es hat Durst, ist offensichtlich hoffnungslos und verzweifelt. Und so hadert es mit seinem Schicksal, macht Mose schwere Vorwürfe. Von Vertrauen, gar Dankbarkeit und Lobpreis keine Spur.
Das scheint mir nachvollziehbar, durchaus menschlich. Was ist dann die Verfehlung von Gottes Volk?
Gott selbst spricht vom „verstockten Herz“. Die Israeliten versuchen und prüfen Gott, obwohl sie doch seine Werke immer wieder gesehen haben. Sie wissen doch, dass er auf ihrer Seite steht. Warum prüfen sie ihn dann noch?
Weil sie kein Vertrauen zu ihm haben, weil sie offensichtlich ein Stück weit ihr