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Was ist das Besondere an Jesus Christus?

Published 1 month, 1 week ago
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Der Bibeltext Hebräer 3,1-6 – ausgelegt von Ade Gärtner.

1. Mose und Christus – Wer hat die höchste Autorität?

Wer ist die höchste Autorität, wenn es um den Glauben und um Gott geht? Unser Bibeltext beschäftigt sich mit der Frage, ob Mose oder Christus höher ist. Wem soll größere Ehre zuteilwerden? Das ist wohl damals eine Frage bei den Adressaten des Hebräerbriefes – vermutlich eine jüdisch-christliche Gemeinde. Für den jüdischen Glauben ist Mose die höchste Instanz, weil er der Geber des Gesetzes, der Thora, der umfassenden Weisung und Ordnung des religiösen Lebens im Volk Gottes ist. Ihm hat sich Gott persönlich offenbart und seinen Namen mitgeteilt: Jahwe. Er wird so übersetzt: „Ich werde sein, der Ich sein werde.“ „Ich bin, der ICH bin.“ Oder „Ich bin da für euch! ICH bin mit euch!“

So hat ihn Mose persönlich kennengelernt. Auf dem Berg Sinai hat dieser Gott Jahwe während des Auszugs des Volkes der Hebräer aus der Sklaverei in Ägypten, eben diesem Mose, die Zehn Gebote offenbart. Gott hat sich dabei selbst vorgestellt: „ICH bin der HERR – Jahwe – der euch aus Ägypten, aus der Knechtschaft geführt hat. Ihr sollt keine anderen Götter neben mir haben.“ Mose ist Führer aus der Sklaverei und wird zum Empfänger und Vermittler dieser Offenbarung Gottes an sein Volk. Er wird „der Prophet“ genannt. Mose ist ein ganz Großer im Alten Testament und für den jüdischen Glauben.

Nun lese ich im Hebräerbrief, Kapitel 3, Vers 3: „Jesus ist aber größerer Herrlichkeit wert als Mose, so wie der Erbauer des Hauses auch größere Ehre hat als das Haus.“ Das Bild leuchtet ein: der Hausbauer ist wichtiger als das Haus selbst. Es entsteht nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten. Er baut es sich so, wie er es gerne haben und bewohnen will.
 

2. Jesus als Hohepriester – Der Mittler zwischen Gott und Mensch

Nun: worin ist Jesus größer als Mose? Jesus hat wie Mose auch Werte vermittelt und im Grunde die alttestamentlichen Gebote noch einmal dichter gefasst als die Zehn Gebote. Er hat das Doppelgebot der Liebe aus dem Alten Testament übernommen und es etwas ergänzt. Jesus hat gesagt, der Kern des Willens und Gebotes Gottes ist das Liebesgebot, und zwar dreifach: „Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie auch dich selbst.“ Im Grunde ist dies nichts wirklich Neues, nur noch einmal neu gesagt von Jesus. Worin ist dann Jesus größer?

In Vers 1 wird Jesus den Christen, die diesen Hebräerbrief erhalten, vor Augen gemalt: „… die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und Hohepriester, den wir bekennen, Jesus.“ Was schon in Hebr. 2,17 steht, wird in Kap. 7 später entfaltet: Jesus ist DER Hohepriester.

Nun, was ist der Hohepriester? Ganz einfach: der jeweils höchste der Priester. Der soll die Aufgabe haben als Ver-Mittler zwischen Gott und seinem Volk zu wirken und in das Allerheiligste des Tempels zu gehen. Stellvertretend bekennt er die Sünden des Volkes und empfängt Gottes Vergebung für alle. Das Allerheiligste ist der heilige Raum der Gegenwart Gottes. Davor gibt es einen großen, dunklen Vorhang, der den heiligen Vorraum vom Allerheiligsten trennt. Er verhindert, dass da sonst jemand hineinsehen oder hineingehen kann. Das ist absolut tabu – verboten. In diese heilige Gegenwart Gottes darf auch zur Zeit Jesu nur der Hohepriester treten. Und das nur einmal im Jahr am großen Versöhnungstag. Yom Kippur – wird heute noch gefeiert und ist der höchste jüdische Feiertag. Dort also empängt der Hohepriester stellvertretend für das Volk die Vergebung Gottes. So kommt die Gottesbeziehung wieder intakt – Gott und Mensch sind miteinander versöhnt.
 

3. Das Kreuz und der zerrissene Vorhang

Am Tag der Kreuzigung von Jesus geschieht Folgendes: Im Tempel zerreißt der große Vorhang vor dem Allerheiligsten. Und das genau zu der Zeit, als Jesus auf dem Hüg

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