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Back to EpisodesPreis der Freiheit
Description
„Ja, die Welt ist dunkel. Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern von ganz oben, vom Himmel her.“
Diese Worte hat Karl Barth 1968 am Vorabend seines Todes hinterlassen. Einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts.
Es wird regiert vom Himmel her. Damit bestätigt er, was Jesus gesagt hat: „Mir ist gegeben, alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ Aber wie sieht es auf dieser Erde aus?
Es stimmt. Es wird regiert in Moskau, Washington, Peking bis heute. Und vor jedem dieser Machtzentren zittern jeweils die anderen.
Dabei zittern weltweit unzählige Menschen mit und leben zunehmend in Ängsten. Aber wo wird vom Himmel her regiert? Bei all der Grausamkeit und dem Elend auf der Welt stellt sich für viele die Frage: warum lässt Gott das zu? Und manche beschweren sich nicht nur über Gott, sie sind wütend auf ihn. Wo wird denn vom Himmel her regiert? Wenn Jesus alle Macht hat, warum rührt er dann scheinbar keinen Finger?
Ich habe darauf keine Antwort. Ich weiß nur, wenn Gott alles Böse auf dieser Welt verhindern sollte, müsste er auch mir in den Arm fallen, damit ich mich nicht irgendwo vergreife. Er müsste mir über den Mund fahren, wenn ich dabei bin, andere mit meinen Worten zu verletzen.
Da wir freie Menschen sind, haben wir auch die Möglichkeit, unsere Freiheit zum Bösen zu missbrauchen. Das ist der Preis der Freiheit.
Und dennoch, Karl Barth war überzeugt, es wird nicht immer so bleiben. Bei allem, was wir Menschen anstellen, es gibt noch eine Stelle, die allem übergeordnet ist. Gott wird dem Bösen ein Ende setzen. Es kommt der Tag, wo seine Regierung vom Himmel her sich durchsetzt.
Deshalb das Vermächtnis von Karl Barth: Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Auch wenn es einen langen Atem braucht.
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