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...da ist sie endlich wieder, die stade Zeit - die so Manchem das Leben zur Hölle macht!

...da ist sie endlich wieder, die stade Zeit - die so Manchem das Leben zur Hölle macht!

Episode 187 Published 4 years, 3 months ago
Description
...da ist sie endlich wieder, die stade Zeit - die so Manchem das Leben zur Hölle macht!

Dezember. Weihnachtszeit. Im Süden fällt und liegt bereits genug Schnee, um altmodisch mit einem Schlitten den Berg herunterzukommen. Aber über all dem liegt in der ganzen Bundesrepublik, für den einen Segen, für die andere Fluch, der Einladungswahn zu den Weihnachtsfeiern. Musste man vor ein paar Wochen noch mit dem schlimmsten, physikalischer Anwesenheit in den obligatorischen Kneipen oder Restaurants rechnen, sieht es aktuell wieder nach einer Vergewaltigungsorgie von Zoom, Skype und Teams aus. Und das - völlig zu Unrecht - schlimmste an der Sache: dass eine Nicht-Teilnahme immer gleich ein Sternchen am Nachnamen bedeutet... und eben kein Weihnachtsstern...!

Weihnachtsfeier: Hell or Yeah? / Bild-/Quelle: privat

 

 

Das Jahr des Unternehmens war beachtlich. Trotz Corona, trotz Einschränkungen, trotz durchgehender Homeoffice-Regelung, die schon manchen Führungskräften ein zwischen "ein Dorn im Auge" bis zu "die faule Bagage, die eh nix macht"  entlockt. Und trotzdem: der Laden brummt, die Zahlen sehen gut aus - und da bis vor Kurzem Corona ein vergessenes Modewort des letzten Winters war, wurden Landauf, Landab wieder Weihnachtsfeiern mit physikalischer Anwesenheit geplant. Wenn auch im Rahmen von, mal mehr, mal weniger gültigen Corona-Regelungen.

Und so manche Führungskraft verwechselt in diesem Kontext gerne die Mitarbeiterbindung und das Engagement des Einzelnen des Unternehmens gegenüber mit der Schnelligkeit und ausnahmslosen Zusage zur Teilnahme.

Auf der anderen Seite sitzen die armen Mitarbeiter, die teilweise ab Januar schon Ersatztermine an den obligatorischen Donnerstagen und Freitagen im Dezember verbindlich buchen, Hauptsache, die Weihnachtsfeier möge spurlos an einem vorüberziehen. Wieder mal.

Um es gleich dazu zu sagen: Führungskräfte, die Feiereien dieser Art als Gradmesser für die Firmentreue nutzen, haben ihren Job nicht im Ansatz verstanden. Natürlich ist es ein wenig frustrierend, wenn man seinem Team was Gutes tun will, Lokale abklappert, Preise und Essensqualität vergleicht und dann kommen von 20 Mann genau... drei.

Aber hey: das ist auch genau das, was dir als Führungskraft im täglichen Job passieren kann: Du gehst von Verkaufszahlen oder Neueinstellungen im zweistelligen Bereich aus - und plötzlich will keiner!

Und abgesehen, was soll das für ein Gradmesser sein? Wenn das erste Getränk, in manchen Regionen Deutschlands meist klassisch ein Bier aufs Haus ist, steigen die Teilnehmerquoten um 60 - 80 %, Liebe Führungskraft, an sich sollte die Sorgfaltspflicht dir jetzt die Furchen ins Gesicht ziehen: nur mit der Aussicht auf Alkohol kommen meine Leute?

Auch wird sich systematisch und hoch-strategisch Zugang zu den Teilnehmerlisten verschafft, um im Vorfeld schon bei eventueller Teilnahme informiert zu sein, ob der/die neue Kollegin tatsächlich auch dabei ist. Oder ob der Besuch nur wieder mit den ollen Gesichtern der letzten Jahre bei den gleichen Gesprächen über Kaninchenzucht, Heckenscherenschleiferei und immer noch nicht vollendeten Umbaumaßnahmen am Schnäppchenkauf einer Bauruine bald ein Ende finden möge.

Und, noch ein Punkt, bei dem Führungskräfte gerne mal ehrlich zu sich selbst sein dürfen: Wer geht denn wirklich mit so einer Grundverzweiflung ins Büro, dass er glaubt, der komplette Freundeskreis kommt ausschließlich von da? Und wer nun das ganze Jahr ohne Reibereien im Kollegenkreis trotzdem erfolgreich seinen Job gemacht hat, ist mit Sicherheit trotzdem jemand, der in seiner Freizeit dem ganzen Haufen keine Träne hinterherweint.

Also, warum dann immer der Umkehrschluss: Nicht-Teilnahme als Wertung der Gleichgültigkeit gegenüber dem Arbeitgeber? Der eigentlichen Tätigkeit, fehlender Wertschätzung gegenüber Kollegen - und, ganz klar, dem Superstar am Führungskräftehimmel?

Und nicht auch selten beißen

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