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Leistung fordern ohne Leistung fördern? Imke Mahner (327)

Leistung fordern ohne Leistung fördern? Imke Mahner (327)

Episode 327 Published 2 months, 4 weeks ago
Description
Imke Mahner, Chief People & Culture Officer/Hays Deutschland & CEMEA, über unsere schräge Leistungsdebatte und was der HR Report 2026 darüber aussagt

Wollen die Menschen eigentlich noch leisten oder lassen wir sie einfach nicht?

„Ich glaube daran, dass jeder Mensch eine gewisse Leistungsbereitschaft mitbringt. Die Menschen wollen leisten. Aber teilweise können sie nicht oder sie dürfen nicht."

Imke Mahner ist Chief People & Culture Officer Germany and CEMEA bei der Hays AG, Personalvorständin für Deutschland und rund 15 europäische Länder. Als studierte Organisationspsychologin sitzt sie an einer seltenen Schnittstelle: Sie verantwortet die Kultur im eigenen Haus und schaut gleichzeitig täglich in die Leistungsrealität von Hunderten Kundenunternehmen. Was sie dabei beobachtet, lässt sich auch im HR Report 2026 nachlesen, den Hays jedes Jahr herausbringt. Und der Befund ist ernüchternd scharf.

Fordern ja, fördern kaum. Zwei Drittel der Unternehmen halten Leistung für wichtig. Nur 44 Prozent fordern sie systematisch ein. Und gefördert wird sie strukturiert gerade mal bei 28 Prozent, während HR die eigene Förderquote auf 43 Prozent schätzt. Diese Lücke zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung ist das eigentliche Problem: Nicht fehlende Leistungsbereitschaft, sondern ein strukturell blinder Fleck im Umgang mit ihr.

Wollen – können – dürfen. Imke Mahner entfaltet im Gespräch ein Dreieck, das die Leistungsdebatte entzaubert. Die meisten Diskussionen drehen sich ums Wollen – die Bereitschaft. Selten ums Können – die Rahmenbedingungen. Und fast nie ums Dürfen – die Frage, ob Organisationen das Potenzial ihrer Menschen überhaupt entfalten lassen. Wer nur über Wollen spricht, verkennt, wo der eigentliche Hebel liegt.

Worüber wir noch gesprochen haben:

  • Der Gen-Z-Mythos: Warum die unter 30-Jährigen laut Report leistungsbereiter sind als ihr Ruf
  • Fingerpointing vs. Selbstreflexion: Führung sucht externe Ursachen, Mitarbeitende benennen interne
  • Der Hays-Deal: Was passiert, wenn eine Waage kippt und Benefits wegfallen
  • KI als Leistungsbeschleuniger: Nicht das Tool – die Einstellung dazu entscheidet
  • Führungsüberforderung: Warum Druck nach unten weitergegeben wird und was das mit Leistungskultur macht

Imke Mahner erhebt ihre klare Stimme für Perspektiven, die diese Debatte braucht. Keine Klage, keine Nostalgie, kein Generationenpointing. Stattdessen: Empirie, ehrliche Selbstreflexion und die kluge Überzeugung, dass Leistung kein Gegensatz zu Freude ist, sondern fast immer ihre Folge. Ein Gespräch, das man sich wünscht, wenn der nächste Artikel über das Arbeitsethos der Deutschen aufschlägt.

Interview: Jule Jankowski


Weiterführende Links zu Hays und dem HR-Report

➡️ Hays
➡️ HR Report zum Download



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