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Published 1 month, 1 week ago
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Der Bibeltext Hebräer 2,11-18 – ausgelegt von Peter Ruppert.

Die Bibel – ein Buch aus einer anderen Welt

Neulich hörte ich einen Satz eines Theologen: „Die Bibel ist zwar für dich, aber sie ist nicht zu dir geschrieben.“

Sie ist in Sprachen geschrieben, welche über Ausdrucksformen durch die jeweilige Grammatik verfügen, die wir nicht eins zu eins in unsere Sprache übersetzen können. Zudem spricht die Bibel eine Gedankenwelt, ein Mindset eines Volkes an, welches wir heute nicht mehr ohne Weiteres verstehen. Ein Bsp.: Jemand sagt: „Ich fahre demnächst in den „Big Apple“.“ Viele heute wissen, dass damit die Stadt New York gemeint ist. Kennt man diesen Ausdruck aber auch noch in 500 Jahren?

So ist es auch mit der Haltung und Denkweise des Volkes Israel, der Juden zur Zeit Jesu. Wenn ich also verstehen will, was der Autor sagen möchte, ist es unerlässlich, mich mit der Denkweise und dem Weltbild der damaligen Zeit zu beschäftigen. Hier hat ein amerikanischer Theologe, Dr. Michael Heiser in seinem Buch „The unseen realm“, das unsichtbare Reich aus meiner Sicht gute Grundlagen gelegt.
 

Schöpfung, Sündenfall und die unsichtbare Welt

Nach Heiser ist der Garten Eden im Schöpfungsbericht ein realer Ort. Der Garten Eden ist aber auch ein Bild für einen Ort, an dem Gott ist. Es ist warm, ausreichend Nahrung, Wasser, etc. sind vorhanden. Hier ist das Leben in Fülle. In altertümlichen Kulturen sind Gärten, aber auch Berge der Aufenthaltsort Gottes oder der Götter. Gleichzeitig leben aber auch Menschen im Garten Eden. Heiser beschreibt eine Dimension, in der sich die geistliche Sphäre, der Ort an dem Gott lebt und die uns bekannte Welt überschneiden. Beide haben Zugang zueinander. Durch den Sündenfall, dem Ungehorsam der Menschen Gott gegenüber, werden diese Sphären voneinander getrennt. Der Mensch hat keinen direkten Zugang mehr zu Gott und damit zum Leben mit ihm.

Zudem erschuf, nach Heiser, Gott vor den Menschen Geistwesen. Sie werden in der Bibel oft als Engel bezeichnet, aber auch als Götter – hebräisch „elohim“. Gott selbst sucht sich ein eigenes Volk. Angefangen bei Abraham, aus dem das Volk Israel entsteht. Diese Engelwesen, die zu Göttern werden, missbrauchen allerdings ihre Macht und wollen selbst angebetet werden. Sie regieren nicht im Sinne Gottes, sondern behandeln Menschen ungerecht. Sie lassen sich nichts sagen. Diesen Machtmissbrauch verspricht Gott zu richten. Nachzulesen im Psalm 82.

Gott verspricht aber auch die Beziehung zwischen ihm und den Menschen wiederherzustellen, so dass wieder eine reale Begegnung zwischen Gott und Mensch stattfinden kann. Unsere Welt ist durch Tod und Sünde quasi verunreinigt. Wo Gott ist, ist das Leben und nicht der Tod. Es braucht Sühne. Gott bietet durch ein Opfersystem einen Zugang zu ihm an, schon für sein Volk Israel, für uns. Auf diesem Grundsatz beruht dann das ganze Opfersystem des Volkes Israel, bzw. später der Kreuzestod Jesu. Nur durch ein Opfer, das meine Verunreinigung sühnt, kann ich in die Gegenwart Gottes treten. Das ist die bekannte Welt, in die der Verfasser des Hebräerbriefes hineinschreibt.
 

Heiligung: Was es bedeutet, Gott zugeordnet zu sein

In Vers 11 des Abschnitts geht es um Heiligung. Dabei ist nicht gemeint, dass ich einen Status moralischer Perfektion erreiche. Heilig sein bedeutet vielmehr, für einen bestimmten Zweck Gott zugeordnet zu werden. So gab es etwa den heiligen Altar im Tempel in Jerusalem, auf welchem die Opfertiere verbrannt wurden. Er diente nur diesem Zweck. Man konnte also keine Würstchen darauf grillen. Wozu werden dann Christen ausgesondert? Im Schöpfungsbericht gibt Gott den Menschen den Auftrag über seine Schöpfung in seinem Sinn zu regieren (1. Mose, 1,26–28). Zu diesem Zweck werde ich zugerüstet, geheiligt. Nichts, was plötzlich über mich hereinbricht. Das Verb ist passiv. Es ist also etwas, was ich nicht selbst tun kann, sondern was mit mir gemacht wird. Es

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