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Weaning bei Patient:Innen mit Querschnittssyndromen - mit Linda Theune

Weaning bei Patient:Innen mit Querschnittssyndromen - mit Linda Theune

Episode 814 Published 1 month, 1 week ago
Description

🎙️ Shownotes

Weaning bei Patient:innen mit Querschnittsyndrom Mit: Linda Theune (klinische Logopädin)

🧠 Worum geht’s in dieser Folge?

Das Weaning von beatmeten Patient:innen mit Querschnittsyndrom stellt eine besondere klinische Herausforderung dar. In dieser Episode gibt Linda Theune einen praxisnahen Einblick in Pathophysiologie, Diagnostik und interdisziplinäres Management – mit besonderem Fokus auf logopädische Aspekte, Trachealkanülenmanagement und funktionelle Rehabilitation.

🩺 Zentrale Inhalte & Learnings

1. Grundlagen: Atmung bei Querschnittslähmung Entscheidende Faktoren: Läsionshöhe (C1–C8) komplette vs. inkomplette Läsion Kritisch: Läsionen C1–C3 (komplett) → keine Spontanatmung möglich Ab C5 meist ausreichende Zwerchfellfunktion Bedeutung des Nervus phrenicus für die Zwerchfellinnervation Sekundäre Verschlechterung durch Rückenmarksödem möglich

2. Indikation zur Beatmung Frühzeitige Intubation essenziell → Gefahr eines plötzlichen Atemversagens Häufig prolongierte Beatmung → Indikation zur Tracheotomie Dynamischer Verlauf erschwert Prognoseabschätzung

3. Was bedeutet „Weaning“? Entwöhnung von der Beatmung Idealerweise mit dem Ziel der Dekanülierung Bei Querschnittpatient:innen oft komplexer als bei internistischen Patient:innen

4. Diagnostik des Weaning-Potenzials Zwerchfellsonografie (Standard) oder Durchleuchtung Beurteilung: Seitendifferenz Restfunktion Ergänzend: Spontanatmungsversuche klinische Beobachtung

5. Besonderheiten bei Tracheotomie & Beatmung

Atemwege & Infektion:

Erhöhtes Risiko für: Tracheitis ventilatorassoziierte Pneumonie Fehlende Nasenfunktion (Filter, Befeuchtung)

Mechanische Risiken:

Sekretverlegung Cuff-Leckagen

Funktionelle Einschränkungen:

Kommunikation (v. a. bei geblockter KanĂĽle) Dysphagie-Risiko erschwerte Schluck-Atem-Koordination

Weitere Aspekte:

erhöhter Pflegeaufwand vagale Reaktionen (z. B. Bradykardie beim Absaugen) reduzierte Vitalkapazität → schnelle Muskelermüdung

6. Weaning-Prozess – Schritt für Schritt

  • 1. Entblockte Beatmung steigern

Verbesserung von: Sensibilität Hustenstoß Phonation Schlucken

  • 2. Voraussetzungen prĂĽfen

Vigilanz & Kooperation nachweisbare Zwerchfellaktivität Sekretmanagement (ggf. mit Hustenassistenzgerät) stabile Kreislaufsituation

  • 3. Spontanatmung initiieren

Beginn: ca. 5–15 Minuten psychologische Begleitung essenziell

  • 4. Monitoring währenddessen

Atemfrequenz < 30/min SpO₂ > 92 % (individuell) pCO₂: 35–45 mmHg keine Erschöpfungszeichen

  • 5. Dauer schrittweise steigern

Ziel: zunächst 30–60 Minuten, dann mehrere Stunden

  • 6. TagsĂĽber vollständige Spontanatmung

Nachtbeatmung initial weiter erforderlich

  • 7. Ausschleichen der Nachtbeatmung

  • 8. DekanĂĽlierung – wann ist sie möglich?

Voraussetzungen:

stabile 24h-Spontanatmung effektiver Husten (ggf. mit UnterstĂĽtzung) kein Absaugbedarf ausreichende Schluckfunktion

7. Testverfahren:

Sprechventil / Stöpselversuch

Verlauf:

Spontanes Verschließen des Tracheostomas häufig ggf. chirurgischer Verschluss notwendig

8. Fallbeispiel (Sub-C3 inkomplett)

gutes Weaning-Potenzial strukturierter Aufbau wie oben beschrieben erfolgreicher Verlauf: vollständige Entwöhnung Dekanülierung nach ca. 10 Wochen

9. Was unterscheidet Querschnittpatient:innen von anderen Weaning-Patient:innen?

zusätzliche neurologische Grunderkrankung „on top“ häufig: komplexere Verläufe höhere Komplikationsrate besonders relevant: Gefühl der Hilflosigkeit

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