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Weaning bei Patient:Innen mit Querschnittssyndromen - mit Linda Theune
Description
🎙️ Shownotes
Weaning bei Patient:innen mit Querschnittsyndrom Mit: Linda Theune (klinische Logopädin)
🧠Worum geht’s in dieser Folge?
Das Weaning von beatmeten Patient:innen mit Querschnittsyndrom stellt eine besondere klinische Herausforderung dar. In dieser Episode gibt Linda Theune einen praxisnahen Einblick in Pathophysiologie, Diagnostik und interdisziplinäres Management – mit besonderem Fokus auf logopädische Aspekte, Trachealkanülenmanagement und funktionelle Rehabilitation.
🩺 Zentrale Inhalte & Learnings
1. Grundlagen: Atmung bei Querschnittslähmung Entscheidende Faktoren: Läsionshöhe (C1–C8) komplette vs. inkomplette Läsion Kritisch: Läsionen C1–C3 (komplett) → keine Spontanatmung möglich Ab C5 meist ausreichende Zwerchfellfunktion Bedeutung des Nervus phrenicus für die Zwerchfellinnervation Sekundäre Verschlechterung durch Rückenmarksödem möglich
2. Indikation zur Beatmung Frühzeitige Intubation essenziell → Gefahr eines plötzlichen Atemversagens Häufig prolongierte Beatmung → Indikation zur Tracheotomie Dynamischer Verlauf erschwert Prognoseabschätzung
3. Was bedeutet „Weaning“? Entwöhnung von der Beatmung Idealerweise mit dem Ziel der Dekanülierung Bei Querschnittpatient:innen oft komplexer als bei internistischen Patient:innen
4. Diagnostik des Weaning-Potenzials Zwerchfellsonografie (Standard) oder Durchleuchtung Beurteilung: Seitendifferenz Restfunktion Ergänzend: Spontanatmungsversuche klinische Beobachtung
5. Besonderheiten bei Tracheotomie & Beatmung
Atemwege & Infektion:
Erhöhtes Risiko für: Tracheitis ventilatorassoziierte Pneumonie Fehlende Nasenfunktion (Filter, Befeuchtung)
Mechanische Risiken:
Sekretverlegung Cuff-Leckagen
Funktionelle Einschränkungen:
Kommunikation (v. a. bei geblockter KanĂĽle) Dysphagie-Risiko erschwerte Schluck-Atem-Koordination
Weitere Aspekte:
erhöhter Pflegeaufwand vagale Reaktionen (z. B. Bradykardie beim Absaugen) reduzierte Vitalkapazität → schnelle Muskelermüdung
6. Weaning-Prozess – Schritt für Schritt
- 1. Entblockte Beatmung steigern
Verbesserung von: Sensibilität Hustenstoß Phonation Schlucken
- 2. Voraussetzungen prĂĽfen
Vigilanz & Kooperation nachweisbare Zwerchfellaktivität Sekretmanagement (ggf. mit Hustenassistenzgerät) stabile Kreislaufsituation
- 3. Spontanatmung initiieren
Beginn: ca. 5–15 Minuten psychologische Begleitung essenziell
- 4. Monitoring währenddessen
Atemfrequenz < 30/min SpO₂ > 92 % (individuell) pCO₂: 35–45 mmHg keine Erschöpfungszeichen
- 5. Dauer schrittweise steigern
Ziel: zunächst 30–60 Minuten, dann mehrere Stunden
- 6. Tagsüber vollständige Spontanatmung
Nachtbeatmung initial weiter erforderlich
7. Ausschleichen der Nachtbeatmung
8. Dekanülierung – wann ist sie möglich?
Voraussetzungen:
stabile 24h-Spontanatmung effektiver Husten (ggf. mit UnterstĂĽtzung) kein Absaugbedarf ausreichende Schluckfunktion
7. Testverfahren:
Sprechventil / Stöpselversuch
Verlauf:
Spontanes Verschließen des Tracheostomas häufig ggf. chirurgischer Verschluss notwendig
8. Fallbeispiel (Sub-C3 inkomplett)
gutes Weaning-Potenzial strukturierter Aufbau wie oben beschrieben erfolgreicher Verlauf: vollständige Entwöhnung Dekanülierung nach ca. 10 Wochen
9. Was unterscheidet Querschnittpatient:innen von anderen Weaning-Patient:innen?
zusätzliche neurologische Grunderkrankung „on top“ häufig: komplexere Verläufe höhere Komplikationsrate besonders relevant: Gefühl der Hilflosigkeit