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Ich bin gefragt

Published 1 month, 3 weeks ago
Description
Der Bibeltext Epheser 5,1-14 – ausgelegt von Bastian Wellhöfer.

Epstein-Files und die Frage nach Moral und Liebe

1. Wenn Skandale die Welt erschüttern

Vorher noch Verschwörungstheorie, jetzt traurige Realität: die Epstein-Enthüllungen – eine Form von Bösem, das sich kaum in Worte fassen lässt. Ein Eliten-Netzwerk tut sich auf, dem es um Macht und Geld geht. Egal, wie viele Menschenleben es kostet, für mich moralisch unterste Schublade.

In der letzten Zeit scheint es sich zu verfestigen: Ein Skandal nach dem anderen erschüttert die Welt. Und ich weiß nicht, wie es Ihnen damit geht. Ich persönlich war erst mal absolut schockiert. Aber eigentlich sollte es mich nicht wundern. Mit der Trennung von Gott und göttlichen Werten stirbt die Moral, mit der ich aufgewachsen bin. Die Skandale rufen in mir die Frage wach: Wenn man unendlich viel Macht und Geld hat, warum sollte man sich an irgendwelche Regeln halten?

Daher ist es viel schockierender, wenn Menschen, die eigentlich mit Gott unterwegs sind, sich genauso oder noch schlimmer verhalten!
 

2. Was Paulus über Gottes Volk sagt

In einem Brief an eine Gemeinde im antiken Griechenland schreibt Paulus, ein unglaublich starker Typ, der Jesus nachgefolgt ist, im Epheserbrief 5,3:

„Ihr gehört nun zu Gott. Da passt es selbstverständlich nicht mehr, sich sexuell unmoralisch zu verhalten, ausschweifend zu leben oder alles haben zu wollen. Über so etwas sollt ihr nicht einmal reden!“

Ihr gehört nun zu Gott . da muss was sichtbar werden. selbstverständlich! Logisch! Wenn Gott im Leben ist, muss das sichtbar werden – das sehe ich auch so.

Aber leider ist zu oft das Gegenteil der Fall. Die Reaktion auf sexuellen Missbrauch in der Kirche ist ein Kirchenaustritt nach dem anderen. Und ehrlicherweise kann ich das absolut nachvollziehen. Weil ich glaube, dass in jedem von uns instinktiv ein Bild davon schlummert, wie Kirche eigentlich sein sollte. Und wie sich Christen verhalten sollten.
 

3. Was christliche Liebe im Alltag bedeutet

Christen sollten eigentlich Menschen sein, die hingebungsvoll andere lieben. Und das klingt immer so nett, ist aber brutal herausfordernd.

Weil Gott von mir eine Liebe erwartet, die Menschen liebt, selbst wenn sie anderer Meinung sind, selbst wenn sie mich mit Füßen treten. Gottes LIEBE ruft mich auf, meinen Chef, meine Arbeitskollegen, Mitschüler und selbst die Schwiegermutter zu lieben.

Es bedeutet gute Worte aussprechen, wenn andere lästern. Nicht die Kassiererin fertig zu machen, weil sie zu lange an der Kasse braucht, sondern zu sagen: „Danke für Ihren Job, ich sehe, dass Sie Ihr Bestes geben!“

Ich habe einmal in einem Arbeitsverhältnis gemerkt, wie schnell das Herz hart werden kann. Mir fiel es schwer, meinen Vorgesetzten zu ehren, und ich habe mich sogar am Lästern beteiligt. Bis ich dann eines Abends im Gebet war. Und ein Flüstern in meine Gedanken kam: „Lieb deinen Chef und ehr ihn!“

Und ich habe mich dagegen gewehrt ohne Ende! Aber diese Worte haben mich nicht losgelassen. Und nach einem Monat fand ich den Mut, hab an der Tür von meinem Chef geklopft und gefragt: „Entschuldigung, haben Sie kurz Zeit?“ – „Ich wollte mich bei Ihnen entschuldigen, ich habe hinter Ihrem Rücken schlecht über Sie geredet und das war nicht richtig! Ich wollte danke sagen, dass Sie die Verantwortung für diese Arbeitsstelle als Chef tragen und ich würde gerne für Sie beten.“ Was sehe ich? Seine Augen – weit aufgerissen, wie Scheunen-Tore!

Und ich konnte für ihn beten. Das Gebet war der Tür-Öffner für ein tiefes Gespräch mit gegenseitigem Verständnis. Er hat auf einmal gemerkt: da ist jemand für mich da. Christen sollten anders leben.

Und letztlich bedeutet es auch nicht, Sachen unter den Teppich kehren, sondern ans Licht bringen. Im Epheserbrief, Kapitel 5, Vers 11 heißt es:

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