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Ein anderer Maßstab

Published 1 month, 3 weeks ago
Description
Der Bibeltext Epheser 4,7-16 – ausgelegt von Mechthild Plaz.

Leben in der Fülle Christi – Was Paulus uns heute sagt

Ganz schön viele Bilder und Begriffe, die beim ersten Hören gar nicht so leicht greifbar sind. Sie klingen fast ein bisschen weltfremd und idealistisch. Zumindest geht es mir so. Es stecken aber ein paar Eckpunkte drin, die durchaus vertraut klingen:

Es geht um:

  • Weiterentwicklung und Wachstum,
  • ein gemeinsames Ziel,
  • klare Aufgabenverteilung,
  • um persönliche Stärken und Begabungen,
  • gute Zusammenarbeit,
  • um individuelle Reife und Standfestigkeit,
  • offene und ehrliche Kommunikation
  • und schließlich geht es um wertschätzendes Verhalten.

Das klingt schon weniger weltfremd, oder? Eher nach Kriterien einer guten Zusammenarbeit im Team – zum Beispiel am Arbeitsplatz.
 

Paulus und der Kontext des Epheserbriefs

Der Kontext ist hier ein anderer. Vor fast 2.000 Jahren schreibt Paulus den Epheserbrief. Im gehörten Abschnitt geht es um das Zusammenarbeiten und Zusammenleben von Christinnen und Christen. Darum, wie es sich mit den Gaben verhält, die Gott den Menschen schenkt und auf welches Ziel sich eine Gemeinde ausrichten soll. Die christlichen Gemeinden damals sind konfrontiert mit Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Damit verbunden ist auch Abgrenzung. Das wird im gesamten Epheserbrief immer wieder deutlich, wenn Paulus betont, wie sich das Leben und Handeln von Christinnen und Christen von einem „gottlosen" Leben unterscheiden soll. Heute ist das nicht mehr so klar definiert. Unsere Gesellschaft und das Grundgesetz sind einerseits durchwoben mit biblischen Grundlagen, die geschätzt werden. Und doch wird Jesus und die Berufung auf Gott immer mehr ausgeklammert. Insofern sprechen Paulus' Worte auch in unsere Zeit. Seine Maßstäbe und sein Fokus auf Jesus machen bis heute einen großen Unterschied. Doch worin besteht dieser?
 

Gnade als Fundament – Jesus als Haupt der Gemeinde

Paulus beginnt mit der Aussage: „Einem jeden von uns ist die Gnade gegeben". An erster Stelle steht nicht das, was jemand an Fähigkeiten mitbringt und leistet, sondern die Gnade, die ihm oder ihr geschenkt wird. Und diese beinhaltet laut dem Römerbrief „das ewige Leben in Jesus Christus". (Römer 6,23)

Und wer ist dieser Jesus Christus, nach dessen Maßstab die Gnade geschenkt wird? Paulus zitiert dafür im Epheserbrief einen Vers aus Psalm 68 im Alten Testament. Er bezieht ihn auf Jesus, der hinaufgefahren und hinabgestiegen ist in die Tiefen der Erde. Was er damit vermutlich sagen will: Jesus ist kein über die Erde schwebendes unerreichbares göttliches Wesen, sondern der Sohn Gottes, der menschliche Gestalt annahm bis zum Tod. Jesus ist das Haupt der Gemeinde. Sein Führungsstil zeichnet sich durch Nähe zu den Mitarbeitenden aus. Er ist nicht irgendwo oben, weit weg und schaltet sich höchstens per Internet zu. Nein. Jesus weiß, was es bedeutet, ganz unten zu sein.
 

Gaben, Ämter und das Ziel der Gemeinde

Paulus beschreibt weitere Funktionsträger in der Gemeinschaft. Jesus selbst setzt diese ein und befähigt sie: Apostel, Propheten, Verkündiger, Hirten und Lehrer. Sie haben die Aufgabe, die Gemeinde zu leiten und im Glauben und Dienst weiterzubringen. Ihre jeweiligen Fähigkeiten sollen allein zur Ehre Gottes eingesetzt werden und zum gemeinsamen Nutzen. Das bedeutet auch, dass sie sich nichts auf ihr Können oder ihre Position einzubilden brauchen, sondern damit dienen. Eine Haltung, die in der Zusammenarbeit Einheit stärkt und so manche Machtkämpfe und Unterdrückungsmechanismen aushebeln könnte.

Was ist aber nun Zweck und Ziel der Gaben? Jede und jeder Einzelne der Gemeinde soll im Vertrauen zu Jesus Christus gefestigt werden, um selbst wieder Dienste übernehmen zu können, damit „der Leib Christi auferbaut" wird. Hier

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