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Von Paulus beten lernen

Published 1 month, 4 weeks ago
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Der Bibeltext Epheser 3,14-21 – ausgelegt von Hans-Werner Kalb.

Kniend beten – eine vergessene Haltung?

Der Apostel Paulus sitzt im Gefängnis und betet für die Christen in Ephesus. Wie er hier betet und was er betet – davon kann ich als Christ auch heute noch lernen.

Paulus kniet sich zum Gebet hin, zur Anbetung Gottes. Das ist eine Gebetshaltung, von der ich heute nur noch sehr selten in christlichen Kreisen höre. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Warum eigentlich? Als Jugendliche haben wir uns in unserer Jugendgruppe jeden Samstag für eine Stunde getroffen, um knieend zu beten. Mit Loben, Danken und Bitten. Für all die Anliegen, die wir Gott anbefehlen wollten. Rückblickend kann ich sagen, dass diese Gebetsstunden der Kern der wachsenden Jugendarbeit dort waren. Wäre es nicht mal sinnvoll, über christliche Gebetshaltungen unserer Zeit nachzudenken? Ja, es gibt viele Gebetshaltungen, von denen in der Bibel berichtet wird. Und je nach Gemeinde-Prägung werden sie auch heute praktiziert. Mit erhobenen Händen, mit geneigtem Kopf und gefalteten Händen, spazieren gehend. Sich hinknien beim Gebet als Zeichen der Demut und Unterordnung unter Gott, das gibt es in vielen Religionen dieser Welt. Auch bei Juden und Christen. Durch die äußere Haltung gewinnt die innere Einstellung Gestalt.
 

Christliches Beten: Vertrauen statt Scheu

Dabei unterscheidet sich das Beten bei Christen doch deutlich gegenüber dem Gebet der anderen Religionen. Christen lernen das Beten von Jesus. Vor allem das vertrauensvolle Gespräch mit dem Vater im Himmel. Abba, d. h. Papa, sagt Jesus. Beides will ich tun: Gott als den allmächtigen Schöpfer des Universums ehren, ihn anbeten. Ihn aber auch als liebevollen Vater ansprechen, wie ein kleines Kind. Im Vertrauen. Nicht in einer ängstlichen ungewissen Scheu vor einer fremden allmächtigen Gottheit. Aber als Unterordnung unter einen liebenden Vater. Was für ein Vorrecht!
 

Gottes Vaterbild: Korrektur durch sein Wort

Paulus spricht hier mit Gott, dem Vater von Jesus Christus. Also auch meinem Vater im Himmel. Der wird in der Bibel auf vielfältige Weise dargestellt. Zweifellos: das ist ein anderes Vaterbild, als es so viele Menschen um uns herum in sich eingepägt haben. Das Urbild des liebenden Vaters ist das, was Gott uns in seinem Wort vor Augen malt. Nicht das, was viele Menschen durch eigene Erfahrungen in ihrem Herz tragen. So lasse ich auch mein Vaterbild immer wieder korrigieren durch das, was ich vom himmlischen Vater in seinem Wort lese. Ich war selber auch kein vollkommener Vater. Aber ich habe das Bild vor Augen, was Gott sich unter guter Vaterschaft vorstellt. „Von dem alles irdische Vatersein den Namen hat“, so steht es hier wörtlich. Zur Orientierung für uns Menschen. Gott ist der Vater aller seiner Kinder. Und er ist auch mein Vater und Ihr Vater mit seiner großen Liebe, in Geduld, in Treue. Aber auch wegweisend, zurechtweisend, mahnend, korrigierend. Oft helfen auch Leid und Not dazu, dass ich wieder zu Gott zurückkomme. Durch Jesus Christus darf ich zu dem Schöpfer und Erhalter der ganzen Welt „Vater“ sagen. Das ist mit meinem Menschen-Verstand nicht zu begreifen. Lassen Sie Ihr Vaterbild durch die Bibel immer wieder korrigieren. Mir hilft das ungemein.

Schauen wir uns nun doch mal an, wofür Paulus hier betet. Auch davon kann ich als Christ für mein Gebet lernen. Meine Frau und ich, wir beten morgens meistens für andere Menschen, Menschen in Leid und Not. Besonders auch für Verwandte, Freunde und Mitchristen. Das klingt in der Regel ganz anders, als das, was ich hier bei Paulus lese.
 

Wofür Paulus betet: Kraft, Christus und Liebe

Zuerst betet Paulus, dass die Christen in Ephesus mit der lebendigen Kraft des Geistes Gottes gestärkt werden. „Dynamis“ heißt es hier im Griechischen für diese Kraft. Gestärkt, nicht mit Muskeln und Gesundheit, sondern im „Inneren Menschen“. Das meint mein Erkenne

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