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Back to EpisodesBlick aus einer größeren Perspektive
Description
Ein bitterkalter Tag am Frühlingsanfang. Schneeregen. Ich bin auf der Heimreise mit der Deutschen Bahn. In Kassel-Wilhelmshöhe muss ich umsteigen. Alle Züge Richtung Norden sind 90 Minuten verspätet. Das nimmt noch zu im Laufe der Zeit. Ich setze mich in ein Café. Um mich herum lauter Gestrandete wie ich.
Manche regen sich furchtbar auf. „Was für eine Katastrophe! Hier funktioniert ja mal wieder gar nichts!“ So reden sie. Irgendwann ist es mir zu viel. Ich sage: „Wissen Sie, wir sitzen hier im Warmen. Wir haben zu trinken und zu essen. Wir sind in Sicherheit. Es könnte uns echt schlimmer treffen.“ Auf einmal ändert sich die Stimmung. Alle stimmen mir zu. Bilder von den Kriegen sind auf einmal in den Köpfen präsent. Aus dem Iran, aus Israel. Aus der Ukraine, wo ein großer Teil der Infrastruktur zerstört wurde, Heizungen, Wasserleitungen. Wo die Menschen Angst haben, wo sie frieren und um ihre Zukunft bangen. „Sie haben recht, wir jammern auf hohem Niveau“, meinte einer, „wir sollten dankbar sein.“
Dabei gebe ich zu: Ich jammere selber auch manchmal. Nicht immer gelingt mir der Blickwechsel aus einer größeren Perspektive, von außen.
Und genau dazu ermutigt uns der Schreiber des Hebräerbriefs. Er schreibt im Hebräerbrief, Kapitel 12,28:
Darum, weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt.
Ein Reich, das nicht erschüttert wird. Wir erleben gerade viele weltpolitische Erschütterungen. Ich hätte vor 10 Jahren nicht gedacht, dass wir derart von Kriegen umgeben sein würden. Frieden schien doch in greifbare Nähe gerückt. Aber es war eine unrealistische Wolke, auf der ich schwebte. Ein friedliches Reich, das nicht erschüttert wird, das wird es wohl erst am Ende der Zeiten geben. In unserer Welt ist das Böse leider überaus aktiv.
Der Schreiber des Hebräerbriefs gibt der Situation einen neuen Rahmen: Er sagt: Denkt dran, ihr gehört zum Reich Gottes, das nicht erschüttert wird. Euer Schicksal wird nicht durch den Krieg besiegelt, und auch nicht durch persönliche Schicksalsschläge, durch Krebs oder Unfall. Euer Schicksal wird durch Gott besiegelt, es liegt in seiner Hand. Ihr seht jetzt nur einen kleinen Ausschnitt, den größeren Rahmen gibt Gott vor: Sein Reich, das ewig ist. Erinnert euch daran, und seid dankbar.
Ich komme noch mal auf die De