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Back to EpisodesKein zerschnittenes Tischtuch
Description
„Wenn wir uns’re Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“
Das ist der 9. Vers gleich im 1. Kapitel des ersten Johannesbriefes und ist uns für den heutigen Tag mitgegeben als Lehrtext aus den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine.
Das Bundesamt für Naturschutz führt sogenannte „Rote Listen“, auf denen besonders gefährdete und streng geschützte Tiere und Pflanzen in Deutschland geführt werden. Dass diese Listen immer länger werden und allenthalben das Artensterben beklagt wird, ist Ihnen sicher bekannt!
Ich könnte eine solche „Rote Liste“ auch für Worte und Begriffe führen, die nach und nach aus dem deutschen Sprachgebrauch verschwinden und mit ihnen das Wissen und Bewusstsein, für das sie stehen. Das Wort „Sünde“ oder „sündigen“ würde vermutlich ganz oben auf einer solchen Liste stehen!
In der Bibel nimmt das Thema „Sünde“ dagegen breiten Raum ein; vielmehr noch die Frage, wie sie überwunden und wieder aus dem Weg geräumt werden kann. Davon spricht auch der Bibelvers aus dem 1. Johannesbrief.
Die Bibel versteht unter „Sünde“ ein Verhalten, das den Bruch einer Beziehung zur Folge hat oder sie zumindest schwer belastet. Es geht also weniger darum, einen Katalog zu erstellen, was denn nun Sünde ist oder nicht, sondern darum, wie ich in intakten und heilsamen Beziehungen leben kann. Sie kennen sicher auch folgende Redensarten: „Da steht etwas zwischen uns“, oder „nach diesem Vorfall kam es zum Bruch zwischen uns“. Sehen Sie, genau diesen Vorgang des Beziehungsabbruchs nennt die Bibel „Sünde“. Man geht auf Distanz. Man hat sich nichts mehr zu sagen.
Das gilt nun in allererster Linie für die Beziehung zu Gott. Gott, so sagt es unser Bibelvers, ist „treu und gerecht“: Das sind zwei biblische Schlüsselbegriffe. Sie besagen, dass Gott die Beziehung und die Verbundenheit mit uns Menschen sucht – so sehr sucht, dass er in Jesus Christus selbst zu einem Menschen geworden ist. Man spricht heute ja gerne von „Beziehungsfähigkeit“ oder gar „Beziehungstauglichkeit“. Für Gott gelten diese Eigenschaften im absoluten Maße – im Gegensatz zu uns Men