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Description
Lobpreis der Superlative – Eine Einführung
Haben Sie schon mal eine Fußballreportage aus Südamerika gesehen und gehört? Wo dem deutschen Kommentator wenige Worte reichen, überschlägt sich der Kollege aus Südamerika in eine begeisterte, überschäumende, endlose Beschreibung des Geschehens. Das reißt mit und steckt an!
So ist auch das Gebet von Paulus, ein Lobpreis der Superlative, in den höchsten Tönen, womit Paulus diesen Brief eröffnet (ab Vers 3). Als könne Paulus sich gar nicht beruhigen über die großen Taten Gottes: freudig, lebendig, voller Akkorde und Klänge. Deren vorläufiger Endpunkt: die neue Gemeinschaft der Christen weltweit, die alte Gräben überwindet.
Ich habe mich gefragt, wie ist da mein Lob? Ich merke, da kann ich noch dran arbeiten.
Paulus und der Brief an die Epheser
Aber zuvor stellt sich Paulus selber vor (Vers 1f), als Verfasser des Briefes mit apostolischer Autorität, von Jesus beauftragt und gesandt. Den Brief hat er wahrscheinlich um das Jahr 62 geschrieben, in römischer Gefangenschaft, kurz vor seinem Tod. Es war wohl ein Rundbrief an die Gemeinden in Kleinasien, damals Provinz Asia (das ist die heutige Türkei), deren Hauptstadt Ephesus war.
Beim Lesen muss ich erst mal richtig durchatmen. Hier ist ein Herz übervoll von Gotteslob und Glaubensfreude. Das ist nicht nur ein Predigttext zum Hören. Jedenfalls nicht, wenn ich jeden Gedanken auch verstehen will. Da muss ich einiges wissen, um das Gesagte zu verstehen. Ich will versuchen, den „Wumms" zu spüren, wie ein bekannter Politiker mal gesagt hat.
Ich lese hier, kompakt, die große Erzählung der Heilsgeschichte: Auf der einen Seite die Ewigkeit Gottes – und auf der anderen Seite auch – und dazwischen die Heilsgeschichte in Jesus – und wir, Sie und ich mittendrin.
Drei Schwerpunkte der göttlichen Erwählung
Ich entdecke drei Schwerpunkte:
- 1. Erwählt: „Ehe der Welt Grund gelegt war". Ich wäre von mir aus nie auf den Gedanken gekommen, mich zu entscheiden Gott zu dienen und sein Werk zu tun. Mit Paulus kann ich sagen, Gott hat mich dazu erwählt. Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Ihr habt nicht mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt" (Johannes 15,16). Alles kommt von Gott. Es wäre Hochmut, mir einzubilden, ich entscheide alles. Es ist das große Wunder, dass Gott mich erwählt hat. Und das anschließend der Heilige Geist mich im geistlichen Leben und Dienst lenkt und mir eingibt, was ich tun soll.
- 2. Gott hat uns erwählt, um uns mit den himmlischen Gütern zu segnen. Wir können aus eigener Kraft viel erreichen. Aber niemand kann aus eigener Kraft ein gläubiger Mensch werden und innerlich Frieden finden. Das kann nur Gott in uns bewirken.
- 3. Paulus weist darauf hin, dass Gott uns erwählt hat, damit wir heilig und unsträflich seien. Gott ist im höchsten Maße heilig, weil er anders ist als wir Menschen. So hat Gott auch die Christen erwählt, damit sie sich von anderen Menschen unterscheiden. In vielen Ländern der Erde müssen Christen, damals und heute, ihre Andersartigkeit mit Hass und sogar mit ihrem Leben bezahlen. Lassen Sie uns ehrlich sein, uns reicht es doch oft, als Christen ein anständiges Leben zu führen und Mitglied einer Kirche oder Gemeinde zu sein.
Paulus jedoch weist darauf hin, dass Christen sich dadurch unterscheiden, dass sie nicht unter dem Zwang von Vorschriften und Gesetzen handeln, sondern ausschließlich unter dem Willen Jesu. Christi Liebesgebot beinhaltet: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt, und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Matthäus 22,37.39). Wenn genug Christen den Mut besäßen, anders zu sein als ihre Mitmenschen und sich aussc