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Eine Überraschung am Ostermorgen

Published 2 months, 1 week ago
Description
Der Bibeltext Johannes 20,1-10 – ausgelegt von Edgar Penning.

Überraschung am Ostermorgen – damals und heute

Nach über 45 Jahren bleibt mir eine EC-Jugendfreizeit zu Ostern gut in Erinnerung. Am Ostermorgen um 8 Uhr wurde es etwas unruhig. Worte wie – „Was soll das denn?" – „Wer kommt auf solch eine verrückte Idee?" – „Weg damit!" – schallten aus den Schlafzimmern der Jugendlichen. Ich hatte nachts zuvor vor jeder Schlafzimmertür ein Banner gespannt. Darauf stand: „Der Herr ist für Dich auferstanden!" Ob diese Botschaft ankam, bezweifle ich ein wenig. Eines wurde mir deutlich: Überrasche am frühen Sonntagmorgen keinen Teenager im Schlafanzug.

An dem ersten Ostermorgen vor ca. 2000 Jahren sind es Frauen, die im Morgengrauen eine Überraschung erleben. Der Evangelist Johannes erzählt den Ostermorgen gegenüber den anderen drei Evangelisten ein wenig anders. Die Hauptaussage aller Berichte ist allerdings deckungsgleich. Denn alle vier Evangelisten sind sich einig: Jesus, der Gekreuzigte, ist von den Toten auferstanden. Im heutigen Bibelabschnitt hält Johannes die Erscheinung Jesu noch zurück. Dies erfahren wir erst im nächsten Abschnitt ab Vers 11. Gedanken dazu werden dann im zweiten Teil morgen im „Bibel heute"-Beitrag zu hören sein.

Maria Magdalena am leeren Grab

Bleiben wir vorerst im ersten Teil, von dem Johannes berichtet. Dass die Frauen Jesus mit wohlriechenden Ölen einbalsamieren wollen, erwähnt Johannes hier nicht. Seine Berichterstattung fällt an dieser Stelle sehr kurz aus. Johannes konzentriert sich mehr darauf, wie Maria Magdalena den Ostermorgen erlebt. Als Maria am Ostermorgen das Grab erreicht, traute sie ihren Augen nicht. Das Grab von Jesus war bereits geöffnet. Ich kann mir gut vorstellen, welche Fragen Maria gestellt hat. Wer hat den Stein vorzeitig weggerollt? Wer kommt auf solch eine kuriose Idee, einen Leichnam zu stehlen? Wohin haben sie Jesus wohl gebracht? Diese Frage stellte sie auch den Jüngern. Maria erkennt die Zeichen von Jesu Auferstehung noch nicht. Sie bleibt vorerst im Ungewissen. Auch wenn Johannes nur Maria erwähnt, bedeutet es nicht, dass nicht auch weitere Frauen anwesend sind. Dafür spricht Vers 2, der uns gleich zwei Geheimnisse offenbart. Dort heißt es: „Da läuft sie (Maria Magdalena) und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebhatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben." Das zweite Geheimnis ist die Bezeichnung des namenlosen Jüngers, den Jesus liebhatte. Mit größter Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem namenlosen Jünger um den Evangelisten Johannes selbst. Vermutlich will Johannes sich in aller Bescheidenheit nicht mit seinem Namen in den Vordergrund stellen. Als die Jünger die Nachricht von Maria erhalten, entfacht sich ein olympisches Wettrennen zwischen Petrus und Johannes. Demnach ist Johannes der sportlichere Typ. Petrus ist allerdings der mutigere und schaut zuerst in das leere Grab. Auch Johannes tritt danach in das Grab hinein. Es sieht so aus, als wenn Jesus durch das Leinentuch hindurchgeschlüpft ist. So hätte kein Mensch das Leinentuch hinlegen können. Das gepflegt zusammengefaltete Schweißtuch hat Johannes davon überzeugt, dass hier etwas Großartiges geschehen ist. Es heißt im Text: Johannes kann glauben. Verstehen kann Johannes die Zusammenhänge der Auferstehung aber nicht. Letztendlich gehen Petrus und Johannes wieder zu den anderen Jüngern zurück.

Es ist auffallend, dass Petrus hier nicht zu Wort kommt. Keine Silbe kommt über seine Lippen. Es kann gut sein, dass es Petrus die Sprache verschlagen hat. Seine Stille macht mich nachdenklich. Vielleicht auch ein Hinweis darauf, wie sich der Gemütszustand aller Beteiligten vor dem leeren Grab befunden hat. Zuerst Jesu Kreuzigung und jetzt das Verschwinden von Jesus. Wäre ich damals dabei gewesen, hätte ich mich auch zurückgezogen. Denn ich benöt

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