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Back to EpisodesTaktik greift nicht
Description
Pilatus – Feigling und Taktiker
Die Passionszeit neigt sich dem Ende zu. Heute – am Gründonnerstag – steht Jesu Kreuzigung am Karfreitag unmittelbar bevor. Es geht um die Gerichtsverhandlung vor dem römischen Prokurator Pilatus. Ganz schön spannend.
Das Ganze erinnert mich an den Block-Prozess, in dem Christina Block angeklagt ist, ihre eigenen Kinder entführt zu haben. Es gibt immer neue Wendungen. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Gerichtsverhandlungen ist, dass es für Christina Block lediglich um eine Freiheits- oder Geldstrafe geht, bei Jesus aber um ein Todesurteil.
Ich möchte deutlich machen: Jesus muss um sein Leben fürchten, das höchste Gut, das es für Menschen gibt!
Drei Personen bzw. Personengruppen spielen in dem Prozess gegen Jesus die Hauptrollen: Pilatus, ein Teil des jüdischen Volkes und natürlich Jesus selbst.
Die erste Hauptperson ist Pilatus. Juden hatten Jesus zu Pilatus gebracht, damit er das Todesurteil gegen Jesus verkündigt und vollstreckt.
Bereits im Kapitel 18 des Johannes-Evangeliums hatte Pilatus erkannt, dass Christus nicht des Todes schuldig ist, ja, gar keine Schuld hat. Christus ist der einzige Mensch, der kein Sünder ist. Die logische Konsequenz wäre gewesen, dass Pilatus Jesus freigelassen hätte. Aber Pilatus tut das nicht. Nein, er lässt Jesus geißeln von seinen Soldaten. Was für eine Schande! Ein Unschuldiger wird geschlagen und gefoltert. Und als Höhepunkt bekommt Jesus noch eine sehr schmerzende Dornenkrone auf den Kopf gesetzt. Eine grausame Tat! Welcher Teufel – im wahrsten Sinne des Wortes – hat Pilatus geritten?
Ich betone es ausdrücklich: Der Satan, der Teufel als Gottes Widersacher, hat Pilatus zu dieser Tat verführt. Das war aber nur möglich, weil Gott das zugelassen hat. Gott wäre es ein kleines gewesen, seinen Sohn zu befreien, aber Jesus musste als Teil seines Erlösungswerkes für uns leiden. Es war Gottes Plan. Daraus folgt, dass letztendlich Gott alle Fäden in der Hand hält. Pilatus ist nur ein Werkzeug in Gottes Hand – auch wenn es anders aussieht.
Pilatus ist nach meinem Urteil ein Feigling. Ihm wäre es ohne weiteres möglich gewesen, Jesus freizulassen. Er hatte die Macht dazu. Pilatus war der Vertreter des Römischen Weltreiches in Israel. Ihm stand eine Garnison von kampferprobten Legionären zur Verfügung. Widerstand gegen diese militärische Macht war zum Scheitern verurteilt. Solche Erfahrungen hatten schon Aufständische gemacht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Warum lässt Pilatus Jesus nicht frei? Im Text steht, dass Pilatus sich noch mehr fürchtete. Für mich nicht ganz nachvollziehbar, wie ich gerade beschrieben habe. Ich denke, Pilatus wollte es sich nicht mit den Juden verderben. Er wollte Ruhe haben in seinem Herrschaftsbereich. Diese Ruhe sah Pilatus gefährdet, wenn er durch die Freilassung Jesu sich den Unmut eines Großteils der Juden zugezogen hätte. Aus Sicht des Pilatus ist es nur folgerichtig, dass er dem jüdischen Anliegen entgegenkommt und Jesus, wenn schon nicht töten, dann doch wenigstens geißeln lässt. Aus seinem Verhalten wird deutlich, dass Pilatus konfliktscheu ist.
Ich persönlich komme mit dem Verhalten von Pilatus gar nicht zurecht. Das ist doch ungerecht, was er Jesus antut. Ihm geht es nur um seine Macht. Ich bin traurig und wütend auf Pilatus! Ich kann Ihnen nur empfehlen, zu Ihren Überzeugungen zu stehen. Stellen Sie sich auf die Seite des Rechts!
Natürlich ist Pilatus mit seinem Verhalten auch ein Taktiker. Seine Taktik besteht darin, sowohl den vor ihm stehenden Juden als auch Jesus etwas zu geben.
Der gescheiterte Kompromiss und der Druck der Menge
Sein Ziel ist es, damit Jesus und die Juden zumindest teilweise zufriedenzustellen: Jesus behält sein Leben und die Juden bekommen eine Bes