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Back to EpisodesFührungsstärke ist gefragt
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Führungsstärke ist gefragt. So heißt es immer wieder, wenn es um Leitungspositionen geht. In der Politik, in Unternehmen, auch in der Kirche. Denn viele wollen, dass es vorangeht. Es nervt, wenn Verantwortliche sich gegenseitig im Weg stehen. Wenn notwendige Entscheidungen blockiert werden, weil sich die zuständigen Leute nicht einig werden. Oder weil Einwände und Bedenken kein Ende nehmen. Dann wünsche ich mir, dass jemand endlich mal auf den Tisch haut. Dann ist Führungsstärke gefragt.
Gut finde ich das meist nur, wenn auch in meinem Sinne entschieden wird. Wenn sich jemand mit Ansichten durchsetzt, die ich für falsch halte, meckere ich gern über „die da oben“. Ich ärgere mich, dass niemand auf mich hört. Wer anderen die Entscheidungen überlässt, braucht selbst zwar keine Verantwortung zu übernehmen. Aber ich muss dann auch akzeptieren, dass es nicht immer nach dem eigenen Kopf geht.
Führungsstärke allein ist keine Garantie für gute Entscheidungen. Es gibt genug Beispiele, wie irgendwelche Führer ganze Nationen ins Unheil geführt haben. Wer führt, sollte das kompetent tun. Welche Kompetenzen braucht es, um gut zu führen? Wie gewinnt man Führungsstärke? Kommt es auf die härtesten Ellenbogen an? Macht es die lange Studienbiografie? Oder der Beifall der Menge?
Ein biblischer Leiter, der zweifellos erfolgreich und führungsstark war, ist Mose. Um ihn geht es in dem Bibelvers, der in den Herrnhuter Losungen für heute als Tagestext ausgelost wurde. Er steht im 2. Buch Mose, Kapitel 33, Vers 15: „Mose sprach zu dem HERRN: Wenn nicht dein Angesicht vorangeht, so führe uns nicht von hier hinauf.“
Mose hatte eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Er sollte das Volk der Israeliten aus dem Frondienst in Ägypten befreien und sie in ihre neue Heimat führen. Als er dieses Gebet spricht, hat er schon eine Menge geschafft. Die Israeliten sind unter dramatischen Umständen aus Ägypten geflohen und haben den Wüstenberg Sinai erreicht. Dort hat Mose von Gott die Grundsätze ihres künftigen Glaubens und Lebens bekommen. Aber noch am selben Ort haben sie schon gegen diese neue Ordnung verstoßen.
Vor ihnen liegen noch hunderte Kilometer Wüste. Es braucht Nahrung und Wasser für viele Menschen. Dazu drohen gewaltsame Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen. Ein richtig dickes Brett, was Mose zu bohren hat. Und er weiß, dass er auch mit inneren Schwierigkeiten rechnen muss. Die Bibel erzählt, wie sein Volk ihm immer wieder misstraut und ihm die Gefolgschaft verweigert. Da wird Mose Führungsstärke brauchen.
Wenn ich die Bibel lese, erlebe ich auch einen Mose, der selbst zweifelt. Der verzagt sein kann. Der manchmal am liebsten aufgeben will. Weil er weiß, dass auch seine Kraft begrenzt ist. Er ist nicht derjenige, der sich alles zutraut. Später heißt es über ihn einmal, er sei der demütigste Mensch auf Erden gewesen. (4. Mose 12,3)
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