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Jesus betet für Einheit

Published 2 months, 3 weeks ago
Description
Der Bibeltext Johannes 17,11b-26 – ausgelegt von Uli Limpf.

Das hohepriesterliche Gebet Jesu

Heute geht es um den zweiten Teil des Gebets von Jesus kurz vor seinem Tod. Es geht um das Gebet, das in vielen Bibeln das Hohepriesterliche Gebet Jesu genannt wird. Es ist ein besonderer Abschnitt, den der Jesus-Biograph Johannes hier überliefert. Als Jesus wusste, dass seine letzte Stunde auf Erden bald schlägt, da hat er das getan, was ihm wirklich wichtig war. Er hat noch einmal ausführlich mit seinen Jüngern geredet, er hat ihnen die Füße gewaschen. Und dann hat er unter allen letzten Dingen ein allerletztes getan, das Letzte, bevor sie ihn wie einen Verbrecher in Ketten gelegt haben. Er hat gebetet.

Kein anderes Gebet wird in den Evangelien von Jesus in dieser Ausführlichkeit und Länge wiedergegeben. Keines! Warum dann dieses? Warum überhaupt wird hier der intimste Vorgang, den es gibt, das ganz persönliche Gespräch, das Jesus mit dem Vater führt, in dieser Ausführlichkeit erzählt? Für mich gibt es dafür nur einen Grund. Als Jünger Jesu sollen wir wissen, was der Vater und Sohn über uns denken und reden, was sie beschließen und sich vornehmen, was ihr Anliegen ist, wenn es um uns geht.
 

Kindheitserinnerung – Zuhören bei den Eltern

Mein Vater war Orthopädieschuhmacher. Unsere Wohnung lag direkt über seiner Werkstatt und ich kann mich gut erinnern, dass ich als kleines Kind, wenn ich abends eigentlich schon schlafen sollte, aus dem Bett gekrochen bin und mich oben an die Treppe gestellt habe, um zu hören, was mein Vater und meine Mutter miteinander reden. Als kleines Kind wollte ich wissen, ob es ihnen gut geht, ob sie vielleicht über mich reden und wenn ja, was sie dann über mich reden.

Hier beim hohepriesterlichen Gebet dürfen Sie und ich zuhören, wie Jesus und der Vater über die Jünger reden und auch über uns, weil wir zu denen gehören, die durch das Wort der Jünger zum Glauben an Jesus gefunden haben. Dieses Gebet ist uns deshalb überliefert, dass wir, die wir Jesus unser Vertrauen geschenkt und unser Leben gewidmet haben, mithören, wie sehr wir umsorgt und geliebt werden. Jesus bespricht mit dem Vater, was jetzt mit uns werden soll und er sagt ihm: Vater, jetzt musst du sie bewahren und keinen verlieren, jetzt musst du sie heiligen, einigen und senden. Spüren Sie die Fürsorge und das Mitgefühl Jesu für die, die er jetzt nach seinem Tod, seiner Auferstehung und Himmelfahrt zurücklässt?

Dass Jesus für uns betet, ist wohl nötig. Warum ist das nötig? Weil wir es alleine nicht packen, weil wir ihn dringender brauchen als die Luft zum Atmen. Wer bringt uns ans Ziel? Der Vater! Wer heiligt und bewahrt uns? Der Vater! Wer baut und eint die Gemeinde? Der dreieinige Gott! Der frühere bayerische Bischof Hermann Bezzel hat es einmal so formuliert: „Die Abhängigkeit von Gott ist unser Glück.“

Werfen wir einen kurzen Blick auf die wichtigsten Gebetsanliegen, die Jesus hier mit seinem Vater bespricht.
 

Die Gebetsanliegen Jesu

1. Erhalte sie in deinem Namen

Das ist zunächst einmal die Bitte Jesu um Bewahrung. Diese Bitte erinnert stark an die Hirtenrede Jesu im Johannesevangelium, Kapitel 10. Da sagt Jesus, dass niemand die Jünger aus seiner Hand reißen kann. Solange Jesus bei ihnen war, hat er sie bewahrt. Aber jetzt geht er weg. Jetzt muss der Vater diese Aufgabe übernehmen. Erhalte sie, das heißt Jesus bittet darum, dass der Vater selbst die Nachfolger Jesu bewahrt, beschützt, versorgt und ans Ziel bringt.

In Vers 14 macht Jesus deutlich, wie er das bewerkstelligt hat, dass er seine Jünger bewahrt hat. Er hat ihnen sein Wort und uns die Bibel gegeben. Das ist ja in der Tat so, dass die Bibel für meinen Weg wertvoll, hilfreich, wegweisend ist.

Dann macht Jesus aber auch deutlich, wie nötig es ist, dass der Vater die Jünger bewahrt. Denn die sogenannte Welt hat eine a

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