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Back to EpisodesWas schlägt die Stunde?
Description
Wissen Sie, was die Stunde geschlagen hat?
Wissen Sie, was die Stunde geschlagen hat? Ich meine jetzt nicht die Uhrzeit, die Sie auf einer Uhr ablesen können oder welche die Glocken des Kirchturmes mit ihren Schlägen verkündigen. Ich meine: Wissen Sie, wann ihre Zeit gekommen ist?
Eine Hospizmitarbeiterin erzählte mir vor einigen Jahren von ihrer Arbeit. Sie berichtete von ihren Erfahrungen, die sie in der Begleitung von Sterbenden gemacht hat. Mancher Mensch hadert noch auf dem Sterbebett mit seinem Leben. Er ist unzufrieden und bereut es, gewisse Dinge unterlassen zu haben. Aber viele der Sterbenden blicken dankbar auf ihr Leben zurück. Sie sind zufrieden. Eins haben aber fast alle Sterbenden gemeinsam: Sie wissen im Inneren, dass ihre Stunde gekommen ist. Sie spüren, dass ihr Leben zu Ende geht. Oft spüren sie dies schon viel früher, bevor die Angehörigen es überhaupt merken.
Auch Jesus weiß in unserem heutigen Text, dass seine Stunde nun gekommen ist. Jesus weiß: Der göttliche Plan der Erlösung geht der Vollendung entgegen. Mehrere Male hat Jesus in der Vergangenheit gesagt: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Jetzt ist seine Stunde da. Jesus wird verhaftet und gekreuzigt werden. An diesem Übergang sucht Jesus das Gespräch mit seinem Vater. In der Vergangenheit hat er sich dazu oft in die Einsamkeit zurückgezogen. Diesmal betet er öffentlich. Seine Jünger können hören, was und wie er zu seinem Vater spricht.
Jesu Gebet um Verherrlichung
„Vater, die Stunde ist da; verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.“ Jesus bittet um Verherrlichung. Das große Ziel der Erlösung soll erreicht werden. Durch ihn sollen alle Menschen, die an ihn glauben, gerettet werden.
Ich finde es interessant, wie Jesus hier betet. Jesus betet zwar für sich. Aber es geht ihm nicht darum, sein Leid zu verhindern. Er betet nicht: „Vater, bewahre mich vor meinem Leid.“ Nein, Jesus betet: „Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.“ Jesus hat Gottes Plan im Blick. Der Plan des Vaters soll zum Ziel kommen.
Ich frage mich: Worum geht es bei unseren Gebeten zu Gott? Haben wir Gottes Plan im Blick? Oder drehen wir uns nur um unsere eigenen Interessen und Sorgen?
Jesus bildet im Gebet eine vollkommene Einheit mit seinem Vater. Er betet: „… denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.“
Jesus führt aus, was der Vater ihm geboten hat. Er gibt allen, die der Vater ihm anvertraut hat, das ewige Leben. Im folgenden Satz erklärt Jesus selbst, was unter dem Begriff „ewiges Leben“ gemeint ist. Jesus sagt: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Erkennen meint hier mehr als nur ein Für-wahr-Halten einer Botschaft. Wenn Jesus hier von erkennen redet, dann meint er eine persönliche und innige Beziehung zu ihm und dem Vater. Aus dieser innigen Beziehung heraus erwachsen dann auch Taten.
Das können wir bei Jesus lernen. Durch die geistliche Einheit, die Jesus zum Vater hat, kann Jesus dessen Plan ausführen. Daher betet er: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue.“
Dankbarer Blick auf die Vollendung
Obwohl das Leiden Jesu und seine Kreuzigung und Auferstehung noch vor ihm liegen, betet Jesus hier so, als wäre das alles schon geschehen. Er ist sich sicher, dass er Gottes Plan erfüllen wird. Im Kapitel vorher hat er bereits in der Vergangenheitsform geredet: „Ich habe die Welt überwunden.“ Obwohl alles noch vor ihm liegt, blickt Jesus bereits jetzt dankbar auf das, was geschehen wird, zurück.
So dürfen auch wir Christen bereits jetzt dankbar sein für das, was uns nach uns