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Pädagoge Zierer und Cicero-Autor Brodkorb: „Bildung ist, jeden Tag darum zu kämpfen, sich selbst zu überbieten"

Published 3 weeks ago
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Cicero Podcast Politik

Seit Jahren wird das sinkende Leistungsniveau an deutschen Schulen beklagt. Doch um mehr „Bildungsgerechtigkeit“ zu erreichen, mache die Politik genau das Falsche, sagen die Autoren Mathias Brodkorb und Klaus Zierer im Cicero-Podcast Politik.

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Mathias Brodkorb und Klaus Zierer: Tyrannei der Gleichheit. Für mehr Gerechtigkeit in Schule und Gesellschaft, Matthes und Seitz Berlin 2026

Inhalt Podcast:

Zierer: 02:52 "Es ist ein Ziel von Bildung, dass ich über Leistungen mich entwickle und es ist auch ein Ziel der Bildung mit Druck, der vielleicht im System steht, umgehen zu lernen. Erst daraus resultiert vielleicht Angst und selbst mit der Angst muss ich positiv umgehen können. Mit anderen Worten, wir tun der nachwachsenden Generation keinen Gefallen, weiter am Leistungsanspruch zu drehen, den rauszunehmen, weil Bildung nur über Leistung funktioniert."

Brodkorb: 03:41 "Also die Idee, wenn ein Kind fröhlich und zufrieden ist, dann ist es eher in der Lage zu lernen und tut es auch, als wenn es auch gewissem Druck ausgesetzt wird. So jetzt weiß jeder Vater, jede Mutter, das Pubertier ist ein merkwürdiges Lebewesen und nein, die Kinder räumen nicht von alleine das Zimmer auf. Und bei den Hausaufgaben sieht es genauso aus. Also dieses Weltbild, das da pädagogisch dahinter steht, hat einfach mit Heranwachsenden relativ wenig zu tun. Es mag manche Exemplare des Pubertiers geben, die auf so eine pädagogische oder Kuschelpädagogik anspringen, will ich nicht ausschließen, aber das sind eher Einzelphänomene."

Brodkorb: 15:51 "Es geht darum, dass wir sozusagen nicht mehr zu akzeptieren bereit sind, dass diese Dinge aber Grenzen haben, dass nicht aus jedem Schüler mit der richtigen Förderung Albert Einstein werden kann. Diese einfache Tatsache wollen wir nicht akzeptiert. Deswegen messen wir Jahr um Jahr, ob die Bildungsergebnisse zwischen den Schülern jetzt endlich gleicher geworden sind. Und das kriegen Sie nur hin, wie Pisa zeigt, eher erfolgreich, ja, jetzt gibt es mehr Gleichheit durch weniger Leistung, vor allem der Besten. Herzlichen Glückwunsch!"

Brodkorb: 22:07 "Unser Buch ist keine Anklage gegenüber Lehrern, sondern gegenüber der Politik. Das heißt, jeder Lehrer muss in jeder Klasse an den Schüler glauben, weil er nicht weiß, was nach ein paar Jahren Entwicklung rauskommen kann und muss deshalb auch entsprechend fördern. Aber eine Politik, die die Schulsysteme so aufstellt, als könnte wirklich am Ende jeder alles werden und dasselbe Ziel erreichen, eine solche Schulpolitik ignoriert Realitäten, gibt viel Geld aus und wundert sich dann nach vielen Jahrzehnten, dass sie das Ziel nicht erreicht hat, das sie sich gestellt hat, weil es von Anfang an Quatsch war."

Brodkorb: 27:40 "Ich will nur Folgendes sagen. Wenn man hohe Löhne und hohe Sozialleistungen behalten will, muss man technologisch Spitze sein. Und Technologiespitze geht nicht ohne Intelligenz und Wissen und Leistung. Es tut mir leid. Es ist unmöglich. Das heißt, eigentlich müsste jeder Politiker, mal wenn er mal ein bisschen langfristig denkt, sich klar machen, dass sich an dieser Frage der sozialen Zusammenhalt und der wirtschaftliche Erfolg dieses Landes und vielleicht sogar die Zustimmung zur Demokratie entsch

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