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Published 3 months ago
Description
Der Bibeltext Johannes 14,1-14 – ausgelegt von Holger Kerschbaum.

Jesu bewusster Weg ans Kreuz

In der Passionszeit erinnern sich Christen an Jesu Weg zum Kreuz. Wenn ich mir diesen Weg anschaue, bemerke ich: Jesus ist sich darüber im Klaren, was vor ihm liegt. Ganz bewusst geht er diesen Weg. Jesus geht den Weg, der ihn ans Kreuz bringt. Er geht den Weg, um sein Leben als Lösegeld für Sie und mich zu geben. Jesus geht den Weg, der ihn ins Grab bringt. Wo er dann von den Toten auferweckt wird. Nichts auf diesem Weg ist Zufall. Sondern alles, was Jesus hier tut, passiert bewusst.

Das Wort von Jesus, das Sie gerade gehört haben, hat Jesus auch auf diesem Weg zum Kreuz gesprochen. Als Jesus diese Worte sagt, sind die Füße der Jünger schon gewaschen. Judas wurde bereits vor seinem Verrat gewarnt, und Jesus hat Petrus schon gesagt, dass Petrus ihn verleugnen wird.

Aus Jesu Sicht ist zwar alles klar und nichts hat ihn überrascht: weder Verrat noch Gefangenschaft, weder der Ausgang des Prozesses noch die Hinrichtung hat Jesus überrascht.
 

Habt keine Angst – Vertrauen in der Krise

Aber das gilt natürlich nicht für die Jünger. Wir dürfen nicht vergessen, für die Jünger kam kurz darauf der Moment, wo sich ihre Welt völlig, radikal und unvermittelt verändert.

Und diesen Jüngern, die kurz davor sind, dass sich für sie alles verändert, deren Welt absolut ins Wanken kommt, diesen Jüngern sagt Jesus:

„Habt keine Angst! Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ Habt keine Angst und habt Vertrauen.

Mit Blick auf die traumatischen Ereignisse, welche die Jünger erwarten, ist es Jesus wichtig, seinen Jüngern eine ganz bestimmte Perspektive zu vermitteln. Jesus spricht über das Ziel und wohin er selbst geht: ins Haus seines Vaters, um einen Platz vorzubereiten. Wir feiern also an Ostern, salopp gesagt, dass Jesus schon mal den Umzug für uns vorbereitet.

Nun, ich schätze, die wenigsten von uns ziehen gerne um. Ich tue es jedenfalls nicht. Seitdem ich mein Elternhaus verlassen habe, wurde jeder Umzug größer und aufwändiger als der vorherige. In wenigen Wochen steht für uns als Familie wieder ein Umzug an, und das ruft sehr gemischte Gefühle hervor. Mir graut davor, aber wir haben uns als Familie dazu entschieden, weil der Umzug bedeutet, dass dann jedes unserer Kinder ein eigenes Zimmer hat. Aber ein Umzug bedeutet immer zuerst einmal Chaos, ich muss mich von manchem trennen, was am neuen Ort keinen Platz mehr hat. Und gefühlt wird es erst mal schlimmer, ehe es besser wird.

Zugegeben – verglichen mit dem Umzug, den Jesus meint, dem Umzug vom irdischen und endlichen hin zur ewigen Heimstatt ist das nur Pillepalle. Aber die Idee ist die gleiche: das Ziel, der Ausblick macht den Unterschied.
 

Die unbedingte Hoffnungsperspektive

Was für ein großartiger Ausblick für diejenigen, die Jesus vertrauen! Es wartet eine Wohnung im Vaterhaus auf mich. Jesus bereitet dort schon einmal alles vor, und wenn es so weit ist, kommt Jesus seine Jünger abholen.

Egal, wie erschrocken ich über diese Welt vielleicht gerade in diesem Moment bin, das ist der Ausblick, den Jesus seinen Jüngern anbietet. Eine unbedingte Hoffnungsperspektive. Was um mich herum passiert, mag mir Angst machen. Aber Glauben bedeutet, nicht in der Angst zu erstarren oder die Flucht zu ergreifen, sondern treu zu bleiben als Diener unseres Herrn. Das macht Jesus selbst immer wieder deutlich. Und das will Jesus seinen Jüngern sagen, kurz bevor die für sie traumatisierenden Ereignisse eintreten.

Christen haben eine unbedingte Hoffnungsperspektive! Jesus redet ja immer wieder davon, was das Schicksal der Welt ist. Das sind die sogenannten Endzeitreden Jesu. Und ja, das hört sich so an, als hätten sämtliche Weltuntergangsfilme von diesen Reden geklaut.

Aber wenn Jesus vom Ende der Welt redet, ist das keine Panikmache. Nein, er möchte, dass wir gerade dann nicht den Mut verlieren, sondern

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