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Back to EpisodesHerrlichkeit und Glaube
Description
Wie viel Herrlichkeit von Jesus steckt in meinem Glauben?
Wenn ich an den Anfang der Geschichte zurückdenke, könnte ich meinen, Jesus und sein Vater inszenieren hier eine Show unter dem Titel: „Gott präsentiert seine Herrlichkeit!" Jesus wird von Maria und Martha für den kranken Bruder Lazarus um Hilfe gerufen. Er lässt sich aber bewusst Zeit, bis es zu spät ist und sein Freund im Grab liegt. Als Tod und Trauer herrschen, macht Jesus sich auf den gefährlichen Weg nach Bethanien, wo man ihm im nahe gelegenen Jerusalem nach dem Leben trachtet. Während die Trauergesellschaft verzweifelt klagt und weint, tritt er als rettender Held auf. Das kann ich aus dieser Geschichte machen. Wenn ich aber genau hinsehe, entdecke ich einen ganz anderen Jesus: Er wird leidenschaftlich, zornig und weint voller Mitleid. Und er verfolgt zwei immer wiederkehrende Ziele, in denen sein Vater und ich die Hauptrollen spielen.
„Herr, wärst du hier gewesen"
Doch beginne ich mit Maria: Sie wirft sich Jesus demütig und anerkennend zu Füßen und nennt ihn ihren Herrn, obwohl er zu spät kommt. Was sie bisher mit Jesus erlebt hatte, war größer als der Tod ihres Bruders. Sie spricht dieselben Worte wie Marta aus: „Herr, wärst du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben." Das war ihre bisherige Erfahrung mit Jesus: ER hat Kranke gesund gemacht! ER hilft und heilt gerne! „Herr, wärst du hier gewesen" heißt auch: „Du bist zu spät gekommen!" Jetzt gibt es keine Hoffnung mehr. Jetzt bleibt nur die Trauer, das Leid und die Resignation. Doch Jesus kommt niemals zu spät, auch wenn es mir manchmal so erscheint. Gerade dann, wenn ich denke, jetzt ist alles aus und vorbei, kann und will Jesus mir seine Liebe und Größe neu offenbaren. Denn er ist niemals hilflos, hoffnungslos und resigniert. Er ist doch der Schöpfer und die Quelle allen Lebens. Wie und wodurch er mir neues hoffnungsvolles Leben einhauchen will, ist seine Entscheidung und sein Geheimnis. Deshalb bete ich in allen meinen ausweglosen Situationen: „Herr, du bist hier! Ich vertraue dir meine hoffnungslose Lebenslage an! Offenbare, zeige dein helfendes und heilendes Eingreifen." Jesus wollte Maria und Martha, seinen Jüngern und auch Ihnen eine weitere Herrlichkeit seiner Macht offenbaren. Deshalb hat er seine Hilfe hier hinausgezögert. Obwohl Jesus die ganze Dramatik der Geschichte im Voraus kennt, zieht er keine Show ab. ER ist mit allen Gefühlen dabei, die ich auch kenne: Liebe zum Freund – Erschütterung über den Tod – und Trauer mit den Leidenden. Jesus weiß, dass er Lazarus von den Toten auferweckt. Das macht ihn aber nicht gefühllos, oder lässt ihn fromm abgehoben über der Situation schweben. Jesus ist tief bewegt und sehr bestürzt über das Leid der Familie. Er weinte am Grab des Lazarus. Niemand kann besser mit Trauernden trauern als Jesus. Wie wenig hier eine fromme Show abgezogen wird, zeigt der zweimalige Hinweis, dass Jesus „ergrimmte", dass er sehr tief bewegt und zornig wurde. Er leidet also tief mit der Trauerfamilie und zugleich wird er zornig über die zerstörerische Macht des Todes. Ich erlebe hier seine leidenschaftliche Liebe mit, die sich mir zuwendet. Zugleich stellt Jesus sich gegen die Zerstörungsmächte über meinem Leben – gegen Verzweiflung, Trauer und Resignation.
„Es muss doch alles gut werden.“
Sören Kierkegaard war Zeit seines Lebens ein schwermütiger Mensch. Dennoch lebte er mitten in seinen Traurigkeiten von der Auferstehungshoffnung: Er schrieb diesen tröstenden Satz: „Es muss doch alles gut werden, weil Jesus auferstanden ist." Ich selbst habe meinen einzigen Bruder schon früh durch einen tödlichen Verkehrsunfall verloren – und damit auch meinen besten Freund. Seine beiden Kinder im Teenageralter schrieben Abschiedsbriefe, die bei der Beerdigung vorgelesen wurden. Mitten im Leid dankten sie ihrem Vater und sprachen von der Hoffnung und Freude auf ein Wie