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Back to EpisodesKlagen erlaubt
Description
Tiefe Trauer, großes Leid, körperliche Schwäche, die Schwere der Sünde. Was schwer in Worte zu fassen ist, verarbeitet König David in diesem Psalm. Psalm 38 gilt als der dritte von sieben „Bußpsalmen", in denen der Beter die Schwere seiner Sünde erkennt und diese vor seinem Gott bereut und auf seine Hilfe hofft.
Die Last, die König David hier beschreibt, wird beim Lesen deutlich. Vielleicht erstaunt das im ersten Moment kurz. Denn der König David ist ja der, von dem zahlreiche Heldengeschichten überliefert sind. Der, der ein großer König Israels war und ein Mann nach dem Herzen Gottes. Der den Riesen Goliath mit einem kleinen Stein erledigt hat. Der militärisch viele Schlachten gewonnen und Völker besiegt hat. Aber hier sehe ich, dass David auch der ist, der viel Leid getragen hat und seiner Klage vor Gott Raum gibt. Denn ich weiß auch, dass König David nicht perfekt war und in Sünde gefallen ist.
Er hat Dinge getan, die Gott nicht gefallen. Zum Beispiel hat er einmal die Frau eines anderen Mannes genommen oder eine Volkszählung unternommen, die Gott ihm nicht befohlen hatte. Mit seiner Sünde rebellierte er gegen seinen Gott und erkennt direkt zum Anfang des Psalms, dass als Folge seiner Sünde Gottes Zorn auf ihm liegt. Anstatt zu schweigen oder die Last dieser Sünde zu verdrängen, gibt David seinen Gefühlen Worte. Er tut Buße, bereut seine Sünde und kehrt um. Dies alles mündet in eine Hoffnung: dass Gott seine Hilfe sein wird und ihn trotz seiner Sünde nicht verlassen wird. Und daraus kann ich einiges lernen:
1. Klagen ist erlaubt
Als Erstes lerne ich, dass Klagen erlaubt ist. „Schon wieder nur Regen", „Ach, wann kommt der Frühling endlich", „Alles in den Läden wird ständig teurer" oder „Oh nein, ob mein Fußballverein je wieder gewinnt …" Diese Art von Klagen kommt Ihnen wahrscheinlich recht bekannt vor. Doch hier möchte ich über die Klage reden, die ich in der Bibel finde. Klage, die dann bedeutsam wird, wenn ich meine eigene Sünde erkenne oder schweres Leid mich trifft. Und das betrifft Sie und mich. Wenn ich in die christliche Welt blicke, sehe ich, dass oft kein Raum für Klage ist. Dass ich immer dankbar sein sollte und mich – auch wenn es mir gerade sehr schlecht geht – nicht beklagen darf.
Doch in Psalm 38, sowie an vielen weiteren Stellen in der Bibel, erkenne ich, dass auch die Klage über persönliches Leid einen Platz hat im Leben des Christen. Klagen ist erlaubt und das nicht nur für König David, sondern auch für uns heute. Vielleicht befinden Sie sich gerade in Umständen, die einfach schwer sind. Wo Sie am liebsten dieselben Worte wie König David beten würden. Dann lade ich Sie ein, vor Gott zu klagen und Ihren Gefühlen freien Raum zu geben.
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