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Gnade trotz Versagen

Published 5 months, 1 week ago
Description
Der Bibeltext 5. Mose 34,1-12 – ausgelegt von Martin Seltmann.

Mose steigt auf den Berg – sein letzter Weg

Mose steigt auf den Berg. Nicht zum ersten Mal in seinem Leben. Er ist auch schon auf den Berg Sinai gestiegen – einen 2000er Gipfel – sogar zweimal. Damals ging es um den Empfang der Gebotetafeln.

Diesmal stieg er auf einen nicht ganz so hohen Berg, den Berg Nebo. Der ist nur 800 m hoch. Fiel ihm der Weg möglicherweise schwerer? Nicht, weil er inzwischen deutlich älter war. Er hatte noch genug Kraft. Das steht ausdrücklich im Text. Sondern, weil er wusste, dass es sein letzter Weg sein würde. Auf diesem Berg würde er sterben.

Mose war darauf vorbereitet. Gott selbst hatte es ihm gesagt. Er würde dort sterben, weil er Schuld auf sich geladen hatte, und deshalb nicht das Volk in das gelobte Land führen durfte. Er hatte sich versündigt am Haderwasser. Das Murren und Zweifeln des Volkes Israel ist auch an dem Anführer Mose nicht spurlos vorübergegangen. Eigentlich war er ja immer derjenige gewesen, der für das Volk eingetreten ist, und der oft auch stellvertretend für das Volk geglaubt hat. Aber an einer Stelle war sie doch eben mal zu schwer, diese Last – und er hat auch mitgezweifelt, bzw. war ungehorsam.
 

Auch Glaubenshelden sind nicht perfekt

Auch für Mose – den größten Propheten und Führer des Volkes Israel gilt, was in einem Lied – „Besser sind wir nicht" – von Theo Lehmann steht, welches ich in meiner Jugendzeit gern gesungen habe:
„Auch der größte Glaubensheld manchmal in die Tiefe fällt,
und wer denkt, er ist perfekt, hat sich selbst noch nicht entdeckt" …

Mose, der Glaubensheld, hatte an einer wichtigen Stelle versagt. Deshalb darf er das Volk Israel nicht in das verheißene Land führen. Es wird deutlich: Die Bibel zeigt auch bei den größten Propheten, Anführern, Königen, Aposteln ihre Schwächen auf. Keiner ist ein Superheld. Alle sind – wie auch wir – abhängig von Gottes Gnade.

Aber trotz allem bleibt Mose Gottes Vertrauter. Und so steht auch sein Abschied unter Gottes Fürsorge und Segen.

Bevor Mose auf den Berg steigt, segnet er die Stämme Israels – jeden mit einem besonderen Segen.

Als er dann auf dem Berg ist, zeigt ihm Gott das verheißene Land. Mose darf es sehen. Er darf es mit seinen Augen aufnehmen. Das ist eine besondere Gnade:

Das heilige, verheißene Land sehen zu dürfen – in seiner Größe und Schönheit. Der Berg Nebo liegt heute in Jordanien. Und tatsächlich hat man dort einen phantastischen Ausblick über das Heilige Land, einschließlich der palästinensischen Gebiete.

Danach stirbt Mose und Gott selbst begräbt ihn. Niemand hat sein Grab gefunde

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