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Abgeben, Freude und der rote Faden dazwischen

Published 3 months, 4 weeks ago
Description
Der Bibeltext 5. Mose 26,1-15 – ausgelegt von Achim Brückel.

 Gottes Großzügigkeit – Wenn Geben zur Freude wird

„Darbringung der Erstlingsfrüchte und des Zehnten", bei dieser Überschrift in der Bibel dachte ich zuerst „Du meine Güte, wen interessiert das? Wer wird diesen Bibeltext heute lesen?" Den ersten Teil der Überschrift brauchen wir heute nicht mehr und den zweiten Teil der Überschrift wollen viele nicht.

Bei beiden geht es mir ans Portemonnaie, ans liebe Geld. Da leide ich noch mehr als sonst Gottes Wort gegenüber unter chronischer Schwerhörigkeit. Also die heutigen Bibelverse am besten abhaken. – Doch einen kurzen Moment noch, bitte!

Gott kennt einen jeden von uns, Sie und mich, und somit auch diese ablehnende Haltung, wenn es um das Abgeben geht – auch im Reich Gottes. Da muss Gott ganz besonders die Werbetrommel rühren, mit einer ganz besonderen Art mir seine Worte als gewinnbringend verkaufen, sonst höre ich ihm gar nicht erst zu. Und Gott lässt sich in seiner unvorstellbaren Liebe zu seinem Volk des Alten und des Neuen Bundes darauf ein. In einer Art göttlicher Pädagogik versucht Gott zu bewirken, dass das Geben gerne geschieht, von Herzen kommt und das immer aufs Neue. Das macht mich doch schon wenigstens ein bisschen neugierig, wie er das bewerkstelligen will.

Gott beginnt das Kapitel mit einem Paukenschlag. Es fängt mit einer unumstößlichen Tatsache an, einer tiefgreifenden Erfahrung, die das Volk Israel und die Gemeinde Jesu immer und immer wieder gemacht haben. Einer Erfahrung, die Gott als den gütigen Gott der Bibel ausweist: Gott schenkt immer mehr und zuerst, bevor er etwas fordert (Matthäus 19,29). D.h.: Ich werde nicht mit leeren Taschen dastehen, nicht den Kürzeren ziehen, wenn ich mich auf Gottes Wort einlasse; tue, was er mir sagt; seinem Wort schlicht gehorsam bin.

Bevor es um Ernteerfolge und volle Portemonnaies geht, lenkt Gott den Blick also auf etwas, was die Israeliten damals und ich heute schnell aus den Augen verlieren. Bevor Gott die Erstlinge aller Feldfrüchte als Abgabe von den Israeliten fordert, soll sich jeder Israelit den Segen vor Augen führen, mit dem er von Gott beschenkt wurde. Ohne diesen Segen, wäre Abgeben gar nicht möglich:
 

Gottes vierfache Zusage an sein Volk

1. Wenn du in das Land kommst, darin Milch und Honig fließt.

Das Land, darin Milch und Honig fließt, trägt Gott da nicht ein bisschen dick auf? Wenn ich heute Bilder von Israel sehe, scheint mir der Vergleich sehr gewagt. Wie viel Einöde, Berge, Wüste gibt es in Israel! Nur gut, dass der Prophet Jeremia (Jeremia 32,22) das Eintreffen dieser Zusage Gottes an sein Volk zu Moses Zeiten bestätigt: „und hast ihnen dies Land gegeben, wie du ihren Vätern geschworen hattest, … ein Land, darin Milch und Honig fließt". Also: Gott hält Wort! Auf ihn ist Verlass!
 

2. … und es einnimmst:

Dieser Aussageteil hat es in sich, weil eins klar ist: die damaligen Bewohner werden ihr Land nicht kampflos und freiwillig hergeben. Und dann noch: Da kämpft auf der einen Seite das Volk Israel, kriegsunerfahrene Ex-Sklaven ohne nötiges militärisches Gerät & Strategie gegen die Allianz von fünf kampferprobten, ortskundigen, hochgerüsteten Völkern und Satellitenstaaten. „Wenn dich nun der HERR bringen wird in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Hiwiter und Jebusiter, das er dir geben wird, wie er deinen Vätern geschworen hat" (2. Mose 13,5). Dann ist das Losgehen kein Himmelfahrtskommando, kein Harakiri, keine wahnhafte Unternehmung, sondern das unbeugbare Wissen, dass Gott auf ihrer Seite, in ihrer Mitte ist (Bundeslade) und vor ihnen hergeht (Wolken- und Feuersäule). Darum wird Israel gewiss siegen.

Die Zusage ist vergleichbar dem gelassen machenden Wissen der Gallier in Asterix gegenüber der Übermacht der Römer. Sie wissen: Wir haben den Zaubertrank. Uns kan

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