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Back to EpisodesSchuldig oder unschuldig?
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Gottes Weisung: Recht sprechen ohne Ansehen der Person
„Wenn eine Streitsache zwischen Männern ist und sie vor Gericht kommen und man sie richtet, so soll man den, der im Recht ist, gerecht sprechen und den Schuldigen schuldig sprechen" (5. Mose 25,1)
Dieser Vers, diese Anweisung, stammt aus den Schutzbestimmungen, die Gott durch Mose seinem Volk gab, bevor es das verheißene Land betrat. Der Inhalt erscheint logisch und wohl jeder von uns würde einer solchen Regel vorbehaltlos zustimmen, denn schließlich zielt sie darauf ab, eine gerechte Gesellschaft zu schaffen: Ein Richter soll sein Urteil anhand von Fakten und nach dem Gesetz fällen. Ohne Ansehen der Person und ohne Parteilichkeit. Wer schuldig ist, muss die Konsequenzen tragen. Wer im Recht ist, dem muss dieses Recht auch zuteilwerden. Und Unschuldige sollen nichts zu befürchten haben.
Dass Gott explizit eine solche Weisung erteilt hat, geschah nicht ohne Grund. Denn es war damals keineswegs üblich, dass die Richter „ohne Ansehen der Person und ohne Parteilichkeit" entschieden. Überhaupt geschah vieles nicht so, wie es für ein gutes Miteinander und für ein gelingendes Leben nötig ist.
Daher gibt es die Schutzbestimmungen, die wir in 5. Mose 25 nachlesen können. Sie regeln neben anderen Fragen auch die soziale Absicherung von Witwen und Waisen, insbesondere im Bereich der Erbschaftsregelungen und der Ehe, damit ein Name nicht ausstirbt.
Sie stellen sicher, dass die Familie und die Würde der Frau geschützt werden und der Name des Verstorbenen nicht aus Israel ausgelöscht wird. Ziele sind der Schutz der schwächsten Glieder der Gesellschaft, die Erhaltung der Familie und des Erbes und eben auch soziale und zwischenmenschliche Gerechtigkeit.
Hierzu gehört es dann auch, den Unschuldigen freizusprechen und den Schuldigen zu verurteilen. Ein Prinzip, welches auch in anderen Teilen der Bibel betont wird, z. B. in Sprüche 17,15, wo gesagt wird, dass Gott die Gerechten liebt und die Ungerechten verabscheut.
Der erste Vers im 5. Buch Mose Kapitel 25 erinnert aber auch daran, dass die Richter und Rechtsorgane die Verantwortung haben, nach der Wahrheit zu suchen. Dies sollte eine der Aufgaben der Gerichtsbarkeit im alten Israel sein, um ein gerechtes Leben im Sinne Gottes für die Gemeinschaft zu gewährleisten. Und es gilt auch heute noch, denn „ohne Gerechtigkeit ist ein Volk ein Haufen ohne Ordnung", wie ein altes Zitat (1) es treffend beschreibt.
Hinzu kommt die Warnung, die Gott durch den Propheten Jesaja ausgesprochen hat: „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen (Jesaja 5,20)" – ein Vers, der Mahnruf an die Richter sein sollte – damals wie heute!
Menschliche Gerechtigkeit: Anspruch und Wirklichkeit
In den letzten Jahren wurde immer wieder und von verschiedener Seite die Frage gestellt, ob die Urteile deutscher Gerichte noch gerecht sind.
Einerseits gewährleistet die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland die richterliche Unabhängigkeit, was eine wichtige Grundlage für Gerechtigkeit darstellt. Zudem können Urteile durch höhere Instanzen überprüft werden, um Fehler zu korrigieren und die Wahrscheinlichkeit einer vernünftigen Entscheidung zu erhöhen.
Auf der anderen Seite zeigen öffentliche Debatten, dass die deutsche Justiz oft kritisiert wird.
Umfragen – wie der Roland Rechtsreport 2024 (2) – belegen, dass die Bevölkerung Aspekte der Justiz wie die Dauer der Verfahren oder die Härte der Urteile oft kritisch sieht.
Obwohl die Unabhängigkeit der Gerichte verfassungsmäßig garantiert ist, gibt es immer wieder auch Debatten über eine mögliche politische Einflussnahme, unter anderem im Zusammenhang mit der Meinungs- und Predigtfreiheit.
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