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Ratlos muss nicht sein

Published 10 months, 1 week ago
Description

Manchmal habe ich keine Antwort. Im Freundeskreis oder in meiner Therapiepraxis fragt mich jemand nach einem Weg – und ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll.

Dummerweise plappere ich manchmal ohne Sinn drauf los. Das hilft niemandem. Besser ist es, zunächst ehrlich mit „Ich weiß es nicht“ zu antworten und um Bedenkzeit zu bitten. Und diese Zeit weise zu nutzen, um eine wirklich hilfreiche Antwort zu finden. Aber wie?

Der alttestamentliche Prophet Daniel macht es mir vor. Er war ein jüdischer Weiser, der im 6. Jh. v. Chr. am Hof des babylonischen Königs Nebukadnezar lebte. Trotz der Eroberung Israels durch die Babylonier und trotz oder gerade wegen seines jüdischen Glaubens war Daniel beim König ein angesehener junger Mann. Als Nebukadnezar einen wichtigen Traum hatte, den ihm keiner seiner babylonischen Wahrsager deuten konnten, wollte der König sie zur Strafe alle umbringen, einschließlich Daniels und seiner jüdischen Gefährten am Königshof.

Daniel steht hier nicht nur vor einer Frage, auf die er gerade keine Antwort hat, sondern es ist eine schier unlösbare Aufgabe: Wie soll Daniel den Traum eines Menschen richtig deuten? Schlimmer noch, ohne Antwort werden sie alle sterben. Der Druck, die richtige Lösung zu finden, steigt ins Unermessliche.

Doch Daniel verfällt weder in Panik, noch redet er dumm drauf los, um sein Leben und das der anderen zu retten. Der König hätte eine erfundene Antwort sowieso durchschaut.

Nein, Daniel tut das, was mir hilft, wenn ich vor aussichtslosen Herausforderungen stehe: Er wendet sich an Gott und an seine Freunde. Ich lese aus dem Buch Daniel, Kapitel 2, ab Vers 17:

17 Daniel ging nach Hause und erzählte alles seinen drei Freunden.

18 Er bat sie: »Fleht den Gott des Himmels um Erbarmen an! Bittet
    ihn, dass er mir das Geheimnis enthüllt, damit wir nicht mit den
    übrigen Weisen Babyloniens umgebracht werden!«

Daniel erkennt also an, dass er dieses Geheimnis um des Königs Traum und seine Deutung nicht alleine lösen kann. Er braucht Gottes Hilfe und ein echtes Wunder.

Das ist der erste Schritt, wenn ich vor einer unlösbaren Aufgabe stehe: Die eigene Ohnmacht erkennen und anerkennen.

Der zweite Schritt: Daniel bittet seine Freunde um Gebetsunterstützung. Das hilft ihm auf zweierlei Weise: Zum einen ist es erleichternd, seine Sorge zu teilen.

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