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Die Rede des Stephanus (4)

Published 1 year ago
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Der Bibeltext Apostelgeschichte 7,44-53 – ausgelegt von Bernhard Berends.

„Das war ein Höhepunkt unserer Fahrt!“ Davon waren die Teilnehmer unserer Reisegruppe überzeugt. Während unserer Rundreise durch Israel waren wir ganz in den Süden des Landes gefahren, nach Eilat am Roten Meer.

Auf der Rückreise machten wir einen Abstecher in den Timna-Park. Dort in der Wüstengegend sahen wir uns den Nachbau der Stiftshütte an. Nach den Anweisungen, wie Mose sie den Israeliten gegeben hatte, war dieses große Zelt nachgebaut worden mit einem heiligen Raum in der Mitte, in dem die Bundeslade stand. In diesem Kasten befanden sich die beiden Tafeln mit den 10 Geboten, ein Zeichen des Bundes Gottes mit seinem Volk. Die Stiftshütte war gewissermaßen die Wohnung Gottes. Hier war man Gott am nächsten. Doch nur mit Respekt und Ehrfurcht durfte man sich diesem Heiligtum nähern.

Stephanus erinnert in seiner Rede daran. Er steht als Angeklagter vor dem Hohen Rat in Jerusalem, dem höchsten Gericht Israels. Ihm wird vorgeworfen, ein Aufrührer zu sein. Er habe dazu aufgerufen, den Tempel, das große, schöne Heiligtum in Jerusalem, zu missachten. Ja, er habe im Sinn, die guten Ordnungen, wie Mose sie gegeben hat, umzustoßen. Er gehöre zu denen, die sagten, dass Jesus kommt und den Tempel zerstören wird und damit auch die Ordnungen im Land, die Gott doch durch Mose dem Volk gegeben hat. So behaupten Zeugen, die gegen ihn aussagen. Lukas weist in seinem Bericht in der Apostelgeschichte darauf hin, dass es sich um falsche Zeugen handelt, die einfach ihre Behauptungen in den Raum stellen, um Stephanus und wohl auch überhaupt den Christen zu schaden.

So soll Stephanus sich vor Gericht verantworten. Er hält eine lange Rede, erinnert an Gottes Geschichte mit seinem Volk von Abraham an. Vor allem das Wirken von Mose schildert Stephanus vor Gericht. Das werden die hohen Herren alles wohl gewusst haben, aber Stephanus führt ihnen vor Augen, dass sie es sind, die Gottes gute Ordnungen verlassen haben.

Er erinnert an die Stiftshütte, die nach den Anweisungen des Mose gebaut worden war und auch mit in das von Gott zugesagte Land kam. Den Israeliten war klar: Hier, wo die Stiftshütte steht, hier ist unser Gott. Wir haben Gott in unserer Mitte.

Später, unter dem König Salomo, wurde der prächtige Tempel in Jerusalem errichtet. Auch daran erinnert Stephanus, an dieses imposante Bauwerk mit dem Allerheiligsten, ein Ort, an dem Gott angebetet und ihm geopfert wurde, wirklich ein imposanter Bau.

Doch dann fährt Stephanus mit einem großen Aber fort: „Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.“ Er, der Herr der Welt und Schöpfer allen Lebens, lässt sich nicht in ein Gebäude einsperren, und sei es noch so groß und gewaltig. Nein, die ganze Erde ist nicht mehr als ein Schemel für ihn, den großen Gott.

Stephanus wendet sich direkt an die Herren im Hohen Rat, angesehene Männer und einflussreich in Jerusalem: „Ihr Halsstarrigen, mit verstockten Herzen und tauben Ohren“, so redet er seine Ankläger jetzt an – ganz schön mutig. Aber er macht seinen Anklägern deutlich: „Ihr hört nicht zu! Ihr achtet nicht darauf, was Gott euch durch seinen Geist sagen will. Ihr seht auf eure Traditionen und wollt vor allem eure Macht festigen. Ihr wollt, dass alles so bleibt. Aber denkt daran, jetzt hat sich Entscheidendes verändert.“ Den Namen von Jesus erwähnt Stephanus hier nicht, jedenfalls schreibt Lukas nichts davon. Aber Stephanus deutet auf Jesus hin, wenn er von dem Gerechten spricht, dessen Kommen die Propheten damals schon vorhergesagt haben. Aber wie deren Zeitgenossen damals nicht auf Gottes Boten gehört haben, so ist es jetzt auch.

„Ihr habt das Gesetz empfangen durch Weisung von Engeln“, so sagt Stephanus und sagt damit, dass die Gebote und die Gesetze, die Mose ihnen gegeben hat, letztlich von Engeln Gottes, also von Boten Gottes, gegeben wurden. „Doch,“ so hält Stephanus dem Hohen Rat vor:

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