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Back to EpisodesDer Kämmerer aus Äthiopien
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Heute frage ich Sie: Gibt es Engel? Diese Frage bejahen manche Menschen. Engel werden von Gott zu ausgesuchten Personen geschickt, um einen Auftrag zu verrichten; z. B.: Eine fast unglaubliche Nachricht für die nahe oder ferne Zukunft zu überbringen. In der Apostelgeschichte wird von einem Engel berichtet, der vier Mal in Aktion tritt. Als Befreier wirkt er, um die gefangenen Apostel zu befreien. Ein anderes Mal zerreißt er die Ketten des gefesselten Petrus im Gefängnis. Das berichtet uns die Apostelgeschichte im 5. Kapitel (Apostelgeschichte 5, 19). Als Richter tritt der Engel gegen den König Herodes in Aktion. Das lese ich in (Apostelgeschichte 12,7).
Zu Philippus zeigt er sich als Auftragsgeber:
Philippus evangelisiert in Samaria. Er hat reichlich Arbeit, die Folgen einer intensiven Evangelisation. Es ist besonders eindrucksvoll, wie Gott selbst aus eifriger und dringlicher Tätigkeit herausrufen kann: „Stehe auf und geh nach Süden zu der Straße, die hinabgeht von Jerusalem nach Gaza; die ist öde.“ Gaza ist eine Ruinenstadt. Um 100 v. Chr. hat der König von Jerusalem Alexander Jannai die Stadt in einem Krieg erobert und völlig zerstört. Kein Mensch lebt mehr dort. Die Straße führt durch die Ruinen hindurch. Öde wie die Stadt ist auch die Straße. Es gibt keine Sehenswürdigkeiten. Jerusalem war ca. 100 Km entfernt. Philippus soll sich zur Mittagszeit dorthin begeben.
Er hinterfragt nicht den Auftrag zur Mittagshitze. Ohne zu murren, macht er sich auf den beschwerlichen Weg. Was ist auf der heißen Straße bei den Ruinen von Gaza zu sehen? Vielleicht lange Zeit nichts. Aber dann heißt es, wie so oft in der Bibel: „Siehe!“ Es ist längst eine Geschichte im Gange, von der Philippus nichts ahnen kann. Wie hier in Gaza wissen meistens Gottes Boten die Geschichte nicht, die sich ereignen wird.
„Siehe, da war ein Mann aus Äthiopien, ein Eunuch, und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien, ihr Schatzmeister.“ (Apostelgeschichte 8,26). Das „Äthiopien“ der Bibel ist nicht das heutige mit diesem Namen bezeichnete Abessinien. Es entspricht etwa der Landschaft Nubien im Sudan. Königinnen regieren das Land. Sie tragen die Bezeichnung „Kandake“. Die Bewohner sind hochgewachsene, kriegstüchtige Leute von dunkler Hautfarbe. So haben wir uns den äthiopischen Mann vorzustellen. Seine verantwortliche Stellung am Hof ist die des Finanzministers. Männer am Hofe weiblicher Herrscher werden oft aus naheliegenden Gründen zeugungsunfähig gemacht.
Der Äthiopier hat sich auf die beschwerliche 2.000 km lange Reise nach Jerusalem gemacht. Er ist wahrscheinlich durch die jüdische Kolonie auf der Nilinsel Elephantine mit dem jüdischen Glauben in Kontakt gekommen. Die Kolonie besteht seit Jahrhunderten nahe der Grenze zum Sudan. Als reicher und einflussreicher Mann hat er in Jerusalem Kontakt zu führenden Pharisäern aufgenommen. Nur durch sie kann er eine Schrift erhalten. Schon damals gibt es Schriften in Form einer Buchrolle. So müssen wir uns den lesenden Finanzminister vorstellen. Er liest laut. Man praktiziert so das Lesen in der damaligen Zeit.
Der Geist Gottes spricht zu Philippus: „Geh hin und halte dich zu diesem Wagen.“ Das tut er. Dabei hört der Evangelist wie der Fremde aus dem Propheten Jesaja liest. Er fragt diesen: „Verstehst du, was du liest?“ Daraufhin bittet der Äthiopier Philippus auf den Wagen zu steigen und ihm die Schrift zu erklären. Der Hofbeamte muss viele Fragen haben, die der Evangelist beantwortet. Die Botschaft von Jesus ist das Zentralthema. Als sie an eine Wasserstelle vorbeikommen, bittet der Äthiopier darum, getauft zu werden. Das tut Philippus gerne. Danach fährt der Kämmerer fröhlich seines Weges. Philippus hat seine Aufgabe erfüllt. Gott führt ihn nach Aschdod, wo er neu anfängt zu evangelisieren.
Auch ich habe in meinen 30 Jahren im Missionsdienst ei