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Back to EpisodesSaulus in Damaskus und Jerusalem
Description
Da ist Paulus, der gerade diese grandiose Begegnung mit Jesus hatte. Jesus hatte ihn erlöst, ihn von Schuld befreit, ihm ein neues Leben gegeben. Zugegeben die Behandlung war recht ungewöhnlich – er fiel auf die Erde und wurde blind – aber weder brach er sich etwas dabei, noch blieb er dauerhaft blind. Gott packte diesen Mann und verwandelte ihn und berief ihn zu einem Dienst für Gott. Was für eine Geschichte: Aus einem, der Christen verfolgt, wird einer, der nun Menschen zu Christen machen soll. Und damit fängt er dann auch recht schnell an. Aber bei den ersten Hörern kam seine Verkündigung nicht so gut an, wie er es wahrscheinlich erhoffte.
Es heißt, dass die Leute sich entsetzten. Es war komisch für sie. Eben noch versucht er alles, um zu verhindern, dass das Christentum sich ausbreitete. Und jetzt tut er alles dafür, damit noch mehr Menschen Christen werden. Und das macht er offensichtlich ziemlich gut. Er konnte argumentieren und die ansässigen Juden hatten ihm argumentativ recht wenig entgegenzusetzen. Er muss fliehen, weil die Juden nicht wollen, dass das Christentum sich ausbreitet, aber Paulus kann fliehen.
Er kommt nach Jerusalem. Er möchte gern Gemeinschaft mit den Jüngern vor Ort haben, aber diese sind sehr skeptisch. Sie sehen ihn und sind zunächst erschrocken. Sein Gesicht ist bekannt. Manche kennen ihn noch, wie er sie einst anschaute und verhaften wollte. Mach einer kennt ihn, weil dieser Paulus ein Familienmitglied verhaftete. Und sie alle wissen noch, dass er es war, der die Oberaufsicht hatte bei der Steinigung, die ihrem Glaubensbruder Stephanus widerfahren war. Das alles war ihnen gegenwärtig. Und nun kommt Paulus an, so als wenn nichts gewesen wäre und sagt, dass er nun Christ sei. Dass das schwer zu glauben ist, kann ich gut verstehen.
Wenn wir Menschen kennenlernen und sie uns zunächst negativ auffallen, dann ist die Schublade, in die wir diesen Menschen stecken, recht schnell zu. „So ist er oder sie eben“, so unser Urteil und ab diesem Moment, ab dem wir den Schlüssel unserer Bewertungsschublade umgedreht haben, ist es ganz schwer für denjenigen, der in dieser Schublade drinsteckt, da irgendwann einmal wieder herauszukommen.
Ich kann das gut, Bewerten, Menschen in eine Schublade stecken. Dann weiß ich, was ich von ihm, oder von ihr zu halten habe. Doch mir fällt auch ein, dass ich manchmal selbst Oper eines Schubladendenkens anderer bin oder werde. Vor allem bei Menschen, die mich schon recht lange kennen. Mit irgendeiner Handlung bin ich mal negativ aufgefallen oder irgendeine schlechte Charaktereigenschaft war bei mir besonders ausgeprägt. Und ich wurde in eine Schublade gesteckt. Nun hat Gott an mir gehandelt. Mein Denken und Reden und auch mein Verhalten wurde anders. Ich bin dankbar, dass Gott mich verwandelte und an mir arbeitete. Aber seltsam, bei bestimmten Personen bin ich immer noch derselbe. Und ihr denken über mich: Der ist halt so, oder Der ändert sich nie, bleibt.
Vielleicht kennen sie das auch? Manchmal stecke ich drin, in dieser Schublade. Aber lassen sie sich nicht entmutigen. Es kommt nicht darauf an, was andere von Ihnen denken. Es kommt darauf an, dass Gott an sie glaubt und Ihnen eine Chance gibt und jeden Tag neu gibt. Heißt es doch in Klageliedern (Klagelieder 3,22-23):
Die Güte des HERRN ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.
Gott steckt keinen in eine Schublade.
Und nun berichtet Lukas in der Apostelgeschichte von einem weiteren Mann. Er heißt Barnabas. Er verhält sich etwas anders als die anderen. Er hat nicht so viel Angst und ist bereit, Paulus eine Chance zu geben. Er steckt Paulus nicht in eine Schublade, oder aber er holt ihn aus seiner heraus. Wenn es so