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Der Hauptmann Kornelius (3)

Published 11 months, 3 weeks ago
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Der Bibeltext Apostelgeschichte 10,34-48 – ausgelegt von Esther Mann.

Jetzt ist bei mir der Groschen gefallen!!! Kennen Sie diesen Ausspruch? Ich habe so etwas auch schon öfters erlebt. Ich bin mittendrin in einer Situation und kapiere gar nicht richtig, was da gerade geschieht. Viele Situationen lassen sich auch erst im Rückblick so richtig verstehen. Dann wird analysiert und darüber nachgedacht.

So erging es Petrus wohl auch in dieser Geschichte. Was war passiert? Hier ein kurzer Rückblick: Petrus ist hungrig auf dem Dach seines Hauses, wartet, bis das Essen fertig ist, nutzt die Zeit zum Beten und dann erlebt er eine Vision: Unreine Tiere, für Juden ungenießbar, werden in einem Tuch vom Himmel gelassen und er soll sie schlachten und essen, so sagt es ihm eine Stimme. Er lehnt das ab, aber es geschieht dreimal …

Das bringt ihn zum Nachdenken, und währenddessen klopft es schon an seine Türe. Dort stehen drei römische Soldaten, die ihn abholen wollen nach Cäsarea.

Petrus ist gehorsam und geht mit. Er nimmt zwei Tage Fußmarsch auf sich, obwohl es für einen Juden eigentlich verboten ist, das Haus eines Nichtjuden zu betreten.

Bei seiner Ankunft läuft ihm der Offizier schon entgegen und fällt vor ihm auf die Knie. Petrus wehrt ihn ab und sagt: „Hey, ich bin auch nur ein Mensch!“ Beim Weitergehen sieht er, dass schon das ganze Haus mit Nachbarn und Freunden gefüllt ist und auf ihn wartet. Nachdem diese ganze Geschichte nochmals analysiert wird und die Vorgänge beschrieben werden, da fällt bei Petrus der sprichwörtliche Groschen. Und hier beginnt unser heutiger Text.

Petrus fängt an zu reden, weil er erst jetzt die Bedeutung dieser Situation erfasst: Nämlich, dass Gott niemanden bevorzugt oder benachteiligt wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder was auch immer. Gott liebt Jeden. Ein aktuelles Thema bis heute. Die frommen Juden haben bis dahin sehr darauf geachtet, dass sie den Abstand wahren zu den sogenannten Heiden. Nun wird diese alte Tradition durchbrochen, und zwar durch Gott selbst, der diese Begegnung herbeigeführt hat.

Petrus, selbst ein Jude, geprägt von seiner Kultur erfährt nun eine Geschichtswende. Das war bis dahin unvorstellbar, dass das Evangelium auch für die Nichtjuden gilt. Petrus begreift, dass der Missionsbefehl, den Jesus vor seiner Himmelfahrt ausgesprochen hat, nun startet. Gott hat durch das übernatürliche Eingreifen durch Vision und Engel eine neue Zeit eingeläutet. Von dieser Zeit hat Gott schon im Alten Testament gesprochen, als er zu Abraham sagte: In dir sollen alle Geschlechter dieser Erde gesegnet werden. Nun ist der Zeitpunkt da.

Gott sieht die echte Frömmigkeit des Kornelius. Er sieht sein soziales Engagement und schaut in sein gottesfürchtiges Herz.

Gott sieht auch heute Menschen, die sich engagieren und im Herzen nach der Wahrheit suchen. Solche Menschen sind ihm angenehm, aber er möchte, dass sich der Glaube nicht allein in den Traditionen und sozialem Engagement bewegt, sondern, dass das Herz erfüllt wird durch den Geist Gottes. Hier ist es Petrus, der diesen Spezialauftrag bekommt, den suchenden Menschen das Evangelium zu erklären. Er beschreibt in einfachen Worten das Leben Jesu. Er sagt zu den Zuhörern: „Das wisst ihr ja, ihr kennt es doch: Jesus von Nazareth ist umhergezogen, hat Kranke geheilt, Menschen aus der Gewalt des Teufels befreit – und das alles in der Kraft des Heiligen Geistes!“

Petrus redet weiter und spricht vom Sterben und der Auferstehung Jesu Christi. Er selbst ist ein Augenzeuge von all diesen Wundern und Geschehnissen. Petrus hat bei dieser Rede Menschen vor sich, die offen sind für die Wahrheit, ja, für Jesus selbst. Deshalb geschieht hier etwas völlig Ungeplantes: Die Zuhörer werden vom Heiligen Geist erfüllt. Er ist noch gar nicht fertig mit seiner Ansprache, aber die Herzen der Zuhörer sind bereit, den Geist Gottes zu empfangen. Hier sieht man

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