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Erste Christen in Antiochia

Published 11 months, 2 weeks ago
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Der Bibeltext Apostelgeschichte 11,19-30 – ausgelegt von Walter Undt.

Erschreckend finde ich die Beobachtung im ersten Abschnitt, die ich überschrieben habe mit

1. Verfolgung macht gehorsam

Zunächst ist das Ende von Stephanus erschreckend. Seinem Glauben, seiner Rhetorik konnte man nichts erwidern, darum wurde er kaltgestellt, umgebracht. Saulus war ein Sympathisant, der das zu dem Zeitpunkt noch gut fand, weil er davon überzeugt war, auf Gottes Seite zu stehen.

Für die junge Gemeinde muss das ein schreckliches Erlebnis gewesen sein. Seit Pfingsten schien nichts den Siegeszug des Evangeliums bremsen zu können. Wie auf einer Welle des Erfolgs erlebten sie, wie die Botschaft von Jesus aufgenommen wurde. Die Gemeinde wuchs und wuchs - traumhaft. So würde ich es gern auch noch einmal erleben!

Dann schlug der Wind um. Verfolgung, Gefängnisaufenthalte und letztlich die Steinigung von Stephanus schreckten die Gemeinde auf. Obwohl Jesus deutlich gesagt hat, dass das kommen wird und ein natürlicher Bestandteil seiner Nachfolge ist, wirft es sie aus der Bahn.

Die Folge: Viele Christen flohen, darunter auch die Diakone. Nur die Apostel hielten noch in Jerusalem aus.

Wer fliehen muss, versteckt sich, geht in Deckung, wartet ab, bis der Sturm sich etwas gelegt hat. Das wäre der übliche Reflex. Die Verfolgten tun das überraschenderweise nicht. Im Gegenteil. Sie gehen nicht in Deckung, sie gehen in die Offensive. Alle Menschen sollen die gute Nachricht von Jesus hören.

Was für eine Begeisterung muss in diesen Christen gesteckt haben. Sie konnten einfach nicht schweigen von dem, was sie mit Jesus erlebt hatten.

Auf der anderen Seite finde ich genau das aber auch erschreckend: Jesus hatte seinen Jüngern den Auftrag gegeben: „Ihr werdet meine Zeugen sein, in Jerusalem, Samaria und bis an das Ende der Welt!“

Bis zu dem Tag der Verfolgung waren sie aber nur in Jerusalem aktiv. Wir lesen nichts davon, dass einer von ihnen auf die Idee kam, die super dynamisch wachsende Gemeinde zu verlassen, um auch außerhalb von Jerusalem Menschen von Jesus zu erzählen.

Offensichtlich fühlte man sich in seiner großen Gemeinde heimatlich wohl. Es gab ja auch genug zu tun, jede Hand wurde gebraucht.

Dieses Verhalten macht mich immer wieder nachdenklich. Mir liegen Gemeindebau und Gemeindegründung auf dem Herzen. Doch oft erlebe ich nur ungläubiges Staunen und komplettes Unverständnis, wenn ich große Gemeinden darauf anspreche, ob für sie eine Teilung, eine Neugründung in ihrem Einzugsbereich denkbar wäre.

Menschlich und auch als Pastor, der für jeden guten Mitarbeiter unbeschreiblich dankbar ist, kann ich nachvollziehen, dass man so etwas gar nicht denken mag.

Doch werde ich das Gefühl nicht los, dass es auch in unserer Gesellschaft erst zu einer Verfolgung kommen muss, damit unsere schönen Kreise gesprengt werden und so die gute Nachricht von Jesus wieder Kreise ziehen kann.

So war es jedenfalls in der ersten Gemeinde. Die Flüchtlinge zogen los und erlebten, dass das Evangelium nicht nur in ihrer Heimatgemeinde durchschlagenden Erfolg hat.

Damit komme ich zur zweiten Beobachtung:

2. Die gute Nachricht ist grenzenlos

Gottes Geist wirkt. Er wirkt auch ausgesprochen intensiv, nachdem er alte Formen und eingespielte Gemeinden gesprengt hat.

Auffallend ist, dass das Thema „grenzenlos“ anfangs gar nicht so grenzenlos war:
„Die aber zerstreut waren wegen der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhob, gingen bis nach Phönizien und Zypern und Antiochia und verkündigten das Wort niemandem als allein den Juden.“

Allein den Juden!

Von wegen „Verkündigt das Evangelium in der ganzen Welt“! Auch in der Verfolgung erfuhren erstmal nur die eigenen Landsleute von dem, was Jesus für alle Welt getan hat. Segensreich, aber nicht grenzenlos war das, was diese Flüchtlinge hier taten.

D

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