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In Antiochia in Pisidien (2)

Published 11 months, 2 weeks ago
Description
Der Bibeltext Apostelgeschichte 13,26-43 – ausgelegt von Lutz Günther.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer Synagoge. Dort, wo Woche für Woche Angehörige des Volkes Israel und Menschen, die dem jüdischen Glauben nahestehen, zusammenkommen. Es ist Sabbat. Die Stimmung ist erwartungsvoll, denn zwei Männer von weit her sind heute zu Gast. Nach der Schriftlesung bitten die Gemeindeleiter die Gäste um ein ermutigendes Wort. Dann steht einer der beiden auf und beginnt zu reden. Paulus heißt er. Zuerst erzählt er von der Geschichte Israels – von Befreiung, Königen, Propheten. Er erinnert an den langen Weg, den Gott mit seinem Volk gegangen ist, um es zu retten, zu bewahren und zu segnen. Dann spricht er von diesem Jesus: Er sagt, dass Jesus die Erfüllung von Gottes Versprechen ist, sein Volk endgültig zu retten. 

Und dann kommt der Moment, in dem sich alles ändert. Paulus sagt:

„Liebe Geschwister, ihr Nachkommen Abrahams und auch ihr anderen hier, die ihr an den Gott Israels glaubt – uns allen hat Gott diese rettende Botschaft gesandt.“ (Apostelgeschichte 13,26)

Plötzlich geht es nicht mehr nur um die Vergangenheit. Nicht mehr um „die damals“, sondern um „uns jetzt“. Die Geschichte Gottes landet in der Gegenwart. Die Zuhörer werden direkt angesprochen, damals in der Synagoge in Antiochia – und wir heute mit ihnen.

Was genau ist die „rettende Botschaft“, die uns gesandt ist?

Paulus erklärt: Es ist die Erfüllung einer uralten Hoffnung. Eine Hoffnung, die schon die Väter Israels getragen hat. Die Hoffnung, dass Gott eingreift. Dass er nicht nur die große Geschichte lenkt, sondern konkretes Leben verändert. Die Ankündigung eines Retters, die schon den Vorfahren gegeben wurde, ist Wirklichkeit geworden. Paulus sagt: "Wir bringen euch die gute Nachricht, dass Gott die Verheißung, die an die Väter ergangen ist, erfüllt hat an uns, ihren Kindern, indem er Jesus auferweckte." (Apostelgeschichte 13,32–33)

Es ist wahr: Jesus wurde in Jerusalem abgelehnt und zum Tode verurteilt, weil ihn sein eigenes Volk verkannte.

Jesus wird also zunächst nicht als der von Gott gesandte Befreier gefeiert, sondern als ein Mensch, der scheitert – jedenfalls auf den ersten Blick. Die religiösen Führer lehnen ihn ab. Er wird verurteilt und gekreuzigt. Doch dann geschieht etwas für alle damals Unerwartetes:

„…Gott hat ihn von den Toten auferweckt.“ (Apostelgeschichte 13, 30)

An diesem Fakt ändert sich alles. Weil alles bisher Geschehene nun in einem neuen Licht erscheint: Die Auferstehung von Jesus ist die Wende. Sie bedeutet: Gottes Plan ist nicht gescheitert. Der Tod am Kreuz war kein „Betriebsunfall“. Im Gegenteil. Jesus hat am Kreuz den Tod überwunden. Er hat der Sünde die Macht genommen. Neues Leben ist möglich geworden.

Nicht die Kreuzigung hat das letzte Wort, sondern die Auferstehung. Dass diese Nachricht glaubwürdig ist, dafür gibt es Zeugen: "Viele Tage hindurch erschien er denen, die mit ihm von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren" (Apostelgeschichte 13,31), betont er.

Welche Bedeutung hat diese Botschaft heute?

Wenn ich davon ausgehe, dass Jesus nicht nur eine historische Persönlichkeit war, sondern wirklich der von Gott gesandte Retter für uns Menschen ist, stellt sich die Frage: Welche Auswirkungen soll das auf mein persönliches Leben haben? Oder anders gesagt: Welche Folgen hätte das im Blick auf Richtung, Halt und Hoffnung meines Lebens?

Paulus bleibt nicht in theoretischen Überlegungen hängen. Er sagt ganz direkt: „Durch diesen Mann wird euch die Vergebung der Sünden verkündet.“ (Apostelgeschichte 13, 38)

Und weiter: „Wer an ihn glaubt, wird frei gesprochen von allem, wovon das Gesetz des Mose euch nicht freisprechen konnte.“ (Apostelgeschichte 13, 39)

Was heißt das? Das Gesetz – also die Gebote, die Regeln, die religiösen Ordnungen des Alten Testaments – konnten zeigen,

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