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Das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes

Published 11 months, 1 week ago
Description
Der Bibeltext Psalm 103 – ausgelegt von Andreas Hornung.

Der Psalm 103 gehört mit zu den bekanntesten Psalmen. In der Lutherbibel trägt er die Überschrift: Das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes. Er stammt von König David (Vers 1), dem die Hälfte der Psalmen zugeschrieben werden. 

„Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:“ (Verse 1-2)

Mit diesen Worten des Aufrufs an die eigene Seele beginnt der Psalm. David ermuntert sich förmlich selbst.

„Gott loben zieht nach oben!“ und „Danken schützt vor Wanken!“, sind alte Weisheiten, die zu Sprichwörtern geworden sind. Diese Art von Konditionierung durch Selbst-Einsprachen findet man immer wieder in der Bibel.[1]

Der menschliche Geist gibt der Seele Befehle – sonst macht die Seele, was sie will. Oft ziehen uns unangenehme Erlebnisse emotional derartig runter, dass ein „schlechter Tag“ viele glückliche Tage vergessen lässt. Deshalb lautet Davids Befehl an seine angeschlagene Seele: „Und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“

Diesen Aufruf gegen das Vergessen all des Guten, das Gott in unserem Leben bereits getan hat, zieht sich ebenfalls durch die ganze Bibel: Wir sollen die Großtaten Gottes uns immer wieder vor Augen führen[2] – all die Wunder, die wir bereits erlebt haben, die Zusprüche und prophetischen Worte, die Gott uns ganz persönlich gesagt hat.

Das alles muss aufgeschrieben und sorgsam verwahrt werden: Das sind die Perlen, von denen Jesus spricht, die man nicht vor die Schweine werfen darf,[3]weil sie nur für MICH bestimmte Kostbarkeiten sind.

Gottes Taten in der Vergangenheit bieten eine unbedingte Garantie für die Zukunft. So wie Gott seine Macht nicht nur einmal in der Vergangenheit bewiesen hat, so wird er sie auch in Zukunft erweisen.

Und dann zählt David auf, was Gott ihm alles Gutes getan hat: „der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen“ (Vers 3).
Die Sündenvergebung ist die Grundlage von allem Guten – sie reinigt die Seele von allen Altlasten und all den Verletzungen der Vergangenheit,die uns oft so missliebig, frustriert und empfindlich machen.

Gottes vergebende Liebe heilt unsere Seele in der Tiefe aus und gibt uns einen Frieden, den die Welt nicht geben kann – den uns aber die Welt auch nicht nehmen kann - die Seele kommt zur Ruhe.[4]

„Und heilet alle deine Gebrechen“ heißt, dass auch körperliche Heilung ins Leben kommt, wenn wir unsere Seele aufräumen; denn viele Krankheiten sind psychosomatisch verursacht.

Jesus hat Menschen auch von Krankheiten befreit – warum sollte Er dies heute nicht ebenfalls tun?! Gott sagte bereits dem Mose: „Ich bin der Herr, dein Arzt.“[5]

Und dann lesen wir (im Vers 4): „der dein Leben vom Verderben erlöst“ – wörtlich heißt es: „aus der Grube erlöst“; das heißt aus Situationen der Hoffnungslosigkeit und des völligen Ausgeliefertseins. Er zog mich heraus aus der Grube, aus Schlamm und Morast, und stelle meine Füße wieder auf festen Grund, heißt es in Psalm 40, Vers 3.

Haben Sie so etwas schon einmal erlebt, wie Gott Sie aus solch einer Grube der Aussichtslosigkeit herausgezogen hat, und Ihnen wieder festen Grund im Leben gab?

Wer das erlebt hat, kann sagen (wie es im Vers 4 heißt): „der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit“. Das beschreibt die völlige Wiederherstellung und Rehabilitierung, nach Zeiten der Verkennung und der ungerechten Behandlung.[6]

Gott vermag im Handumdrehen die Verhältnisse umzukehren und herabgesetzte und unbeachtete Menschen zu krönen, das heißt zu erheben und in Anerkennung zu bringen. 
Wer solche Gnaden erfährt, dessen „Mund wird wieder fröhlich“ (wie es im Vers 5 heißt) – er „wird wieder jung wie ein Adler“.

Gott vergibt, heilt, erlöst, rehabilitiert, er krönt, er erfüllt und verjüngt seine „Frommen“ (Vers 11) oder „die ihn fürchten“ (Vers 13), „die s

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