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In Ikonion

Published 11 months, 1 week ago
Description
Der Bibeltext Apostelgeschichte 14,1-7 – ausgelegt von Mignon Junghänel.

Die heutigen Verse stammen aus der Feder des Lukas. Also von dem Mann, der auch eins der vier Evangelien geschrieben hat. Während die Evangelien das Leben und Wirken von Jesus auf Erden beschreiben, beschreibt die Apostelgeschichte das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes sowie die Anfänge der christlichen Gemeinde.

Eine zentrale Person in der Apostelgeschichte ist Paulus. Seine Missionsreisen führen ihn von Israel aus an die Enden der damals bekannten Welt. Und überall, wo er hinkommt, gründet Paulus Gemeinden. Dabei bestätigt Gott seine Predigten durch verschiedene Wunder. So schließt sich direkt an den heutigen Abschnitt ein Bericht über die Heilung eines Gelähmten an.

In Kapitel 16 befreit Paulus dann eine Sklavin von einem Wahrsagegeist. Wobei das zugegebenermaßen nicht alle gut fanden. Zumindest nicht ihr Besitzer, dem nun einiges an Geld flöten ging, weil sie nicht mehr wahrsagen konnte.

Als Paulus in Troas predigt, schläft ein junger Mann während des Gottesdienstes ein und fällt dabei aus dem Fenster des oberen Stockwerkes. Er stirbt und wird anschließend von Paulus wieder zum Leben erweckt. Wie krass ist das denn! Und nachdem Paulus nach einem Schiffbruch auf der Insel Malta landet, heilt er dort viele Kranke.

Durch und durch erfolgreich, der Mann. Könnte ich denken und mich fragen, warum das bei uns heute so anders ist. War Paulus aber gar nicht, durch und durch erfolgreich. Denn es gab auch andere Momente. Tatsächlich erlitt Paulus auf seinen Reisen vieles, das vermutlich keiner erleben will und hoffentlich die wenigsten durchleben müssen. So erleidet er dreimal Schiffbruch. Er landet mehrfach aufgrund seines Glaubens im Gefängnis. Und er überlebt verschiedene Mordversuche. Bis er am Ende wegen seines Glaubens und Predigens dann doch hingerichtet wird.

Die heutigen Verse nun beschreiben einen kleinen Ausschnitt dieser Missionsreisen. Paulus’ Aufenthalt in Ikonion. Dabei unterscheidet sich das, was dort passiert, tatsächlich nicht großartig von dem, was auch woanders passiert. Paulus kommt – in diesem Fall in Begleitung eines Mannes namens Barnabas – an und geht als erstes in die Synagoge, um zu predigen.

Wieso kommt Paulus auf die Idee, ausgerechnet in einer Synagoge, also einem jüdischen Gotteshaus, den christlichen Glauben zu predigen? Das Christentum als eigenständige Religion gibt es da noch gar nicht. Stattdessen geht es nach wie vor um den Gott Israels, der in Jesus Christus zu den Menschen gekommen ist, um die Beziehung zu seinem Volk und letztlich zu allen Völkern wieder herzustellen. Und so kommen durch die Predigt von Paulus viele Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Juden und Nicht-Juden.

Und wie schon an anderen Orten, gibt es auch hier Widerstand. Es gibt Neider, Leute, die sich daran stören, ja geradezu darüber aufregen, dass Paulus predigt und dass Menschen durch diese Predigt zum Glauben an Jesus kommen. Und diese Leute beginnen Stimmung gegen Paulus zu machen. Das Entscheidende dabei ist, dass Paulus sich dadurch nicht beirren lässt. Er predigt einfach weiter. Bis zu dem Punkt, wo es wirklich lebensgefährlich wird, weil seine Gegner ihn umbringen wollen. An dieser Stelle zieht Paulus weiter … in den nächsten Ort, um auch dort wieder zu predigen. Und damit geht auch die Verbreitung des Evangeliums weiter.

Was hat das nun mit mir zu tun? Was kann ich aus diesem Abschnitt lernen? Im Wesentlichen sehe ich drei Punkte:

1. Paulus fängt in der Synagoge an. Einem Ort also, wo sich die Gläubigen sowieso treffen. Und ich denke, dass auch wir wieder anfangen sollten, in unseren Kirchen und Gemeinden die Gute Nachricht – denn das ist die deutsche Übersetzung des Wortes Evangelium – zu verkündigen. Oder noch besser formuliert: wir sollten die gute Nachricht für andere sein. So komisch wie das vielleicht klingen mag. Aber wenn ich mich umgucke, scheinen es auch viele

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